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Miese Jobstarts: "Schau dir halt auf YouTube an, wie das geht"
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Der eine wird mit 30 Kindern alleingelassen, die andere erschrickt über Blutflecken auf dem Büroteppich. Hier erzählen SPIEGEL-ONLINE-Leser von kuriosen Starts in neue Jobs.

dbeck90 09.07.2018, 06:22
1. Ist normal

In technischen Berufen ist das fast normal. Learning by doing. Entweder man sitzt rum und macht gar nix weil eh keiner für einen Zeit hat, wird dann irgendwann gefeuert und geht zum nächsten Arbeitgeber, oder man fragt nach Arbeit - und wenns nur Akten sortieren ist - und ließt sich in alles selbst ein, schaut den Kollegen über die Schulter, bis man eigene Aufgaben übernehmen kann. Ohne eigenes Zuspiel wäre jeder meiner Jobstarts eine Katastrophe geworden.

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LorenzSTR 09.07.2018, 08:42
2. Toll

Was für eine schöne, neoliberale Arbeitswelt wir heute doch haben. Asozial durch und durch, der Mensch als reine Verfügungsmasse. Das ist wohl die Freiheit, von der immer alle reden. Die ArbeitnehmerInnen machen auch brav mit - bleibt vielen ja auch nichts anderes übrig. Der angebliche Fachkräftemangel wird übrigens schon anhand solcher Berichte entkräftet.

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Ein_denkender_Querulant 09.07.2018, 09:52
3. Wo ist das Problem?

Wenn man 13 Schuljahre und 5 Jahre Studium hinter sich hat, sind das 18 Jahre Bildung, um in der Lage zu sein, ein Problem zu verstehen, eine Methode zur Lösung zu ersinnen und ein Ergebnis zu liefern. Wenn man nach 18 Jahren immer noch in der Lage ist, selbstständig zu arbeiten, wird auch eine Einarbeitung nichts helfen. Dann bleiben nur Hilfsarbeiterjobs, für die selbst der Mindestlohn zu hoch ist, schaut man auf den internationalen Vergleich.

Wenn ein Problem schon gelöst wäre, müsste es nicht bearbeitet werden und andere könnten es beiläufig mitmachen. Gerade neu im Job und ohne Altlasten kann man ganz befreit Dinge angehen und zu neuen Lösungsansätzen kommen. Was ist daran nicht zu verstehen?

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cosmose 09.07.2018, 10:20
4.

Zitat von dbeck90
In technischen Berufen ist das fast normal. Learning by doing. Entweder man sitzt rum und macht gar nix weil eh keiner für einen Zeit hat, wird dann irgendwann gefeuert und geht zum nächsten Arbeitgeber, oder man fragt nach Arbeit - und wenns nur .....
Aber auch nur "fast".
Bisher gab es noch in jeder Firma in der ich neu angefangen habe, einen genauen Einarbeitungsplan, nach dem auch vorgegangen wurde. Nun habe ich in meiner "Karriere" erst in 4 Firmen gearbeitet, meine Erfahrungen sind also wenig repräsentativ, aber gerade im technischen Bereich (hier genauer: IT-Bereich) bist du ohne Einarbeitung aufgeschmissen und kannst gar keine Leistung bringen.

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jhea 09.07.2018, 12:50
5. Nunja...

Nummer 1 ist schon recht amüsant zu lesen. ich musste irgendwie an den Redakteur von Peter Parker (aka Spiderman) denken der immer Bilder von Spiderman sehen will!

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nrw.progger 09.07.2018, 13:46
6. Etwas von beidem

Meine persönliche Meinung ist, es muss einem gezeigt und erklärt werden und zugleich muss aktiv mitgearbeitet werden. Einerseits soll das heißen "learning by doing", andererseits muss gezeigt und erläutert werden.

Woher soll jemand einen Vorgang bearbeiten können oder wissen wie ein Programm funktioniert wenn es ihm nie geigt wurde. Das darf aber nicht heißen, dass einem alles vorgekaut werden muss.

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donatellab 09.07.2018, 18:33
7. Wir sind Arbeitsmittel

Zitat von LorenzSTR
Was für eine schöne, neoliberale Arbeitswelt wir heute doch haben. Asozial durch und durch, der Mensch als reine Verfügungsmasse. Das ist wohl die Freiheit, von der immer alle reden. Die ArbeitnehmerInnen machen auch brav mit - bleibt vielen ja auch nichts anderes übrig. Der angebliche Fachkräftemangel wird übrigens schon anhand solcher Berichte entkräftet.
Austauschbar noch dazu. Wer sich zu sehr engagiert wird ausgenutzt (natürlich bei gleichem Gehalt). Das sog. "soziale Miteinander" wird vom Arbeitgeber gefördert, weil er sich davon eine Steigerung seiner Ergebnisse verspricht. Da bin ich im Job lieber die Unangenehme, der man möglichst aus dem Weg geht. So habe ich meine Ruhe. Asozial? Ich weiß nicht. Für mich ist das Selbstschutz.

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Arktuss 09.07.2018, 19:00
8.

Ah der neue Entwickler ist da, hier sind 10 Jahre Code. Leider haben wir keine Zeit für eine Einarbeitung und Dokumention haben wir auch keine. Aber um rein zu kommen, ist deine erste Aufgabe Integrations- und Unittests zu schreiben.
Für die Entwickler hier, der Code war so gut wie untestbar, keine Dependency Injection und keine saubere Möglichkeit irgendwas zu mocken.
Ah und Fremdschlüssel und Normalisierung ist was für Weicheier.
Das waren echt harte Wochen...

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