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Insolvenz: Muss man auf das Gehalt verzichten?
Corbis

Steuert eine Firma in die Pleite, ist das für die Mitarbeiter ein Schock. Ihre Arbeitsplätze sind in Gefahr, ihre Löhne ebenso. Wenn aus Arbeitnehmern Gläubiger werden: ein Überblick über die wichtigsten Regelungen.

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erzrotti 01.03.2016, 06:43
1. Eine Insolvenz

ist für alle schlecht, außer für den Insolvenzverwalter...!
Leider gibt es auch Firmeninhaber, die eine Insolvenz bewusst in Kauf nehmen.
Und vielleicht haben diese das auch geplant und sich Vermögenswerte beiseite geschafft, mit denen sie eigentlich die erbrachten Leistungen ihrer Arbeitnehmer bezahlen müssten!
Und in ihrer Gier vergessen dann auch viele die Arbeitnehmeranteile bei den Sozialabgaben zu entrichten!
Hier könnten sich meiner Meinung nach die betrogenen Arbeitnehmer mit Strafanzeigen revanchieren...

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Zauderer 01.03.2016, 07:18
2. Insolvenzverwalter

Meine Erfahrungen mit (zugegeben nur einem) Insolvenzverwalter beschränken sich darauf, dass zwar mit einiger Vehemenz versucht wird, Geld von Schuldnern einzutreiben, durchaus auch mit nicht nicht ganz lauteren Mitteln. Dass es dabei aber offenbar weniger darum geht, etwas für die Gläubiger herauszuholen, als schlicht den eigenen Verdienst an der Insolvenz zu erhöhen. Inkl. Mitteilen von Unwahrheiten bei der Gläubigerversammlung. Bestimmt nur ein schwarzes Schaf.

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Bassment 01.03.2016, 08:00
3. Weiteres Urteil

Ich kann mich dunkel an ein Urteil erinnern, in welchem ein Arbeitnehmer die gezahlten Löhne zurückerstatten musste, da er gewusst haben muss, dass das Unternehmen in die Insolvenz schlittert.
Dem Mitarbeiter wurden Löhne ausbezahlt, obwohl das Unternehmen nicht mehr zahlungsfähig war.
Der Insolvenzverwalter konnte den Arbeitnehmer somit als Schuldner klassifizieren und von ihm die Löhne zurückverlangen.

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WwdW 01.03.2016, 08:08
4. Ist das wirklich korrekt?

Zitat: " Das Risiko ist hoch. Denn Lohnforderungen, die bereits vor Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bestanden, werden zur sogenannten Insolvenztabelle angemeldet. Arbeitnehmer werden somit zu Insolvenzgläubigern und sind weder besser- noch schlechtergestellt als andere Gläubiger, wie etwa Lieferanten oder Kunden des Unternehmens."

Meiner Kenntnis nach werden in Dtld. Gehaltszahlungen vorranging vor den restlichen Gläubigern gehandhabt. Aber ich kann mich auch täuschen.

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derschnaufer 01.03.2016, 09:19
5.

Wenn alle anderen auch auf die Verbindlichkeiten verzichten.
Dann wäre es nicht weiter tragisch.
Kann mir aber schwerlich vorstellen dass die Bank mir auch nur eine Räte erlassen oder schenken würde.

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SpitzensteuersatzZahler 01.03.2016, 09:36
6.

Zitat von WwdW
Zitat: " Das Risiko ist hoch. Denn Lohnforderungen, die bereits vor Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bestanden, werden zur sogenannten Insolvenztabelle angemeldet. Arbeitnehmer werden somit zu Insolvenzgläubigern und sind weder besser- noch schlechtergestellt als andere Gläubiger, wie etwa Lieferanten oder Kunden des Unternehmens." Meiner Kenntnis nach werden in Dtld. Gehaltszahlungen vorranging vor den restlichen Gläubigern gehandhabt. Aber ich kann mich auch täuschen.
In unserem Land können Sie sich auf jeden Fall drauf verlassen, dass alles was dem Staat oder Sozialkassen zusteht, vorrangig bedient werden muss. Wie es sich mit Löhnen und Gehältern verhält, weiß ich leider nicht - aber ich kann mir die Reihenfolge vorstellen.

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notbehelf 01.03.2016, 10:18
7. Selten

Zitat von Bassment
Ich kann mich dunkel an ein Urteil erinnern, in welchem ein Arbeitnehmer die gezahlten Löhne zurückerstatten musste, da er gewusst haben muss, dass das Unternehmen in die Insolvenz schlittert. Dem Mitarbeiter wurden Löhne ausbezahlt, obwohl das Unternehmen nicht mehr zahlungsfähig war. Der Insolvenzverwalter konnte den Arbeitnehmer somit als Schuldner klassifizieren und von ihm die Löhne zurückverlangen.
Eine Anfechtung kommt nach § 130 InsO in Betracht, wenn der Arbeitnehmer in den letzten drei Monaten vor dem Insolvenzantrag sein Gehalt erhalten hat, der Arbeitgeber zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits zahlungsunfähig war und der Arbeitnehmer dies ZWEIFELLOS wusste. Also so gut wie nie.

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kettensprenger 01.03.2016, 11:47
8. Was tun, wenn ohne Insolvenz Gehalt ausbleibt?

Was kann ein Arbeitnehmer tun, wenn der Chef kein Gehalt zahlt, er auf vorübergehende Probleme verweist und er seine Mitarbeiter drängt, auf das Gehalt zu warten, damit die Insolvenz vermieden werden kann - und die Angestellten keinen neuen Job finden und die einzige Hoffnung der Erhalt des jetzigen Arbeitsplatzes ist?

Da kann man wohl kaum einen Insolvenzantrag stellen. Zum Arbeitsamt gehen und die Situation schildern? Womöglich beschleunigt das nur die Insolvenz.

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wauz 01.03.2016, 16:44
9. Wer nicht zahlen kann

Zitat von kettensprenger
Was kann ein Arbeitnehmer tun, wenn der Chef kein Gehalt zahlt, er auf vorübergehende Probleme verweist und er seine Mitarbeiter drängt, auf das Gehalt zu warten, damit die Insolvenz vermieden werden kann - und die Angestellten keinen neuen Job finden und die einzige Hoffnung der Erhalt des jetzigen Arbeitsplatzes ist? Da kann man wohl kaum einen Insolvenzantrag stellen. Zum Arbeitsamt gehen und die Situation schildern? Womöglich beschleunigt das nur die Insolvenz.
ist insolvent.
Das Handelsgesetzbuch verlangt von jedem Kaufmann/Unternehmen, Verbindlichkeiten "jederzeit" begleichen zu können. Wenn also ein AG die Löhne nicht zahlen kann, ist er pleite. Und das ist sogar eine Straftat, wenn in so einem Fall keine Insolvenz angemeldet wird.
Im Prinzip kann jeder Gläubiger, auch Lohnempfänger, einen Konkursantrag stellen. Allerdings sollte man sich vor so einem Schritt gut beraten lassen, denn nach so einem Antrag scheiden sich in jedem Fall die Wege.

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