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Hilfe von der WG-Therapeutin: "Meine Mitbewohnerin hat mich angezeigt"
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Lena ist neu in der Stadt und zieht in eine WG. Mitbewohner Ben unternimmt viel mit ihr. Doch als Lena mit einem Freund von Ben zusammenkommt, fangen die Probleme an. Was kann er tun?

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gbshaw 01.06.2018, 09:46
1. Selten dämliche "Hilfe"

Ich hoffe sehr, dass es sich hier um einen fiktiven Fall handelt. Der "Ratschlag" der seltbsternannten Therapeutin ist von seltener Dämlichkeit und geht völlig am Problem vorbei. Da wird dem Ratsuchenden mit dem Arsenal der Küchen- und Hausfrauenpsychologie unterstellt, er sei heimlich in die Mitbewohnerin verliebt und klammere. Er sei also tatsächlich der stalker, als der er angezeigt wurde.

Dass "Lena" entweder selbst massiv einen an der Klatsche hat oder einfach eine dreiste Mietprellerin ist, oder vielleicht auch beides zusammen, wird einfach unterschlagen.

Da kann man nur hoffen, dass diese Dame nicht auch im realen Leben Beratungen durchführt. Mit solchen "Therapeuten" braucht man echt keine Feinde mehr....

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rainer_d 01.06.2018, 09:55
2. Wegen 700€?

Sei froh, dass sie weg ist. Was will "Ben" da jetzt noch diesen paar Kröten nachrennen?

Vielleicht, wenn er eine Rechtsschutzversicherung hätte, könnte er es dem Anwalt übergeben - aber so?
Schluss, aus und vergessen. Abschreiben und als Lehrgeld ansehen.

Move on. Get a life. Whatever.

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murksdoc 01.06.2018, 10:02
3. Zusatz

Der Ratschlag ist zusätzlich unpraktikabel, weil über den gemeinsamen Besitz des Segelbootes, welches einen Liegeplatz, ein Winterquartier, Reparaturen und Unterhalt benötigt, weitere Kontakte, Diskussionen, Streit und Kompromisse unvermeidbar sind. Weil aber in Streitfällen immer der im Vorteil ist, der etwas physikalisch besitzt, würde ich das Boot an einen Ort schaffen, den die Mietschuldnerin nicht kennt und ihr ankündigen, dass dieses momentan ein Pfand ist, aber nach Ablauf einer Zahlungsfrist für die Mietschulden in meinen endgültigen alleinigen Besitz übergehen wird. Den Wert würde ich so herunterrechnen, dass ihr Anteil genau diesen Euro 700.- entspricht. Dann ist SIE es, die mich verklagen muss und wenn sie es nicht tut und weiter nicht bezahlt, habe ich immerhin ein Boot.

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großwolke 01.06.2018, 10:11
4. Aufwand und Nutzen

Zitat von gbshaw
Ich hoffe sehr, dass es sich hier um einen fiktiven Fall handelt. Der "Ratschlag" der seltbsternannten Therapeutin ist von seltener Dämlichkeit und geht völlig am Problem vorbei. Da wird dem Ratsuchenden mit dem Arsenal der Küchen- und Hausfrauenpsychologie unterstellt, er sei heimlich in die Mitbewohnerin verliebt und klammere. Er sei also tatsächlich der stalker, als der er angezeigt wurde. Dass "Lena" entweder selbst massiv einen an der Klatsche hat oder einfach eine dreiste Mietprellerin ist, oder vielleicht auch beides zusammen, wird einfach unterschlagen. Da kann man nur hoffen, dass diese Dame nicht auch im realen Leben Beratungen durchführt. Mit solchen "Therapeuten" braucht man echt keine Feinde mehr....
Wenn man nicht alle Fakten kennt, sollte man keine Seite wählen. Genau das versucht die Autorin auch zu vermeiden. Es bleiben die praktischen Erwägungen. Lohnt es sich, diesem relativ überschaubaren Geldbetrag hinterherzulaufen, wenn das in einen handfesten, hässlichen Rechtsstreit ausarten könnte? Selbst wenn man gewinnt, den Ärger hat man ja trotzdem, und der kann gewaltig sein, wenn erstmal Vorwürfe von sexuellem Fehlverhalten im Raum stehen. Von daher ist das aus der Distanz der vernünftigste Ratschlag, den man geben kann.

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grumpy53 01.06.2018, 10:18
5. gehören immer 2 dazu?

