Forum: Karriere
Karriere mit Knick: Im falschen Job
Ivo Berg/ crazy-ivory.de

Hans Geberts Körper sträubte sich gegen die Arbeit. Paula Heitmann ertrug ihren Job nicht. Johannes Kloss hatte einen Fehlstart ins Berufsleben. Sechs Geschichten von Menschen, die sich für eine Kehrtwende entschieden.

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exil-berliner 29.01.2015, 09:45
1. Berufliche Selektion bereits nach der Grundschule

Was aus einem Kind wird entscheidet sich schon mit der Versetzung aus der Grundschule entweder in die Haupt- Realschule oder das Gymnasium.

In der 10. Klasse als ich mit 16 die mittlere Reife machte war das Arbeitsamt in Form der "Berufsberatung" Stammgast in der Klasse.

Aus heutiger Sicht sollten wir dazu "gesteuert" werden, kein Abitur nachzumachen sondern schön brav eine berufliche Ausbildung beginnen. Meine Entscheidung viel auf Koch und wie in dem Artikel beschrieben hatte ich nach einem 1/2 Jahr eine wachsenden Hass auf den Joballtag und die Aufgaben entwickelt. Aber die Ausbildung abbrechen, nein da hörte man auf seine Eltern - besser eine Lehre zu Ende machen als Abbruch. Aus heutiger Sicht Quatsch, denn ich werde heute noch 15 Jahre später in meinem Lebenslauf oft gefragt "wieso haben Sie denn Koch gelernt? Was hat das mit IT zu tun?"

Was ich damit sagen möchte, wenn man eine Lehre durchzieht die einem nicht mehr gefällt sollte man nicht erwarten das Personaler das einem später anrechnen! Vor jedem Praktikum hat die HR Abteilung scheinbar mehr Respekt als von einer Lehre im Handwerk etc. gepaart mit einem späteren beruflichen kompletten Kursschwenk auf wie in meinem Fall die IT.

Heute bin ich SAP Berater aber die kreative Verwirklichung mit den eigenen Talenten z.B. Webdesign und Grafik ist das auch nicht.

Junge Menschen muss man erklären, dass die eigenen Neigungen nicht immer für die Beruf Auswahl von Wert sind. Es ist immer ein Spagat zwischen was wird aktuell a m Arbeitsmarkt gefragt (mit was kann man Geld verdienen) und die persönlichen Talente sind evtl. beruflich gar nicht dazu geeignet für den Lebensunterhalt "GELD zu verdienen".

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D_v_T 29.01.2015, 10:29
2.

Mein Respekt gilt dem Bäckermeister, der, anstatt die Flinte ins Korn zu werfen, alles getan hat, um weiter als Bäcker zu arbeiten.
Von den Ergebnissen profitieren auch andere.

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hondje 29.01.2015, 10:29
3. Karriere mit knick

Lasst euch nicht durch die Deutsche Sklaven Treiber Kaputt machen weil wenn ihr nicht mehr könnt werdet ihr alle abgeschoben in h.4.

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Georg-W. Moeller 29.01.2015, 10:39
4. Im falschen Job

vielleicht ist das Beispiel mit der Fleischbeschau für den Leser erschreckend. Erschreckend, weil Ekel und Angst mit im Spiel sind. " Igitt" höre ich es landauf- landab vor den PCs brabbeln, selbst wenn jeder weiß, dass Schlachten nun mal so geht. Entscheidend ist doch aber die Botschaft: "bin ich denn überhaupt in meinem Job richtig"? Wie viele unglückliche, unzufriedene deutsche Menschen laufen tagein tagaus zu ihren Arbeitsplätzen und halten aus. Frust hat sie längst gelähmt und entscheidungstaub gemacht. Schäden an Körper, Geist und Seele höhlen den Betroffenen aus. Die Arbeitgeber, denen es übrigens häufig genauso geht, beklagen zig-Milliarden Euro Wertschöpfungsverluste jedes Jahr. Keiner tut was! Deswegen ist dieser Artikel so gut! Jeder prüfe sich, ob nicht längst ein innerer Ekel vor der jeweiligen Tätigkeit "auf der Zunge" liegt. Es ist Zeit zu handeln. Es ist nie zu spät. Arbeit soll und muss auf Dauer Freude und Erfüllung bringen. Ich rede nicht von "Alice im Wunderland", "rosarote Brille". Nein: der Alltag ist grau genug, als dass wir Menschen unser Arbeitsleben in Frust und Starre verbringen sollten: Der erste Schritt: Bewusstmachen: bin ich richtig in meinem Job? Will ich das die nächsten X-Jahre noch mit Freude weitermachen? Habe ich eine Vision von meiner beruflichen Zukunft? Wenn nein: die Veränderungsarbeit kann, ich korrigiere, muss beginnen! Es gibt ausgesprochen gute Persönlichkeitstests im Netz. Schauen, was ergibt ein solcher Test für Optionen! Das Netz wimmelt von Karriere Caoches. Daher ist sicherlich Achtsamkeit bei der Auswahl dieser Begleiter gesucht. Aber es gibt auch ganz tolle Menschen in dieser Spezies, die es verstehen, mit Ihnen, der unzufrieden ist und sich verändern will, neue Optionen zu erarbeiten. Sie haben es sich verdient!

