Forum: Karriere
Premiere an einem katholischen Krankenhaus: Ärzte-Gewerkschaft lobt Streikende
DPA

Es ist ein Tabubruch: Eigentlich dürfen Mitarbeiter katholischer Krankenhäuser nicht streiken. Fünfzig haben es dennoch gewagt.

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vobe 11.10.2017, 17:45
1. Der "dritte Weg" gehört endlich abgeschafft!

Das eigentliche Problem ist doch, dass sich die Kirchen herausnehmen, elementare Arbeitnehmerrechte zu missachten.
In keinem normalen Arbeitsverhältnis wäre eine Entlassung aufgrund einer Scheidung oder ähnlichem zulässig. Warum bei kirchlichen Arbeitgebern? Und vor allem bei Personal, welches nicht hauptsächlich zur Vermittlung des Glaubens da ist.

In einer modernen Gesellschaft sollte der Staat die Krankenhäuser leiten, er finanziert sie ja i.d.R. auch hauptsächlich. Dann hätten auch alle Arbeitnehmer normale Rechte inklusive Streik.

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laracrofti 11.10.2017, 17:45
2. Es wird auch Zeit,

dass man solchen Institutionen Grenzen aufzeigt. Es gibt keinen Grund, warum kirchliche Krankenhäuser einen "dritten Weg" haben sollten, sie nehmen schließlich auch das gleiche Behandlungsgeld wie alle anderen Kliniken auch (und nicht weniger, aus Gründen der Nächstenliebe zum Beispiel). Und warum kirchliche oder gar kommunale Krankenhäuser Gewinne erwirtschaften müssen ist mir schleierhaft aber verwerflich. Pfleger, Krankenschwestern und Reinigungskräfte müssten nur 24h mal richtig streiken, dann würden die Patientenangehörigen der Klinikverwaltung und dem Management auf den Kopf springen, dass die endlich mal diese Berufsgruppen besser bezahlen und behandeln.

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skeptikerjörg 11.10.2017, 17:46
3. Christlich?

Im Arbeitsrecht ist die katholische Kirche und deren Organisationen als Arbeitgeber ebenso wenig christlich, wie es die CSU in der Asyl- und Zuwanderungsfrage ist. Übrigens sind die evangelischen Kirchen nicht viel besser. Höchste Zeit, mal über die anachronistische Gesetzgebung in Deutschland, die all die Schlupflöcher für die Kirchen öffnet, konstruktiv nachzudenken.

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53er 11.10.2017, 17:58
4. Was haben den die Kirchen

für Gründe, nicht mit Gewerkschaften zu verhandeln? Ist ihnen das vielleicht zu schmuddelig oder hält sie Gewerkschaftler gar für sündige Mitglieder unserer Gesellschaft. Glaubt sie vielleicht, hinter all den Forderungen der Mitarbeiter steckt nur unverholene Gier? Oder steckt hinter all dem Gehabe nur die übertünchte Angst, als Arbeitgeber seine vorgesteckten Regeln etwas aufweichen zu müssen und den bequemen Sonderstatus ein bisschen zu verlieren? Franziskus übernehmen Sie!

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hwdtrier 11.10.2017, 18:33
5. Dumme Frage

Weshalb arbeiten Pfleger lieber in katholischen als staatlichen Krankenhäusern und weshalb gehen Patienten lieber in katholische als andere Krankenhäuser?
Natürlich gibt es auch dort zuwenig Personal. Aber wer gleichzeitig die Höhe der Krankenkassen bejammert darf nichts anderes erwarten. Mehr Pflege hat ihren Preis.
Wer bei der SPD arbeitet wird entlassen wenn er gegen die Regeln der SPD verstößt. Wer bei den Gewerkschaften arbeitet muss deren Positionen vertreten sonst wird er gefeuert. Weshalb sollen Kirchen nicht dasselbe Recht haben.

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kaktusgift 11.10.2017, 18:38
6.

