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Miese Jobstarts: "Ich sollte so tun, als sei ich die Praktikantin"
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Der eine muss erst die Schreibtischplatte reparieren, der anderen wird vom Chef angeboten, doch einfach im Büro zu übernachten. Hier erzählen SPIEGEL-ONLINE-Leser von kuriosen Starts in neue Jobs.

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Romiman 18.06.2018, 07:40
1. Erster Tag...

Ja, so einen ersten Tag hatte ich auch. Deutscher Consulter in der KFZ-Industrie, ich hab gegen 9:00 angefangen. Und dann 22:20 hab ich mich doch kleinlaut zur Frage durchgerungen: "Gibt's denn hier keinen Feierabend?".
Dienstbesprechungen waren in dieser Firma Freizeitvergnügen, Sonderzahlungen gab es natürlich keine. Nach 4 zermürbenden Jahren hab ich den Absprung geschafft (gleiche Branche, ähnliche Tätigkeiten und von Anfang an 4stellig brutto mehr).
Die Firma gibt's heute noch, die Zweigstelle, in der ich war, aber nicht mehr.
In dieser "neuen" Firma bin ich heute noch, und Plan ist, von hier aus in Rente zu gehen.

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karlsiegfried 18.06.2018, 07:45
2. Alles ist besser geworden ...

nur das Berufsleben ist schlechter geworden. Und es wird noch schlechter werden.

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quercus_ilex 18.06.2018, 07:56
3. Das liest sich alles ganz fantastisch,

wenn man weiß, dass man selbst in einem halben Jahr die erste Stelle antreten wird :)

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observerlbg 18.06.2018, 08:08
4. Oh ja, kommt mir sehr bekannt vor...

Wenn man sowas nicht selbst erlebt hat, ist es nahezu unglaublich. Aber zum Glück sind solche Fäle eher die Ausnahme. Ursache derart verfahrener Situationen ist meisten mangelnde Kommunikation innerhalb eines Unternehmens. Wie das möglich ist trotz modernster Kommunikationsmittel und -Methoden? Es ist wohl mangelnder Respekt, Intoleranz, Egozentrik, fehlende Empathie und/oder einfach nur Dummheit und führt nach meiner Erfahrung in absehbarer Zeit zur Insolvenz.

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touri 18.06.2018, 09:06
5.

Zitat von reichsvernunft
... einige der Geschichten sind kurios und lustig, andere beeindruckend (Hut ab, Herr Schreibtisch!) aber ein Muster, das ich hier sehe, finde ich etwas befremdlich. Wenn man irgendwo ankommt, kann man doch als erwachsener, voll ausgebildeter Mensch nicht erwarten an die Hand genommen zu werden.
Vielleicht nicht an die Hand genommen werden (wobei viele Unternehmen genau dafür Mentoring Programme haben), aber es ist die Pflicht des AG mir zu sagen was ich tun soll und mir die hierfür notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen. Mein Job ist es, im Rahmen meiner vertraglichen Verpflichtungen, eine Arbeitsleistung zu erbringen. Ich mach doch nicht noch den Job meines AG mit und suche nach einem Arbeitsfeld, sonst sitze ich am Ende in der Buchhaltung, obwohl ich mich für einen Job im Vertrieb beworben hatte. Im übrigen werden meistens Leute eingestellt, um solche die gegangen sind zu ersetzen. Auch hier sollte das Aufgabengebiet klar sein.

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index77 18.06.2018, 09:08
6. Aber Fräulein!

Die Geschichte mit dem Frl. an der Tür ist lustig. Ich vermute mal, die haben da bereits viele Ehepaare, die sich auf der Arbeit kennen gelernt haben. Sonst würden die das nicht ernsthaft als Argument anbringen. Da würde mich auch brennend interessieren, wie die Geschichte weiter ging. Wurde es nun das Frl. auf dem Türschild? Kamen daraufhin ab und zu Blumensträuße von interessierten Herren? Oder gab es gepflegte Konversation zur Anbahnung näherer Bekanntschaft auf feierlichen Anlässen des Unternehmens?