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abby_thur 29.01.2015, 10:39
5. Respekt.

Zitat von D_v_T
Mein Respekt gilt dem Bäckermeister, der, anstatt die Flinte ins Korn zu werfen, alles getan hat, um weiter als Bäcker zu arbeiten. Von den Ergebnissen profitieren auch andere.
Genau das dachte ich mir auch- ganz großen Respekt an den Herrn.
Das wird sicherlich auch ein Arbeitgeber sein, der auf Gesundheitsvorsorge seiner Mitarbeiter achtet.
Ich wünschte es gäbe mehr davon.

Die Versicherungskauffrau im Call-Center tut mir richtig leid. Den Aufstieg wirds wohl nicht mehr geben. Sie hätte sich selbständig machen müssen, dann wäre es eventuell gegangen.

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hondje 29.01.2015, 10:56
6.

Zitat von Georg-W. Moeller
vielleicht ist das Beispiel mit der Fleischbeschau für den Leser erschreckend. Erschreckend, weil Ekel und Angst mit im Spiel sind. " Igitt" höre ich es landauf- landab vor den PCs brabbeln, selbst wenn jeder weiß, dass Schlachten nun mal so geht. Entscheidend ist doch aber die Botschaft: "bin ich denn überhaupt in meinem Job richtig"? Wie viele unglückliche, unzufriedene deutsche Menschen laufen tagein tagaus zu ihren Arbeitsplätzen und halten aus. Frust hat sie längst gelähmt und entscheidungstaub gemacht. Schäden an Körper, Geist und Seele höhlen den Betroffenen aus. Die Arbeitgeber, denen es übrigens häufig genauso geht, beklagen zig-Milliarden Euro Wertschöpfungsverluste jedes Jahr. Keiner tut was! Deswegen ist dieser Artikel so gut! Jeder prüfe sich, ob nicht längst ein innerer Ekel vor der jeweiligen Tätigkeit "auf der Zunge" liegt. Es ist Zeit zu handeln. Es ist nie zu spät. Arbeit soll und muss auf Dauer Freude und Erfüllung bringen. Ich rede nicht von "Alice im Wunderland", "rosarote Brille". Nein: der Alltag ist grau genug, als dass wir Menschen unser Arbeitsleben in Frust und Starre verbringen sollten: Der erste Schritt: Bewusstmachen: bin ich richtig in meinem Job? Will ich das die nächsten X-Jahre noch mit Freude weitermachen? Habe ich eine Vision von meiner beruflichen Zukunft? Wenn nein: die Veränderungsarbeit kann, ich korrigiere, muss beginnen! Es gibt ausgesprochen gute Persönlichkeitstests im Netz. Schauen, was ergibt ein solcher Test für Optionen! Das Netz wimmelt von Karriere Caoches. Daher ist sicherlich Achtsamkeit bei der Auswahl dieser Begleiter gesucht. Aber es gibt auch ganz tolle Menschen in dieser Spezies, die es verstehen, mit Ihnen, der unzufrieden ist und sich verändern will, neue Optionen zu erarbeiten. Sie haben es sich verdient!
Ich laufe nicht mehr Täglich zu meinen Job ich Arbeite etwas nebenbei und komme gut über die runde und ohne Stress es gebe noch genug Arbeitgeber die so in der Hand zahlen ohne Stress.

