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Jobchancen für Frauen und Männer: Noch 217 Jahre bis zur Gleichberechtigung
DPA

Gleiche Rechte für Frauen und Männer weltweit - bisher konnte das Weltwirtschaftsforum hier immer Fortschritte melden. Doch in diesem Jahr verschlechtert sich die Lage. Auch in Deutschland.

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mazzmazz 03.11.2017, 05:30
20. Langweilig

Man kann versuchen, durch Wiederholung seiner Argumente die Meinungshoheit zu gewinnen. Die Gefahr dabei ist jedoch, diejenigen die man überzeugen möchte, zu nerven und somit seiner Sache zu schaden.
Das "Gegendere" nervt sogar Männer wie mich, die für gleiche Rechte und Pflichten sind.
Das Cherrypicking der Frauen spürten wir Männer schon in den 80er/90ern, als die Wehrpflicht für Jungs und die Bevorzugung von Mädchen in Schulen und Hochschulen schon mit den wildesten Argumenten verteidigt wurden. Nun wollen alle Manager sein und die Bewerberinnen können es sich über Quoten und Diskriminierungsklagen leichter machen.
Zur Frage ob ich lieber eine Frau wäre? Ich hätte gerne meine nächste Inkarnation als Frau. ich würde es mir mit einem wohlhabenden Mann bequem machen, die Kinder hüten, ein AuPair (potthässlich) anstellen und es mir ohne den alltäglichen Druck und Kampf bzgl. Versorgung der Familie bequem machen. Mit Sicherheit würde ich nicht darum kämpfen, mir die Probleme der Männer aufhalsen zu müssen. Denn ich wäre eine schlaue Frau.
Dass das Cherrypicking heute weiter geht sieht man deutlich bei der Diskussion um Gleichheit im Job. Es geht nur um Genderpaygap und Aufstiegschancen bei guten Jobs. Um das Recht, Kanalarbeiterin bei der Stadt oder Bierabfüllanlagenservicetechnikerin bei Krones werden zu dürfen, habe ich noch keine Frau kämpfen sehen. Dabei gibt es das Genderpaygab nicht (Tarifverträge, verschiedene Ausbildungen, Erfahrungen) und Aufstiegschancen schwinden nun einmal, wenn man 6 Jahre wegen Kindern aussteigt.
Was wir wirklich brauchen, sind bessere Chancen für Familien, sich finanziell zu sichern. Hier wäre zuerst eine bessere Kinderbetreuung wichtig. Von 2 bis 16 Jahren. Nicht eine KiTa nur für Kindergartenkinder. Dann könnten die Frauen sich am Unterhalt der Familie spürbar beteiligen und nicht irgendwelche 18,75h - Jobs im Marketing machen, die natürlich unbefriedigend sind für Frauen, die vor den Kindern einen guten Job hatten.
Was wir sicherlich heute nicht mehr brauchen ist das skandinavische Amazonentum als für D erstrebenswert anzusehen. Mit 20 waren Schwedinnen für mich ein Traum. Heute mit mitte 40 sind sie ein Albtraum. Diskriminierung der Männer auf allen Ebenen und sobald einer dies ausspricht, ist er ein Paria. Lauter TZ-Abteilungsleiterinnen, die wegen ihrer Doppelbelastung nichts mehr fertig kriegen, sich aber für die größten halten. Doppelbelastete Männer, die gar nicht mehr wissen was sie eigentlich tun (und nicht tun) sollen und darüber anfangen zu saufen. Super...
Wie gut, dass die große Mehrheit der Frauen in D sich gar nicht wegen ihres Geschlechtes diskriminiert fühlt, sondern eher eine Ungleichbehandlung zwischen Privilegierten (Beamte, Politiker) und Nicht-Privilegierten (der große Rest) erkennt, insbes. bei flexiblen Arbeitszeiten, Kinderbetreuung und Altersversorgung.
Dies sind die Punkte, die wir diskutieren müssen. Nicht die Befindlichkeiten von ein paar wenigen mit dem wirklichen Leben überforderten Prizessinnen, die eine Entschuldigung für ihre Lebenssituation suchen und diese leicht bei der heute nicht mehr vorhandenen Diskriminierung durch Männer finden.

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notbehelf 03.11.2017, 05:58
21. Typisch

Absolut typisch, dass sich hier wieder fast ausnahmslos Herren ereifern und widerlegen wollen, was nunmal Fakt ist: rechtlich mag es keinen Unterschied geben, Frauen werden aber oft immer noch benachteiligt.

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neurobi 03.11.2017, 08:49
22.

Zitat von mazzmazz
Man kann versuchen, durch Wiederholung seiner Argumente die Meinungshoheit zu gewinnen. Die Gefahr dabei ist jedoch, diejenigen die man überzeugen möchte, zu nerven und somit seiner Sache zu schaden. Das "Gegendere" nervt sogar Männer wie mich, die für gleiche Rechte und Pflichten sind. Das Cherrypicking der Frauen spürten wir Männer schon in den 80er/90ern, ...
Das ich ihnen mal vollumfänglich zustimme liegt wohl daran, dass es hier nicht um Autos geht ;-)

Rechtlich sind Männer heute schon benachteiligt, also nicht gleichberechtigt.
Und die Gerichte stützen das auch noch, denn selbst wenn das Gesetz Frauen nicht bevorzugt tun es diese meistens.
Egal ob im Sorgerrecht oder bei der informellen Selbstbestimmung.

