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Koalitionsvertrag: Bundesministerien vergeben selbst viele befristete Verträge
DPA

Union und SPD wollen sachgrundlos befristete Arbeitsverträge bekämpfen. Von der geplanten Neuregelung wären auch viele Ministerien betroffen - allen voran das Sozialministerium.

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M. Michaelis 14.02.2018, 14:18
1.

Ist ja leider sehr oft so. Die Politik wirft der Wirtschaft Praktiken vor die von staatlichen Institutionen und Parteien oft sogar noch schlimmer praktiziert werden.
Das ist an Scheinheiligkeit kaum noch zu überbieten.
Es wäre einfach. Erst mal im eigenen Laden die Missstände erfolgreich abschaffen und dann Forderungen stellen.

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Working Poor 14.02.2018, 14:41
2. Guten Morgen!

Schön, dass DER SPIEGEL auch endlich mal über das Thema berichtet.

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crazy_swayze 14.02.2018, 14:48
3.

Zitat von M. Michaelis
Ist ja leider sehr oft so. Die Politik wirft der Wirtschaft Praktiken vor die von staatlichen Institutionen und Parteien oft sogar noch schlimmer praktiziert werden. Das ist an Scheinheiligkeit kaum noch zu überbieten. Es wäre einfach. Erst mal im eigenen Laden die Missstände erfolgreich abschaffen und dann Forderungen stellen.
Die FDP-Abgeordnete hat die Regierung dazu gebracht, selbst zu begründen, warum die sachgrundlose Befristung in den Ministerien verwendet wird.
Sie hat also die Ministerien dazu gebracht, zu sagen, dies sei kein Missstand, sondern eine zusätzliche Chance für Jobeinsteiger.
Ich sehe es ähnlich.
Wenn ich schon keinen unbefristeten Vertrag bekomme, dann habe ich zumindest eine Ausbildung oder einen Job in der Vita, der mich weiterbringt.
Die FDP-Abgeordnete entlarvt diese Forderung also als billige Polemik.

Wenn nun aufgrund einer Neuregelung gerade die Einsteiger leiden, weil sie gar nicht mehr befristet eingestellt oder ausgebildet werden, dann resultiert daraus ein negativer Effekt für die deutschen Bürger.

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muekno 14.02.2018, 14:57
4. Nicht nur die Bundesregierung

Auch in Ländern und Kommunen wird mit befristeten Verträgen Kasse gemacht. Wobei die SPD die größte Schul daran hat, wie bei vielen. Die Masse an befristeten Verträgen ist doch unter SPD Regierung Schröder eingeführt word, genauso wie Hartz IV oder das erlauben von Hedgefonds unter Eichel (SPD) Die so Kostenintensiven privaten Beteiligungen an öffentlich Projekten bzw. das private Erstellen von öffentlich Straßen und Autobahnen und gegen Mautgebühren vermieten an den Bund, nichts wie Zuzahlgeschäfte, Ideen der SPD usw.
Dies SPD kann nur Geld ausgeben, meist unsinnig und wenn das geld nicht reich Steuern rauf. Sozial ist das sicher am sozialsten für die Parteibonzen, den Begriff kenne ich komischerweise auch nur im Zusammenhang mit der SPD.

Alles was man jetzt ändern will hat man selbst zu verantworten und hätte es die letzten 8 Jahre in der Regierung längst ändern können und kommt jetzt nich die Union hätte das immer blockiert.

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Ulipol 14.02.2018, 16:24
5. Ausgerechnet die Bundesagentur für Arbeit

stellt fast nur befristet ein. Hier könnte die Regierung selbst Vorbild sein und gleichzeitig die Qualität der Dienstleistung durch Zuwachs an Erfahrung verbessern. Das ist aber wohl nicht gewollt.

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el__cid 14.02.2018, 16:30
6. Nicht nur das - unter Frau Nahles

und auch jetzt noch profitieren Arbeitsagentur, BAMF und JobCenter in der Weiterbildung in riesigem Umfang von Werkvertrags-ähnlichen Strukturen (viele Tausend Betroffene), mit denen der Mindestlohn unterlaufen wird. Dabei nehmen sie außerdem wissentlich in Kauf, dass fast alle in diesem Bereich tätigen abhängig beschäftigten Freiberufler seit um den ihnen gesetzlich zustehenden, bezahlten Jahresurlaub betrogen werden.

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kfp 14.02.2018, 16:31
7.

