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Lkw-Fahrer im Stress: "Die braten ihr Kotelett auf dem Tank"
DPA

Hotel statt Kabine: Die Arbeitsbedingungen für Fernfahrer sollen besser werden. Hier beschreibt ein Rechtsanwalt, der selbst Trucker war, die bittere Realität auf Deutschlands Straßen.

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Valis 05.12.2018, 17:21
1. Schwachsinn

Das man unwürdige Arbeitsbedingungen abstellen möchte bei denjenigen die es nötig haben ist eine gute Sache.
Es gibt aber unzählige seriöse gute Spediteure die Hundertausende an Euros in die Hand genommen haben in ihre Brummiflotte mit Kabine und allem drum und dran.
Spediteure die Sonderzahlungen zahlen und und und.
Diese Kraftfahrer schlafen gerne in ihren Fahrzeugen. Dann können sie nach dem Schlafen fix duschen und dann weiter.
Wie soll das gehen mit den Hotels??? Parken auf der Raststätte und dann mit dem Taxi ins Hotel und am nächsten Morgen wieder zurück zum Brummi??
Eine ganz neue Diebstahlkriminalität wird sich auftun.
Vom Prinzip her ist ja Brummiplatz verlassen und leichte Beute.
Alles überhaupt nicht durchdacht und für mich nicht umsetzbar.

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exHotelmanager 05.12.2018, 17:22
2. Toller Anwalt!

Nicht nur in 80er-Baustellen ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit für LKW auf 80 km/h begrenzt.

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odenkirchener 05.12.2018, 17:23
3. Hm, werden. . .

. . . nicht LKW Fahrer gesucht? Oder ist das die gleiche Ente wie bei dem Arbeitskräfte-Mangel?!?

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themistokles 05.12.2018, 17:36
4.

Zitat von Valis
Wie soll das gehen mit den Hotels??? Parken auf der Raststätte und dann mit dem Taxi ins Hotel und am nächsten Morgen wieder zurück zum Brummi?? Eine ganz neue Diebstahlkriminalität wird sich auftun. Vom Prinzip her ist ja Brummiplatz verlassen und leichte Beute. Alles überhaupt nicht durchdacht und für mich nicht umsetzbar.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es gibt einige Möglichkeiten, LKWs entsprechend sicher gegen Diebstahl zu machen. Kostet halt nur Geld. Allgemein geht es aber darum, Arbeitnehmer vor Ausbeutung zu schützen. Beispiele werden im Artikel ja genug genannt. Da die Branche aber scheinbar nicht willig ist, gute Arbeitsbedingungen von sich aus zur Verfügung zu stellen, muss jetzt mal der Gesetzgeber ran.

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hegoat 05.12.2018, 17:37
5.

Die Fernfahrer sind im Grunde arme Schweine, die aufgrund der geringen Qualifikation, die für diesen Job erforderlich ist, stets von der Kündigung zugunsten von Billigkonkurrenz bedroht sind. Wenn ich dann auf der Autobahn LKW-Fahrer sehe, die im Führerhaus permanent nach unten rechts schauen (Handy oder Fernseher) oder 5 m auf den vorausfahrenden LKW auffahren, frage ich mich, wie viel Zeitdruck die von oben haben und wann sie zum letzten Mal Ruhezeit hatten. Erst recht, wenn ich in Radio dann wieder höre "... ungebremst in ein Stauende..."

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evalotta 05.12.2018, 17:57
6.

Die Leidtragenden wären die Fahrer, da sie vermutlich weniger verdienen würden. Eine weitere Folge wären die billigen Absteigen, zu übertriebenen Preisen, die an Autobahnen oder Autohöfen entstehen würden. Problematisch: Essen auf Ratshöfen ist minderwertig und zu teuer, da würde ich auch den Gaskocher bemühen. Die Schlafkabinen können sich die Fahrer selbst einrichten. Saubere komfortable Duschen und Sanitäranlagen zu vernünftigen Preisen wären sinnvoll. Ich will keinen Fernfahrer arbeitslos sehen, aber eine Verlagerung zurück auf die Schiene wäre besser. Schluss mit Just in Time Lieferungen, zurück zu Lagern. Momentan haben wir keine Autobahnen, sondern diese sind die Lagerhäuser der Wirtschaft und ausbaden müssen es alle!

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gersois 05.12.2018, 17:57
7. Frankreich

hat schon eine Regelung dass die Fahrer nicht ein ganzes Wochenende im LKW verbringen dürfen. Außerdem müssen sie den französischen Mindestlohn verdienen für die Zeit, in der sie dort unterwegs sind. Ergebnis: Die LKWs müssen möglichst am Freitag noch über die Grenze - und der Lohn wird dann außerhalb Frankreichs angepasst.

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kalsu 05.12.2018, 18:06
8. LKW Parkplätze

Wer einmal LKW-Parkplätze in Gewerbegebieten gesehen hat, kann die Kommunen verstehen, dass sie die dort nicht haben wollen. Nach jeder Nacht sieht es dort aus wie auf der Müllhalde.

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Querkopf58 05.12.2018, 18:09
9. Für deutsche Speditionen unproblematisch

ich bin selbst Inhaber eines kleinen Transportunternehmens, fahre auch selbst mit und meinee die Situation auf den Straßen zu kennen. Die meisten unserer Fahrer sind 10 Jahre und länger bei uns, d. h. wir haben den Wert unserer Mitarbeiter nicht erst jetzt erkannt. Unsere Fahrzeuge sind auf hohem technischen Niveau, d. h. Großraumkabine mit Fernseher, Mikrowelle, Kaffeemaschine und Kühlschrank. Die Fahrzeuge sind mit vielen Sicherheitsfuturs ausgestattet, so u. a. auch mit Abbiegeassistenten, die leider noch nicht Standard sind.
Leider ist die Beschreibung der Situation, so wie sie sich derzeit darstellt, nicht ganz vollständig.
Man muß erwähnen, dass große deutsche Logistikunternehmen oder auch verladende Wirtschaft eben jene sind, die die besagten osteuropäischen Unternehmen zu entsprechenden Preisen einsetzen und die deutschen Unternehmen entsprechend unter Druck setzen. Ja, mittlerweile gibt es auch Unternehmen, die mit deutschen Transportunternehmen zusammenarbeiten wollen, weil sie einfach mit den Fahrern kommunizieren wollen und Wert auf Zuverlässigkeit legen.
Auf der Straße zeigt sich die Mentalität unserer ausländischen Kollegen ständig. Da wird im Überholverbot erst einmal angesetzt zum Überholen und an einer evtl. Baustelle bis in die 2 m-Spur eingefahren bis es klappert, in anderen Bereichen wird auch 3. Spur gefahren, nur um ein paar Sekunden schneller zu sein. Und vieles mehr.
Man bekommt ja keine Punkte!
Bevor jemand auf die Idee kommt: Sieht man bei solchen Aktionen deutsche Kennzeichen, sitzt meist ein ausländischer Fahrer auf dem LKw, der es seinen Landsleuten gleichtut.
Ich bin weder rechts oder sonst irgendetwas, aber die Situation ist so und es wird nichts unternommen!
Informieren Sie sich doch einfach über die Hintergründe von Unfällen (soweit sie veröffentlicht werden), Sie werden staunen.

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