Warum gerade im politischen Bereich Deutschland so schlecht abscheidet ist mir schleierhaft.
Wir haben eine Bundeskanzlerin, mehrere Ministerpräsidentinen in den Ländern, eine Verteidigungs-, Wirtschafts- und an andere ministerinen. Und selbst der aktuelle Bundestag gibt das Verhältnis der Geschlechter entsprechend der Mitgliedschaft in den Parteien wieder.

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neurobi 03.11.2017, 08:57
23.

Zitat von Sibylle1969
Dann würde ich jeden von diesen gerne mal fragen - und hoffentlich eine ehrliche Antwort bekommen - ob sie denn lieber eine Frau wären oder ein Mann. Denn wenn das Mannsein ja so schrecklich wäre und man als Mann ja hierzulande doch so sehr diskriminiert würde, dann müssten doch ganz, ganz viele Männer antworten, dass sie lieber als Frau zur Welt gekommen wären.
Ich denke davon gibt es viele. Zumindest glauben viele, dass das Leben als Frau einfacher ist.

Aber wie sieht es andersherum aus, wären sie gern als Mann auf die Welt gekommen?
Ich glaube viele Frauen würden sich wundern, wenn sie die Welt mal aus männlicher Sicht erleben dürften. Das wäre sicher für viele ein heilsamer Schock.

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MtSchiara 03.11.2017, 10:14
24. es gibt in Deutschland keine absolute Gleichberechtigung

Zitat von Chris_7
Wir haben in Deutschland die absolute Gleichberechtigung. Steht im GG. Schon lange. Damit ist der rechtliche! unterschied und damit die Gleichberechtigung erreicht.
Steht zwar im Grundgesetz, aber die tatsächlich verabschiedeten Gesetze sind nicht immer grundgesetzkonform und somit geschlechtsneutral, sondern begünstigen an manchen Stellen die Frauen:

1) weiblicher Exhibitionismus (gibt es durchaus) ist eine Ordnungswidrigkeit, männlicher eine Straftat
2) Mädchen sind rechtlich vor Beschneidung ohne eigene Zustimmung geschützt, Jungen nicht
3) als Verantwortliche für Gleichberechtigungsfragen darf nur eine Frau gewählt werden
4) Quoten gelten nicht geschlechtsunabhängig, sondern nur für Frauen
5) Mütter erhalten bei ihren eigenen Kindern immer automatisch das Sorgerecht, Väter nicht
6) ...

Auf rein gesetzlicher Ebene gilt nicht immer die Gleichberechtigung, sondern Frauen werden bevorteilt.

In dem Spiegel-Artikel geht es aber nicht um Gleichberechtigung, sondern um Gleichstellung, also Ergebnisgleichheit. Gleichberechtigung und Gleichstellung sind zwei Ziele, die im Zielkonflikt zueinander stehen und nicht gleichzeitig verwirklicht werden können.

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MtSchiara 03.11.2017, 10:20
25. es gibt in Deutschland keine absolute Gleichberechtigung

Zitat von Chris_7
Wir haben in Deutschland die absolute Gleichberechtigung. Steht im GG. Schon lange. Damit ist der rechtliche! unterschied und damit die Gleichberechtigung erreicht.
Steht zwar im Grundgesetz, aber die tatsächlich verabschiedeten Gesetze sind nicht immer grundgesetzkonform und somit geschlechtsneutral, sondern begünstigen an manchen Stellen die Frauen:

1) weiblicher Exhibitionismus (gibt es durchaus) ist eine Ordnungswidrigkeit, männlicher eine Straftat
2) Mädchen sind rechtlich vor Beschneidung ohne eigene Zustimmung geschützt, Jungen nicht
3) als Verantwortliche für Gleichberechtigungsfragen darf nur eine Frau gewählt werden
4) Quoten gelten nicht geschlechtsunabhängig, sondern nur für Frauen
5) Mütter erhalten bei ihren eigenen Kindern immer automatisch das Sorgerecht, Väter nicht
6) ...

Auf rein gesetzlicher Ebene gilt nicht immer die Gleichberechtigung, sondern Frauen werden bevorteilt.

In dem Spiegel-Artikel geht es aber nicht um Gleichberechtigung, sondern um Gleichstellung, also Ergebnisgleichheit. Gleichberechtigung und Gleichstellung sind zwei Ziele, die im Zielkonflikt zueinander stehen und nicht gleichzeitig verwirklicht werden können.