Zitat von crazy_swayze
Sie hat also die Ministerien dazu gebracht, zu sagen, dies sei kein Missstand, sondern eine zusätzliche Chance für Jobeinsteiger. Ich sehe es ähnlich. Wenn ich schon keinen unbefristeten Vertrag bekomme, dann habe ich zumindest eine Ausbildung oder einen Job in der Vita, der mich weiterbringt.
Sie können mir doch kaum erzählen, dass in Bereichen, wo mehr als die Hälfte bzw. teils sogar 98% aller neuen Stellen befristet sind, plötzlich keine Stellen mehr angeboten würden, wenn Befristungen nicht mehr möglich werden. Hier werden in massivem Stil "echte" Stellen durch prekäre ersetzt, unter dem Deckmantel, die Einstiegshürden zu senken... Dabei gibt es die Einstiegshürden ja genau durch die Befristungen: Wer jetzt in den Arbeitsmarkt einsteigt, wird mit viel Glück einige Jahre lang, mit etwas Pech lebenslang prekär beschäftigt sein...

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Hyacinth 14.02.2018, 16:41
8. Machen Sie sich doch bitte mal rundherum schlau!

Klar werden auch im öffentlichen Dienst befristete Verträge geschlossen - und zwar überwiegend dann, wenn der Stelleninhaber (meistens Mütter) sich beurlauben lassen. Es können nach dem Haushaltsrecht des Bundes und der Länder nicht einfach Stellen geschaffen werden, sondern es gibt einen Stellenplan. Und anders als früher lassen sich Mütter auch nicht mehr für 10, 15 oder 20 Jahre beurlauben oder gar entlassen, sondern überlegen sich alle 1 bis 2 Jahre neu, ob sie wieder arbeiten wollen/können. Das ist der wahre Grund, warum Vertretungskräfte manchmal jahrelang in der Luft hängen. Aber: Gibt es in den Unternehmen durchwachsene Altersstrukturen rücken in der Regel auch die am längsten befristeten Kräfte nach, sprich:.. bekommen eine Festanstellung. Die können sie zur Not auch einklagen, weil kein Arbeitgeber nach z. B. 7 Jahren noch argumentieren kann, dass er die Kraft weiter einer Art verlängerten Probezeit unterziehen müsste. Wer Schwächen zeigt, wird von uns spätestens nach einem Jahr nicht weiter verlängert - und das wird auch so kommuniziert.

Die Privatwirtschaft aber, die keinen Stellenplan kennt, könnte Vertretungskräfte gar unbefristet einstellen, wenn die zu vertretenden Kraft den Betrieb kein Geld mehr kostet. Kommt diese dann aus der Beurlaubung zurück, wird dieser Überhang durch die nächste freiwerdende Stelle kompensiert. Große Unternehmen könnten dies jedenfalls leisten, aber die fasst man ja immer mit Samthandschuhen an, damit sie ihre Steuern weiter in Deutschland entrichten.

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Spr. 14.02.2018, 16:58
9. Neoliberales Geschwätz!

Zitat von crazy_swayze
... Wenn nun aufgrund einer Neuregelung gerade die Einsteiger leiden, weil sie gar nicht mehr befristet eingestellt oder ausgebildet werden, dann resultiert daraus ein negativer Effekt für die deutschen Bürger.
Arbeit fällt entweder an und muss von einem Arbeitnehmer erledigt werden, oder eben nicht. Niemand, weder Unternehmen, noch ein Ministerium, keine Partei und kein Privathaushalt, stellt jemanden ein, der nicht gebraucht, nur weil sie grundlos befristet geht! Ebenso wird niemand eine nötige Arbeit unerledigt lassen und niemanden dafür einstellen, nur weil kein grundlos befristeter Arbeitsvertrag mehr möglich ist. Mit dieser Drohung der wegfallenden Arbeitsplätze soll nur Angst und Panik erzeugt werden, mit dem Ziel, die geplante Gesetzesänderung zu verhindern oder zumindest soweit irgend möglich zu verwässern.

Das ist wie vor der Einführung des Mindestlohns: es wird von neoliberaler Seite mit aller Macht dagegen gekämpft, um zumindest weitestgehend zu verwässern, was nicht völlig verhindert werden kann. So haben wir nun zwar einen Mindestlohn, der einen Vollzeit arbeitenden und in einer Großstadt lebenden Single nicht aus dem Hartz IV-Bezug befreit. Die von neoliberaler Seite angedrohten massenhaften Entlassungen sind dagegen vollständig ausgeblieben.

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