Forum: Karriere Profiler am Tatort: Faszination des Bösen
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Tatort-Fotos von Leichen und Mordwerkzeugen sind sein Alltag: Axel Petermann arbeitet als Fallanalytiker bei der Bremer Kripo. Im Interview erklärt er, wie Profiler rätselhafte Gewaltverbrechen entschlüsseln und warum er Namen der Opfer besser vergisst. zum Artikel Antworten
#1 14.12.2011, 14:58 von Ravenlore

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Wenn der Mann sich im Abteil erschoss, wie konnte die Tatwaffe dann später neben dem Gleis gefunden werden?

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#2 14.12.2011, 15:28 von hbhbhb

Zitat von Ravenlore
Wenn der Mann sich im Abteil erschoss, wie konnte die Tatwaffe dann später neben dem Gleis gefunden werden?
"Drei von Petermanns Fällen dienten schon als Vorlage für den Fernseh-"Tatort" der ARD - darunter auch der Fall des "Toten im Nachtzug", verfilmt mit Nina Kunzendorf und Joachim Król als Kommissarteam und ausgestarhl Mitte November 2011."

In dem Tatort wird eben dieser Fall als Vorlage genutzt.
Der Schuss in den Bauch tötet nicht sofort und lässt noch genug Zeit die Waffe aus dem Fenster zu werfen.

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#3 14.12.2011, 17:07 von koroview

Dangerous Minds: Profiling leicht gemacht

Zitat von sysop
Tatort-Fotos von Leichen und Mordwerkzeugen sind sein Alltag: Axel Petermann arbeitet als Fallanalytiker bei der Bremer Kripo. Im Interview erklärt er, wie Profiler rätselhafte Gewaltverbrechen entschlüsseln und warum er Namen der Opfer besser vergisst.
Malcolm Gladwell, ein beachteter investigativer Journalist der New Yorker Magazine verblüfft mich immer wieder, wie er scheinbar belegten und bekannten Praktiken neu beleuchtet. In seinem Artikel "Dangerous Minds" gladwell dot com - dangerous minds, erzählt er die Geschichte von "Profiling" und warum es eigentlich selten die in Fernsehserien oder in Kinofilmen dargestellten Ergebnisse bringt. Profiling ist nach seinem Ansicht kein empirisch belegte und wissenschaftlich belegbare Methode. Profile profilieren sich eher selber. Auf deutsch erschienen in "Was der Hund sah", Campus, 2011
MfG
Dr. G.L, Essen

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#4 14.12.2011, 22:15 von BlakesWort

Ergänzung

Zitat von koroview
Malcolm Gladwell, ein beachteter investigativer Journalist der New Yorker Magazine verblüfft mich immer wieder, wie er scheinbar belegten und bekannten Praktiken neu beleuchtet. In seinem Artikel "Dangerous Minds" , erzählt er die Geschichte von ....

Operative Fallanalyse ist keine Wunderwaffe, sicher. Zumal die Eingrenzung auf die Täter oft auf eine sehr große Personengruppe zutrifft. Die meisten Tötungsdelikte werden von Bekannten oder Familienangehörigen vollzogen und in der Regel schnell gelöst.

Gibt es keine Täter-Opfer-Beziehung, wie es bei Serientätern oftmals der Fall ist, hilft Profiling, eine riesige Zahl möglicher Täter auf eine immer noch zu große Tätergruppe einzugrenzen. Allerdings stimmen viele der vorhergesagten Eigenschaften der Täter im Nachhinein dann doch - wie viele Vermutung der Fallanalytiker falsch waren, wird natürlich nicht veröffentlicht. Die sprechen die Empirie zu recht an, die Datenlage ist mau, bessert sich aber von Jahr zu Jahr, da nicht wenige Täter dem Drang nach Öffentlichkeit erliegen und mit den bekannten Analytikern arbeiten wollen. Eine moralische Gratwanderung, wenn man mich fragt.

Ich kann jedenfalls das Buch von Petermann und Co-Autor Strüh empfehlen, denn diese Räumen eben mit jenen Vorurteilen auf, sie wären Genies, die in CSI-Manier jeden Fall mit ein bischen Knobelei lösen.

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#5 15.12.2011, 10:36 von Ursprung

Kein Faszinosum fuer alle

Zitat von sysop
Tatort-Fotos von Leichen und Mordwerkzeugen sind sein Alltag: Axel Petermann arbeitet als Fallanalytiker bei der Bremer Kripo. Im Interview erklärt er, wie Profiler rätselhafte Gewaltverbrechen entschlüsseln und warum er Namen der Opfer besser vergisst.
Ein interessantes Interview und auch interessantes Thema.
Doch das mit dem Boesen und Guten parallel im Menschen wird durch zu diesem Thema forschenden Universitaetsgruppierungen statistischueberwiegend nicht bestaetigt.
Danach sieht es mit der Gut/Boese-Verteilung, besser: Gewaltaffininitaet im Menschen offenbar global (alle untersuchten Menschengruppenin den unterschiedlichsten Sozietaeten) in etwa wie folgend aus:
2 %
pathologisch, meist hochintelligent, zerstoererisch angelegt, Gewalt kann jederzeit zum Ausbruch kommen, untherapierbar, wissend um die eigene Disposition und ein Leben lang vorsorglich in Camouflage.
10 %
ausgesprochen gewaltaffin aber nicht pathologisch und unabhaengig von kognitiver Kapazitaet. Aus diesem Bereich speisen sich Raedelsfuehrer zu Krawallen und Demostrassenschlachten, Schlaegertypen mit Spass daran, nicht camouflierend.
30 %
mit Gewaltpotential in entsprechendem Kontext. Ist die Gruppe oder sind die Zeiten gewaltaffin, werden diese Leute es meistens auch.
58 %
generell nicht gewalttatengefaehrdet. Sozusagen toetungsunwillige Soldaten, die allenfalls ritualisiert oder unter Gruppendruck oder anders unter Druck gesetzt Gewalttaten begehen oder mitmachen oder unter unkritischer Gedankenlosigkeit.

Die "Faszination des Boesen" duerfte also "nur" auf die zusammengefassten 42 % zutreffen, nicht auf die 58%, die dem Boese/Gewalttaegige eher verstaendnislos, nicht fasziniert gegenueberstehen.

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