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Patti 18.06.2018, 09:38
7. Nicht der Anfang sondern mitten drin!

Das ist nicht erst der Anfang sondern mitten drin! Wenn ich sehe, was für ein Arbeitsotour meine Tochter durch hat konnte ich sie verstehen, dass sie nach Australien auswanderte:
Berlin(Toyota)- Ausbildungsstart als Automobilkauffrau... Ausbildung wegen Mobbing einer älteren "Kollegin" abgebrochen. Später erfuhr sie, dass sie schon die vierte Abbrecherin war. Wegen dieser Kollegin.
Dann: Zweite Chance Ausbildung Automobilkauffrau bei einer Tochterfirma von Audi in Berlin. Fazit: Ausbildungsabbruch, weil sie als Telefonistin missbraucht wurde. Immer wieder wurde ihr versprochen, dass sie endlich das Ausbildungsspektrum/Ausbildungsinhalte nachgeliefert bekommt. Sie hat sich dann selber im Internet die Ausbildungsinhalte zusammegesucht damit sie in der Schule weiterkommt. Bei der Ausbildungsstelle selbst ... weiter telefonieren und gemobbt werden weil sie auf diesen Misstand aufmerksm machte. Nach ca. anderthalb Jahren war dann wieder Schluss.
Dann: Neue Ausbildungsstelle (neuer Beruf- Kauffrau für Marketing) - Ausbildungsstelle: Friedrichsstrasse in Berlin ... ein "aufstrebendes" "Neues" "Jungunternehmen". Nennt sich Händlerportal. Dort hatte sie erst mal eine Frist von drei Monaten sich in alles herein zu arbeiten. Sie berichtete begeistert von den anderen, auch jungen Mitarbeitern. Wie cool alles war und von ihren tollen Erfolgszahlen was sie der Firma Gutes tat. Sie wurde sogar zum Vorstand gerufen weil, die Firma, die sie für das Händlerportal an Land gezogen hatte sie kennelernen wollte. So eine fleissige Mitarbeiterin! Dann kurz vor Ablauf der Dreimonatsfrist wieder in Büro zum Chef mit der Mitteilung das man sie kündigen werde. Es war von Anfang an gar nicht geplant sie zu übernehmen. Genau dieser Wortlaut! Genau so kann man Geld machen und Festanstellungen und Kosten als Firma vermeiden. Gross werden auf Kosten von Anderen.
Wenn Firmen so mit guten und zukünftigen Mitarbeitern umgehen dürfen dann Gute Nacht Deutschland! Aus diesen Gründen ist meine Tochter weggezogen aus Deutschland. Und... sie ist nicht die Einzige.

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C.Rainers 18.06.2018, 09:50
8. Zu #8

Bei Ihrem Beitrag fiel mir der Spiegel Artikel mit den Helikopter Eltern ein, die wegen jeder Kleinigkeit ins Krankenhaus rennen. Ihre Tochter ist , ohne Ausbildung, nach Australien ausgewandert, weil es hier mit der Ausbildung nicht klappte? Und Sie empfehlen das als Methode für Leute, bei denen immer der Betrieb schuld ist wenn es nicht klappt?

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BoMbY 18.06.2018, 10:26
9. Gewisse Anlaufschwierigkeiten sind normal.

In manchen Firmen klappt es gut, in vielen weniger bis gar nicht. Ein bisschen Eigeninitiative ist oft notwendig, aber meist klappt es schon irgendwie. Idealerweise sollte man sich z.B. vor dem ersten Arbeitstag mal seinen neuen Arbeitsplatz und die Kollegen anschauen, wenn das irgendwie einzurichten ist.

Und wenn es gar nicht geht, kann man während der Probezeit, welche ja üblich ist, immer noch schnell die Flucht antreten.

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