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Neue Pisa-Studie: Schüler sind nur so gut wie ihre Lehrer
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Guter Unterricht braucht gute Lehrer. Aber wie begeistert man geeignete Kandidaten für den Job? Eine neue Pisa-Auswertung gibt Antworten - und warnt vor Quereinsteigern als Billiglösung.

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m-zmann 11.06.2018, 13:06
1. Wo sollen die benötigten Lehrer so rasch herkommen?

Wie lange dauert das Studium + 1. und 2. Staatsexamen + Referendariat? Durch schnell eingesetzte Anreize ist dieses Problem doch in frühestens 5 Jahren lösbar. Frachlich qualifizierte Seiteneinsteiger (ohne pädagogische Ausbildung) können die ernsten Symptome vielleicht lindern, doch das eigentliche Problem bleibt.

Der Lehrberuf sollte endlich wieder attraktiver werden (nein, nicht nur finanziell, die Probleme sind v.a. strukturell), damit nicht nur Jugendliche mit "unterdurchschnittliche(n) Leistungen in der Mathematik und bei den Lesefähigkeiten" Lehrer werden wollen.

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Emma Fairfax 11.06.2018, 15:33
2.

Da beißt sich die Katze in den Schwanz: Wer schon als Kind nicht gern in die Schule gegangen ist, wird wohl kaum gern LehrerIn werden.

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hinz.und.kunz 11.06.2018, 16:00
3.

Zitat von Emma Fairfax
Da beißt sich die Katze in den Schwanz: Wer schon als Kind nicht gern in die Schule gegangen ist, wird wohl kaum gern LehrerIn werden.
Da beißt sich nichts: Die Studie empfiehlt ja nicht, gerade jene Schüler zu Lehrern auszubilden.

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spon-facebook-10000034826 11.06.2018, 18:04
4. absurderweise oft sehr hohe NCs

Diese Situation war absehbar und die Politik hat schon sehr lange versagt. Trotz der Tatsache, dass die akute Notlage nun seit geraumer Zeit auch in den Medien dargestellt wird, passiert.... Nichts. Außer Imagekampagne und billiger Werbung fällt beispielsweise der NRW Landesregierung nichts ein, bzw. Nicht auf, das z. B. auf das Lehramtsstudium für die Grundschule derzeit ein NC von 1,5 liegt. Und da spielt natürlich auch das Gehalt eine Rolle, denn die (illegale) ungleiche Bezahlung gegenüber dem Lehramt Sek 2 lässt diesen Studiengang volllaufen. Womit auch belegt ist, dass der Aspekt der Bezahlung schon relevant ist. Aber man mag ja nicht auf Gewerkschaften hören: VBE und GEW fordern schon lange gleiche Bezahlung, Gerichte auch, eine Umsetzung wird verschleppt... Total unseriöse Bildungspolitik, sowohl bei dieser CDU Landesregierung, wie auch den SPD / Grünen Vorgängern.

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Sixpack, Joe 11.06.2018, 18:05
5. Die eigentliche Katastrofe in Deutschland

sind die Kultusministerien. Schafft Sie ab, und gibt die Schulen und Lehrer Freiheit. Die reine Fokussierung auf Deutsch und Mathe und Einsernoten macht den Rest der desaströsen PISA Ergebnissen.

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dasfred 11.06.2018, 18:34
6. Was ist ein guter Lehrer?

Ich beurteile das jetzt mal rein subjektiv. Ich habe in meiner Schulzeit feststellen müssen, dass schon Sympathie oder Antipathie einen enormen Einfluss auf meine Motivation hatten. Damit standen dann meine Leistungen in direktem Zusammenhang. Leider ist dieses Kriterium weder messbar, noch erlernbar. Ein Lehrer mit besten Bewertungen hätte mich nicht motiviert, wenn er menschlich keinen Draht aufbauen kann.

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le.toubib 11.06.2018, 18:35
7. Die eigentliche Katastrofe in Deutschland

Zitat von Sixpack, Joe
sind die Kultusministerien. Schafft Sie ab, und gibt die Schulen und Lehrer Freiheit. Die reine Fokussierung auf Deutsch und Mathe und Einsernoten macht den Rest der desaströsen PISA Ergebnissen.
Klasse Idee! Da gäbe es keine 16 unterschiedlichen Curricula mehr, dann hätten wir eine wahre Schulanarchie! In Deutschland gab es im Jahre 2017 alleine [b]3.117[/i] Gymnasien, wollen Sie wirklich 3.117 unterschiedliche Gymnasialcurricula?

Nene, Zentralcurriculum und Fremdkorrektur wie in Baden-Württemberg ...

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nochnbier 11.06.2018, 18:45
8. Dieses Querseisteiger-Bashing ist lächerlich!

Dieses Querseisteiger-Bashing ist lächerlich! Sind es doch die einzigen Lehrkräfte, die außer Schule - Uni - Schule auch mal etwas anderes gesehen haben. Und weil sie in der Regel aus akademischen Berufen in die Schulen gekommen sind, bringen sie eine Menge an Erfahrung an die Schulen und können die SuS auf das Berufsleben vorbereiten. Der Mangel an päd. Kenntnissen wird überbewertet.
Die Forderung nach Weiterbildung ist sicher berechtigt, aber wenn diese angeboten werden, dann ist der Andrang hier in Berlin ziemlich verhalten. Als Anbieter steht man oft vor leeren Stühlen, denn es gibt keine Verpflichtung dazu und es gibt keine Kontrolle oder Konsequenzen, wenn man nicht zur Weiterbildung geht, Das systematische Feedback gibt es nicht. Nach dem Referendariat, setzt sich keiner mehr in die Unterrichtsstunde beim Kollegen. Dafür hat niemand Zeit. Ohne eine dickere Personaldecke wird das nicht gehen.

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Apuleius_Madaurensis 11.06.2018, 18:56
9. Welch Wunder

Es ist tatsächlich erstaunlich, dass es für diese Erkenntnis einer neuen Studie bedurfte. Das hätte auch Hattie hergegeben. Wer hätte gedacht, dass gute Lehrer gute Schüler zustandebringen... in anderen Bereichen ist das ja nie so. – Nach dieser Erkenntnis wäre es vielleicht an der Zeit, den guten Lehrern auch gute Bedingungen zum Unterrichten zu bieten. Anscheinend gehört in Deutschland das Gegenteil zum guten Ton. Für das geforderte Arbeitsaufkommen unterdurchschnittliche Bezahlung, miese Raum- und Mittelausstattung und mangelhafte Fürsorge durch den Dienstherrn? Da wundert es noch, wenn den Studienseminaren nicht die Bude eingerannt wird?

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