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blackpride 29.01.2015, 11:11
7. Ich kann es auch kaum glauben

Menschen haben in der Tat Vorlieben und Interessen?

Und wenn man sie von Kindesbeinen an durchökonomisiert, stromlinienförmig aufbaut und auf beruflichen Erfolg trimmt, gemessen an der Oberklasse und gesellschaftliche Anerkennung, brechen sie vielleicht irgendwann aus?

MINT muss es sein, und vielleicht noch Jura und BWL; das eine bietet Reputation das andere Aussicht auf den fett bezahlten "Managerjob". Wie kann man es wagen, sich für Kunst, Kultur, Geschichte, Soziologie oder Philosophie zu interessieren. Land der Dichter und Denker, das heißt heute MINT, Jura und BWL.

Wir haben die Gesellschaft in eine Tretmühle, ein Hamsterrad umgewandelt; das Leben ist vollkommen durchökonomisiert. Nur wer viel Geld hat oder hohe gesellschaftliche Anerkennung (die es natürlich nur für MINT, Jura und BWL gibt) ist "erfolgreich".

Wenn man Mama und Papa heute sagt, man möchte Linguistik studieren, Soziologie, Kunst - da fangen die glatt an zu weinen. Das Kind ist für immer verloren.

Selbstverwirklichung ist heute kein Wert mehr. Man muss Geld haben oder Ansehen.

Grauenhafte Gesellschaft ist das!

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ianmcduff 29.01.2015, 11:15
8. Hobby zum Beruf machen

Das ist zwar für sehr viele nicht möglich, aber prinzipell stellt man ja schon recht früh fest, was einem spaß macht bzw womit man sich Hobbymäßig beschäftigt. Oft gibt es in diese Richtung dann auch Berufe in die man gehen kann. Somit schafft man es auch die Passion mitzubringen die dann auch zum Erfolg führt. Das gilt nicht für alle, aber bei mir hat es geklappt :)

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thomweb 29.01.2015, 11:40
9. Mut zum Risiko!

Ich habe die meisten der Lebensläufe durchgelesen. Am meisten angetan hat es mir die 47-jährige Versicherungskauffrau, die es aus Köln nach München geschafft hat und nun ihren Traumjob verloren sieht.
Ich bin 3 Jahre älter. Vor 16 Jahren bin ich aus dem Städtebau in die Internetprogrammierung gewechselt. Vor 6 Monaten stand bei mir die Entscheidung an: In der Firma bleiben, dumm werden und den Anschluss an die Entwicklungen noch weiter verlieren, den Terror gegen die Kollegen weiter ignorieren, nur Dosenfraß fressen, jeden Tag 4 Stunden KVB oder doch etwas Sinnvolles tun?
Ich habe mich für das Sinnvolle entschieden. Nun bin ich seit 5 Monaten arbeitslos, programmiere endlich wieder auf der Höhe der Zeit für Internetprojekte und bin dabei, die Lücke der letzten Programmierumgebung zu schließen. Zum ersten Mal in meinem Leben kann ich nun unter zahlreichen Angeboten auswählen, und der Prozess ist von beiden Seiten nicht leicht.
Manchmal muss man im Leben Risiken eingehen. Ich habe lange genug Hass- und Wutattacken gehabt, ausgelöst durch das Unternehmen, in dem ich 13 Jahre lang tätig war, und durch die negativen Veränderungen und Geringschätzung, die uns dummem Dreckspack arbeitsfauler Nichtskönner (Sichtweise der Geschäftsführung) jeden Tag in die Ohren gebrüllt wurden. Ich war noch wenig betroffen, der GF war 8 Meter entfernt, ich habe ich mehr als einmal zusammengeschissen. Die Kündigung war dann nur Ausdruck extremer Unzufriedenheit.
Ich kenne genug Leute, die den Kopf einziehen, lieber Trinken, Frau und Kinder verprügeln und Prostituierte schlachten. Ich kämpfe lieber.
Nun hat das Leben wieder Farben und Perspektiven. Und ich habe keine Angst mehr vor der Zukunft.

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