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Management trifft Mensch: Lass' niemals einen Bewerber warten
Corbis

Viele Firmen kämpfen mit üppigem Internet-Auftritt und großen Events um junge Talente. Dabei wünscht sich die Generation Y eigentlich bloß einen zuverlässigen Chef, der auch mal lobt.

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ugt 04.04.2016, 08:11
1. Ich hätte da ...

... noch ein paar Tips.

Manche Personaler benehmen wie ein mittelalterlicher Landgraf gegenüber einem Bauern. Herr Graf geruhen mit dem Bauern zu reden.
Es kommen dümmliche Fragen aus Bewerbungsbüchern, ich habe schon solche Bewerbungsgespräche schon verlassen mit dem Kommentar:" Schicken Sie mit ihre Fragen zu ich schreibe die Antworten aus dem Buch ab."
Oder die beste Frage: " sind Sie käuflich? ", Antwort, klar bin ich das, ich verkaufe meine Arbeitsleistung, wenn sie aber bestechlich meinten, dass bin ich nicht.

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Frida_Gold 04.04.2016, 08:17
2.

Ein toller Chef oder eine tolle Chefin ist wichtiger als ein tolles Gehalt. Wenn dann noch nette Kollegen dazu kommen, sollte man auf Leute, die sagen "du kannst du mehr, willst du nicht vorankommen" nicht hören, sondern bleiben, wo man ist. Die Chance, dass man das nochmal bekommt, ist sehr gering, und kein Geld der Welt wiegt schlechte Chefs und unfreundliche Kollegen wieder auf.

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trackingerror 04.04.2016, 08:35
3.

Wenn ein Unternehmen einen Bewerber unhöflich und respektlos behandelt, dann meistens nur deswegen, weil auf dem betreffenden Arbeitsmarkt ein Überangebot vorherrscht. Im Übrigen ein gutes Beispiel für den ach so kultivierten Deutschen, der ja derzeit einen Angriff auf die eigenen "Werte" durch die muslimischen Invasoren fürchtet.

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Phil2302 04.04.2016, 08:43
4.

Mal zu diesem "Generation Y" Geschreibsel: Immer und überall wird Diskriminierung und Schubladendenken kritisiert. Wer es wagt, mehrere Menschen über einen Kamm zu scheren, und Erfahrungen im Umgang mit einigen wenigen auf eine ganze Gruppe zu übertragen, sieht sich größter Kritik ausgesetzt. Jeder Mensch ist ja einzigartig und so. Warum darf man dann eigentlich über die Generation Y so reden? Ich gehöre zu dieser Generation, ebenso meine Freunde, und eins kann ich sagen: WIR werden mit diesem Hippieunsinn von wegen nicht mehr hart arbeiten wollen und nur noch Wohlfühlprogramm nicht repräsentiert. Für den Artikel heißt das: Ich glaube nicht, dass vor 30 Jahren die Bewerber begeisterter waren, wenn sie warten gelassen wurden. Auf der anderen Seite glaube ich nicht, dass mehr Menschen heutzutage einen Job sausen lassen, nur weil man sie warten lässt.

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dipl.inge83 04.04.2016, 08:46
5. Machtdemonstration des AG

Ich kann mich an kein Bewerbungsgespräch erinnern, bei dem die Arbeitgeberseite exakt zum vereinbarten Zeitpunkt vor Ort war. 15min sind ja noch wenig. Unvergessen bleibt ein Desaster, bei dem ich nach einer Stunde im brütend heissen Wartebereich wieder abgereist bin (250km), weil der Ansprechpartner von niemandem erreichbar war.

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hansfrans79 04.04.2016, 08:59
6. Lob

Das mit dem Lob finde ich problemtatisch. Ich erlebe das täglich in meinem Bereich. Junge Mitarbeiter möchten für jeden Klecks gelobt werden, keine abgeschlossene Arbeit darf als Selbstverständlichkeit gewertet werden.
Kritikfähigkeit ist kaum vorhanden.

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aktiverbeobachter 04.04.2016, 08:59
7. No-Go

Bewerber derart warten zu lassen ist absolut schlechter Stil und sagt bereits einiges über den mindset und Klima des AG aus. Auch der Bewerber hat das Recht im Bewerbungsprozess einem AG abzusagen, wenn dieser nicht zu ihm passt. Am Ende ist es, wie quasi immer im menschlichen Leben, ein Geben und Nehmen. Und der Bewerber sollte, so wie er persönlich ist im Idealfall eben auch zu dem AG passen. Nicht passende Teamkultur können hier Performance mindern und bremsen.

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hansfrans79 04.04.2016, 09:00
8.

Zitat von ugt
... noch ein paar Tips. Manche Personaler benehmen wie ein mittelalterlicher Landgraf gegenüber einem Bauern. Herr Graf geruhen mit dem Bauern zu reden. Es kommen dümmliche Fragen aus Bewerbungsbüchern, ich habe schon solche Bewerbungsgespräche schon verlassen mit dem Kommentar:" Schicken Sie mit ihre Fragen zu ich schreibe die Antworten aus dem Buch ab." Oder die beste Frage: " sind Sie käuflich? ", Antwort, klar bin ich das, ich verkaufe meine Arbeitsleistung, wenn sie aber bestechlich meinten, dass bin ich nicht.
Puh, mit der Einstellungen wette ich aber, dass die froh waren, dass Sie von alleine das Gespräch abgebrochen haben.

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Awesomeness 04.04.2016, 09:10
9. Gender Pay Gap

[zitat]Ein toller Chef oder eine tolle Chefin ist wichtiger als ein tolles Gehalt. Wenn dann noch nette Kollegen dazu kommen, sollte man auf Leute, die sagen "du kannst du mehr, willst du nicht vorankommen" nicht hören, sondern bleiben, wo man ist. Die Chance, dass man das nochmal bekommt, ist sehr gering, und kein Geld der Welt wiegt schlechte Chefs und unfreundliche Kollegen wieder auf.[/zitat]
Das habe ich so oder so ähnlich schon unzählige Male in Bewerbungsgesprächen und auch sonst gehört. So gut wie immer von Frauen.

Diese Einstellung ist sicher schuld an dem, was Feministinnen für eine phallokratische Verschwörung halten: dem Gender Pay Gap. Aber sie ist eigentlich nicht schlecht, wenn auch nicht in der Intensität. Frauen achten viel mehr auf das Umfeld, das sie erwartet. Männer wollen Geld und Status, machen dann aber nicht selten eine Bauchlandung, weil sie sich übernehmen oder in einer Umgebung bleiben, die sie unglücklich macht.

Ich glaube das Gender Happiness Gap liegt, abgesehen vom "sozialen Bereich", wohl eher zu Ungunsten der Männer schief.

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