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Miese Jobstarts: "Ich saß die ersten drei Tage nur rum"
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Der neue Kollege kommt hochmotiviert ins Büro, doch niemand erwartet ihn - und der Chef ist im Urlaub. Hier erzählen Job-Anfänger, was sie alles mitmachen mussten. Was haben Sie erlebt?

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u30 17.05.2018, 11:39
1. Ich stand...

...damals vor verschlossenen Türen. Zu der Zeit die mir genannt wurde war noch keiner da und ich musste fast eine halbe Stunde auf dem Flur warten. Ich hatte weder Tisch noch Rechner. Dennoch waren alle sehr freundlich, haben sofort geholfen alles zu beschaffen und haben sich sehr gefreut, dass ich da war. Ich hatte eine Orga-Stelle angetreten, die bis dahin Vakant war. Das Team war restlos überlastet und mir war schnell klar, dass das eine der Lücken werden würde, die ich füllen muss. Ich bin seit dem ein fester Teil des Teams und werde dafür geschätzt (und entsprechend entlohnt), dass ich mich auch für kleine Dinge die eigentlich nicht in meinen Zuständigkeitsbereich fallen verantwortlich fühle und sie regle. Und ich sorge dafür, dass kein Neuzugang mehr ohne Tisch und Rechner auf dem Flur warten muss.

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JaIchBinEs 17.05.2018, 12:28
2. Spukprojekt

Auch als erfahrener und hochbezahlter Freiberufler (IT) kann ich von Ähnlichem berichten.
1 Stunde am Empfang gewartet, nachdem vergeblich ein Ansprechpartner gesucht wurde. Dann eine andere Person, als beim Bewerbungsgespräch.
Aufgabenstellung schwammig, mir unbekannte Elektronik sollte mit interner Software (Betatest) beladen und in Betrieb genommen werden, Hintergrundinformationen und Dokumentation sehr mager, ein offenbar verantwortlicher Azubi mauerte und reagiert erst auf mein „Petzen“ hin.
In der Ausschreibung stand Entwicklung, was ich auch mit grosszüger Auslegung nicht mit meiner Tätigkeit übereinstimmte. Der Spuk endete nach ein paar Wochen…

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Bob Hund 17.05.2018, 12:51
3.

Hatte ich auch mal bei einem Ferienjob.
Als ich am Montag morgen eingetroffen bin, haben alle ganz böse geschaut und mir mitgeteilt, daß der Bus zur Baustelle schon vor anderthalb Stunde gefahren ist.
Mir wurde vorher weder gesagt, daß ich auf einer Baustelle eingesetzt werden soll, noch daß die Kollegen schon morgens um 6:00 losfahren.

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chris-ba 17.05.2018, 13:01
4. nur 3 Tage?

Ich wurde für ein IT-Projekt in einem großen Unternehmen der Finanzbranche gebucht.
Am Starttermin musste zuerst ein Sponsor gefunden werden, der mich überhaupt durch die Eingangskontrolle bringen konnte. Diese Spiel dauerte mehrere Wochen, bis ich meine eigene Zugangskarte hatte.
Im Office selbst bekam ich keinen festen Platz, sondern musste jeden Morgen fragen, welcher MA nicht kommt und dann diesen Platz nehmen. Dann dauerte es etwa 3 Wochen, bis ich mein IT-Equipment hatte und nutzen konnte. Während des Onboarding-Prozesses durfte ich immerhin mit meinem privaten Notebook über einen öffentlichen Provider recherchieren und mir die 8 Stunden täglich die Zeit vertreiben. Interessiert hatte sich aber niemand dafür, was ich genau tue oder warum ich eigentlich engagiert wurde. Dem Abteilungsleiter war wohl nur der Headcount wichtig. Das eigentliche Arbeitsergebnis hat auch nicht sonderlich interessiert.
Eigentlich könnte man sagen, leicht verdientes Geld, aber es ist so unglaublich frustrierend, rum zu sitzen, während man andere Dinge tun könnte.

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Newspeak 17.05.2018, 13:24
5. ...

Was erwarten die Leute?

Natuerlich, das Ideal ist, dass man ankommt und direkt einen voll eingerichteten/ausgestatteten Arbeitsplatz vorfindet, sich alle Kollegen vorstellen, man direkt einen Ansprechpartner zur Einarbeitung bekommt, und man sich sofort hundertprozentig angenommen, willkommen, und wohl fuehlt.

So...und das ist ein Ideal, weil es das in der Realitaet (fast) nie gibt.

Es gehoert mit zur Lebensweisheit dazu, dass man diese Erfahrung macht, dass Dinge organisiert werden wollen. Neben dem Computer kann das ja auch der Fototermin fuer einen Betriebsausweis sein, der Termin beim Betriebsarzt, tausend Dinge. Dafuer sind Menschen zustaendig. Meistens welche, die sonst noch ihren eigenen Job zu erledigen haben, und diese Aufgabe zusaetzlich dazu erledigen, oder Leute, die darauf spezialisiert sind, aber viele solcher Anfragen bekommen. Da kann man einfach mal ein wenig Entspanntheit zeigen. Wer weiss, vielleicht ergeht es einem spaeter dann auch mal so.