Wie eine Kollegin von mir immer sagte: " Das einzig christliche in diesem Altenheim, ist das Kreuz was über der Tür hängt." Sie hatte recht. Arbeitnehmerrechte werden ausgehebelt durch eigene Verträge (Diakonie AVR). Sogenannte Mitarbeitervertretungen haben nichts zu melden. Es wird pausenloser Einsatz gefordert, Eigene Familie ist irrelevant. O- Ton Pflegedienstleitung : Es kann ja nicht jeder an seinem freien Tag etwas vorhaben, wenn ich anrufe. Gegenfrage: Wann denn sonst? Arzt Termine oder ähnliches ins sogenannte Wunschbuch eintragen, wenn man Glück hat, bekommt man dann frei. Überstunden so ca. 190 h kann man auch nicht dann abfeiern wenn man sie braucht. Zeit das mal gestreikt wird, damit die Kirchen aufwachen. Sollten ihre Sonderrechte als Arbeitgeber verlieren.

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Stäffelesrutscher 11.10.2017, 19:03
7.

Zitat von hwdtrier
Weshalb arbeiten Pfleger lieber in katholischen als staatlichen Krankenhäusern und weshalb gehen Patienten lieber in katholische als andere Krankenhäuser? Natürlich gibt es auch dort zuwenig Personal. Aber wer gleichzeitig die Höhe der Krankenkassen bejammert darf nichts anderes erwarten. Mehr Pflege hat ihren Preis. Wer bei der SPD arbeitet wird entlassen wenn er gegen die Regeln der SPD verstößt. Wer bei den Gewerkschaften arbeitet muss deren Positionen vertreten sonst wird er gefeuert. Weshalb sollen Kirchen nicht dasselbe Recht haben.
Zu ihrer ersten Frage: Es soll Gegenden geben, in denen ein von der RKK geführtes Objekt das einzige Angebot weit und breit ist. Gilt bei Kinderbetreuung noch mehr als bei Krankenhäusern.

Zu Ihrer Frage nach bzw. dem Vergleich mit Parteien oder Gewerkschaften. Die Arbeit dort ist nur mit dem Bereich vergleichbar, der bei den Kirchen »Verkündungsauftrag« heißt. Sprich: der Pfarrer und sein Hilfspersonal muss dem jeweiligen Verein angehören, das betrifft an einem von der RKK geführten Krankenhaus aber nur den Krankenhaus-Seelsorger.

Ein Pfleger, eine Ärztin oder ein Schlosser an einem von der RKK geführten Krankenhaus verkünden aber nichts. Ob die an den lieben Gott, an Che Guevara oder an die Deutsche Bank glauben, sollte bei der Frage, ob und wie die einen Knochenbruch oder einen Blinddarm behandeln, völlig egal sein.
Sonst müssten ja Patienten, die nach einem Unfall zufällig in so einem Krankenhaus landen, aber nicht der entsprechenden Sekte angehören, befürchten, nicht optimal behandelt zu werden.

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pietschko 11.10.2017, 20:53
8.

Zitat von hwdtrier
Weshalb arbeiten Pfleger lieber in katholischen als staatlichen Krankenhäusern und weshalb gehen Patienten lieber in katholische als andere Krankenhäuser? Natürlich gibt es auch dort zuwenig Personal. Aber wer gleichzeitig die Höhe der Krankenkassen bejammert darf nichts anderes erwarten. Mehr Pflege hat ihren Preis. Wer bei der SPD arbeitet wird entlassen wenn er gegen die Regeln der SPD verstößt. Wer bei den Gewerkschaften arbeitet muss deren Positionen vertreten sonst wird er gefeuert. Weshalb sollen Kirchen nicht dasselbe Recht haben.
thema nicht kapiert, oder?

ich geh per se nicht in christliche krankenhäuser. dass pfleger lieber da arbeiten habe ich noch nie gehört. bei kommunalen betreibern sind die rahmenbedingungen viel besser.
welche regeln der spd? welche position bei denm gewerkschaften? es geht hier um arbeitnehmerrechte. bei der spd oder den gewerkschaften wird keiner entlassen, weil er sich scheiden lässt. und auch ein spd mitarbeiter darf cdu wählen.

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walter_de_chepe 11.10.2017, 21:15
9. Die Sache ist eindeutig

Der Dritte Weg ist wie das Zölibat verfassungswidrig. Vor allem gegen die Durchsetzung des letzeren muss strafrechtlich vorgegangen werden. Religionsfreiheit hat ihre Grenzen, wo sie gegen die Verfassung und die guten Sitten verstößt.

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