Meistens ist gut, eine Geschichte von beiden Seiten anzugucken. Und die meisten Konflikte setzen mindestens 2 Personen voraus. In dem Fall gehören mind. 3 oder mehr dazu. Wenn der Freund von Ben mit der ehemaligen Mitbewohnerin zusammen ist, muss er sich nicht auf eine Seite schlagen, aber ich finde schon, dass zur Fairness und Freundschaft gehört, andere Leute nicht um Geld zu bescheißen und seinen Verpflichtungen nicht nach zu kommen. Und dann stellt sich mir noch die Frage, wie den die weiteren Mitbewohner damit umgehen, mind. 1 oder gar 2 sind ja auch mit im Boot. Dann gibt es aber eben Menschen, deren Selbstverwirklichung gerne auf anderer Kosten ausgelebt werden und da kann dann der, der zum "Opfer" wird, so sein, wie er oder sie will. Das hat dann gar nichts mit ihr oder ihm zu tun, außer, dass man den Schaden hat. Bleibt nur, abbuchen, sich nicht kaputt machen lassen und bei allem gegenseitigen Vertrauen, was man schwarz auf weiß besitzt, läßt sich ggf. einklagen. Aus einer WG so einfach aussteigen und nicht mehr zahlen, gibt es denn da keine vertraglich eindeutigen Regelungen? Was den beratenden Psychologen betrifft, eigentlich habe ich jetzt nur noch auf Frau Saalfranck gewartet: Ex-Mitbewohnerin auf die stille Treppe setzen, dann geben wir uns die Hand und alles wieder gut. KINDERGARTEN-Psychologie. Man muss sich nicht alles gefallen lassen.

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kategorien 01.06.2018, 10:20
6. Rücksichtslos

Die WG-Beratung ist hier die falsche Stelle, offenbar auch unerfahren mit Anwälten. "Ich geriet in Panik und zahlte sie." Damit hat sie den Anschuldigungen faktisch zugestimmt. Ein großer Fehler! Das nächste Mal einen Anwalt oder zumindest die Eltern konsultieren. Das war nicht rechtens, aber durch die Zustimmung wurde es. Jetzt kann sie hoffen, dass es keine Anzeige und Folgeprobleme deswegen gibt, nachdem sie zustimmte, dass sie sich strafbar verhalten hatte bzw. verhalten haben könnte.

Die Erfahrung: Die andere Mitbewohnerin war abgebrüht. Wenn jemand Anzeige androht und dann tatsächlich ein Anwaltsschreiben kommt, ist das ein rücksichtsloser und erfahrener Mensch in so etwas. Da helfen vor Gericht auch die Gefühlsausbrüche nicht, und erst recht keine Zeitungsartikel. Die Regel: Wenn jemand einen Anwalt aus heiterem Himmel einschaltet, erst einmal Ruhe bewahren und selbst mit einem Anwalt sprechen, immer!

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lobivia 01.06.2018, 10:22
7. #3 @murksdoc

Diese Form der Pfandnahme ist nach meinem Verständnis illegal. Ich bin aber kein Profi, deswegen würde ich mich über einen entsprechenden, kompetenten Beitrag einer dritten Person sehr freuen.

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Newspeak 01.06.2018, 10:28
8. ...

Der Fall scheint mir ziemlich konfus zu sein. Zum einen...was bitteschoen ist ein halbes Zimmer? Dann, warum wurde auf die fristlose Kuendigung eingegangen? Selbst wenn jemand meint, er koenne nicht weiter mit jemandem zusammenwohnen, kann man Mietvertraege nicht einfach fristlos beenden. Da gibt es immer Fristen, ein Monat, zwei Monate, drei Monate. Eine Kaution wird immer solange einbehalten, bis Mietschulden/vom Mieter verursachte Schaeden ausgeglichen sind, oder eben dazu benutzt, das ist ja der Sinn davon. Und wegen der eingestellten Anzeige...das ist ueble Nachrede oder so etwas Aehnliches, das sollte man sofort mit einer Gegenanzeige beantworten. Zum gemeinsam gekauften Boot gibt es gar keinen Loesungsvorschlag, aber auch Ben thematisiert gar nicht mehr, ob es darueber in Zukunft noch Streit geben wird, was bei der Art dieser Frau wohl eher der Fall sein wird, als nicht. Interessant waere auch, wie jetzt eigentlich die Beziehung zu seinem Freund ist, auf welche Seite hat der sich geschlagen, denn raushalten ist ja eher schwierig vorstellbar?

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ichliebeeuchdochalle 01.06.2018, 10:34
9.

Punkt 1: Mir fehlt im Artikel die Info, ob beiden noch das Segelboot gehört. Punkt 2: Wenn nicht, ist der Rat der Autorin in Ordnung. Abhaken. Aus der - leider nicht genügend detaillierten Beschreibung der Autorin - entnehme ich, daß Ben der Typ ist, der möchte, daß die ganze Welt erfährt ... am besten in der Tagesschau und bei CNN vorgetragen ... daß er der Gute ist und sie die Böse. Deshalb hält er krampfhaft an der Auseinandersetzung fest.

Ben, die 700 Euro sind in den Ozean gefallen, hake das ab. Kontakt abbrechen und der Zukunft zuwenden.

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