Es muss halt zusammen passen. Wenn man vom ersten Tag an ranklotzen soll, aber nicht die Mittel dazu bereitgestellt bekommt, DANN ist das ein Problem (vor allem aber das des Arbeitgebers, man selbst hat nur einen Vertrag unterschrieben, seine Arbeitskraft zur Verfuegung zu stellen, beschaeftigen muss man sich dafuer nicht selbst). Wenn die Einrichtung des Arbeitsplatzes aber erst beginnt, wenn man auch dort ist, und man deshalb nichts zu tun hat, dann nimmt einem kein vernuenftiger Chef es uebel, wenn man sich erst mal mit sich selbst beschaeftigt, oder noch besser, einfach mal Kollegen anspricht, einen Kaffee mit denen trinkt, sich vielleicht ein wenig einliest, und ansonsten langsam an die neue Situation gewoehnt. Die ist nach ein oder zwei Wochen vorbei. Dann gibt es immer noch genug zu tun.

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michal101 17.05.2018, 13:39
6. Alleine gelassen

Außer, das ich in den ersten Tagen alle paar Stunden mal hier ein Blatt ablegen oder irgendwo etwas hinbringen durfte, wurde ich beschäftigungslos gelassen. Mein Kollege, der sich mit mir das Büro teilte, ging ungerührt seiner Arbeit nach. Erklärungen, warum etwas geschieht und wie Prozesse aussehen, wurden mir nur auf mein Drängen gegeben und dann auch nur oberflächlich. Hingegen wurde mir am zweiten Tag bedeutet, dass ich ja eigentlich schon alles können müsse, man habe mich schon fest eingeplant. Zugriffsberechtigungen für PC-Anwendungen bekam ich teilweise erst nach zwei Wochen und auch erst nach umständlichem Nachhaken in der Fachabteilung. Ich wurde zwar freundlich, aber dennoch wie ein Fremdkörper behandelt. Nach drei Wochen hat es mir gereicht und ich habe gekündigt.

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utaga 17.05.2018, 13:51
7. Kommt oft vor

Ich habe bis jetzt 5 Jobs gehabt. Bei JEDEM gingen mindestens 2 Tage ins Land, wo IT und so Kram geklärt werden musste.
Bei einem Job ging ich glücklich ins Büro und freute mich auf die Kollegen, wie auch auf meine neuen Aufgaben. Es war ein auf ein Jahr befristeter Job, was für mich als Studienabgänger aber für den Einstieg völlig ok war. Als ich in besagtes Büro kam, war dicke Luft. Was ich nicht wusste: am Tag vorher hat man der Belegschaft in der Betriebsversammlung gesagt, dass das Büro in einem Jahr komplett geschlossen wird und alle auf die Straße gesetzt werden. Man kann sich vorstellen, dass absolut NIEMAND den Neuen mit offenen Armen empfing. Darüber hinaus war auch keiner bereit, mich einzuweisen. Ich musste mir alles selbst beibringen. Ich habe nach einem Monat das Handtuch geworfen, weil es schlichtweg unerträglich war.
In einer anderen Firma wurde ich vor den Rechner gesetzt und ich sollte mich mit den internen Dokumenten vertraut machen. Das war erstmal ok, hielt dann aber bedauerlicherweise ganze 5 Monate an, weil einfach nichts zu tun war.

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VormSpiegel 17.05.2018, 15:32
8. Rumsitzen, nicht tun, nur Kurzzeitig toll

Eine weile macht man das mit und freut sich erst mal.
Aber nach einer Weile wird es richtig frustrierend und man tut sich körperlich und geistig nichts gutes nicht gefordert zu werden. Viel zu oft schaut ein Chef einfach auf die "Anwesenheitszeit" und sonst gar nichts. Ergebnisse werden einfach vorausgesetzt, machbar oder nicht und wer sich einmal daran gewöhnt hat Projekte mit unrealistischen Bedingungen zu starten, der hängt an den Wenigen die sich darüber hinaus aufopfern um gescheiterte Projekte doch noch "irgendwie" abzuliefern, für jeden Involviert langfristig extrem unbefriedigend, wahnsinniger Stress und das Geld einfach nicht wert das man dafür bekommt.
Auf der anderen Seite sitzen Menschen die machen effektiv gar nichts und ihre Arbeitsleistung ist sogar aktiv schädlich für die Leistungen anderer Mitarbeiter.

Grundsätzlich kommt man gerade als Firma deutlich bessere Ergebnisse wenn gerade die Motivierten Mitarbeiter nicht abgewürgt werden, die gehen entweder direkt wieder oder man züchtet sich einen Parasiten der nur Geld abzapft, beides selbst verschuldet von der Firma.

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forscher56 17.05.2018, 17:45
9. Mein erster Arbeitstag war ein "Fenstertag"

... und mein Chef so ziemlich der einzige, der an diesem Freitag überhaupt anwesend war. Hat mir meinen Arbeitsplatz zugewiesen, und die Einladung zu meinem ersten Kurs (nebst Wegbeschreibung) in die Hand gedrückt; der begann am nächsten Montag.

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