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MtSchiara 03.11.2017, 10:31
26. es gibt in Deutschland keine absolute Gleichberechtigung

Zitat von Chris_7
Wir haben in Deutschland die absolute Gleichberechtigung. Steht im GG. Schon lange. Damit ist der rechtliche! unterschied und damit die Gleichberechtigung erreicht.
Steht zwar im Grundgesetz, aber die tatsächlich verabschiedeten Gesetze sind nicht immer grundgesetzkonform und somit geschlechtsneutral, sondern begünstigen an manchen Stellen die Frauen:

1) weiblicher Exhibitionismus (gibt es durchaus) ist eine Ordnungswidrigkeit, männlicher eine Straftat
2) Mädchen sind rechtlich vor Beschneidung ohne eigene Zustimmung geschützt, Jungen nicht
3) als Verantwortliche für Gleichberechtigungsfragen darf nur eine Frau gewählt werden
4) Quoten gelten nicht geschlechtsunabhängig, sondern nur für Frauen
5) Mütter erhalten bei ihren eigenen Kindern immer automatisch das Sorgerecht, Väter nicht
6) ...

Auf rein gesetzlicher Ebene gilt nicht immer die Gleichberechtigung, sondern Frauen werden bevorteilt.

In dem Spiegel-Artikel geht es aber nicht um Gleichberechtigung, sondern um Gleichstellung, also Ergebnisgleichheit. Gleichberechtigung und Gleichstellung sind zwei Ziele, die im Zielkonflikt zueinander stehen und nicht gleichzeitig verwirklicht werden können.

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murksdoc 03.11.2017, 10:35
27. Nation of Losers?

Da haben wir (Platz 15) zum Beispiel gegenüber Ruanda (Platz 4) noch einiges aufzuholen. Ruanda hat nämlich beim Einkommensgleichheitsindex (0,82) einen höheren Wert als wir (Ruanda: 1600 US Dollar jährliches Nettoeinkommen für die Männer gegen 1172 US Dollar für Frauen: 0.82, bei uns 60 000 US$ gegen 40 000 US Dollar: 0,6) und der Gleichheitsindex für die Lebenserwartung, der in Ruanda bei 60/40 Jahren zugunsten der Frauen bei 1,26, bei uns bei 70 Jahren für Männer und 72 Jahren für die Frauen nur bei 1,08 liegt, ist auch höher. Dafür liegt die "Regierungsbeteiligung der Frauen" in Ruanda bei ungefähr dem Wert 10, bei uns rangiert das unter "ferner liefen" irgendwo bei 0,3. Das ergibt dann in der Summe den guten Platz von Ruanda. Abgesehen davon, dass sich allein daraus die Sinnlosigkeit solcher Indizes bzw. ihrer Berechnung ergibt, ist dieser, wenn er die "Regierungsbeteiligung von Frauen in gewählte politische Ämter der letzten 50 Jahre" als Maßstab nimmt, schlichtweg falsch. In vielen der angegebenen Länder wurde nämlich in den letzten 50 Jahren vorübergehend überhaupt nicht gewählt, in manchen wird es immer noch nicht. Und in totalitären Staaten ist es egal, welches Geschlecht an der Macht ist: der Rest, Männer wie Frauen, sind einfach nur Zuschauer. Zudem können diese Zahlen auch von Gegnern der Gleichstellung missbraucht werden: der Vergleich Deutschland/Ruanda könnte nämlich auch bedeuten, dass ein bisschen Ungleichheit gut für die Produktivität ist.

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unimog_andi 03.11.2017, 10:42
28. Hmmmm "Ruandas Vorbildfunktion":

Diese hier etwa?
"Ruanda steht international in der Kritik wegen mangelnder Pressefreiheit, Unterdrückung der Opposition, Manipulation von Wahlen sowie der Destabilisierung des Ostkongo"
oder diese:
"Die Gerichte erfüllen nach AI-Einschätzung keine internationalen Standards für faire Gerichtsverfahren"
oder diese:
"Die Regierung ist sexuellen Minderheiten gegenüber nach wie vor ablehnend eingestellt und droht, diese Ablehnung sogar noch zu verschärfen. Homosexuelle können aufgrund der „Moralgesetze“ im Strafgesetzbuch zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden und sind permanenten Repressalien und Einschüchterungen ausgesetzt."
https://de.wikipedia.org/...

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irgendeinleser 03.11.2017, 10:50
29.

Zitat von Sibylle1969
Denn wenn das Mannsein ja so schrecklich wäre und man als Mann ja hierzulande doch so sehr diskriminiert würde, dann müssten doch ganz, ganz viele Männer antworten, dass sie lieber als Frau zur Welt gekommen wären.
Ich glaube nicht, dass die Antworten auf die Frage sonderlich relevant sind. Da spielen noch zu viele emotionale Faktoren eine Rolle. So sind, vermutlich biologisch angelegt, die meisten Menschen "stolz" ihren Geschlecht anzugehören, Männer wie Frauen.

Analog zu der Fragestellung möchte ich auf gar keinen Fall mit einen Spitzenmanager, Fussballnationalspieler, Schönheitschirurg, Zahnarzt oder saudischen Prinzen tauschen, obwohl ich diese mir gegenüber nicht für sozial benachteiligt halte.

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