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Rat vom Jobcoach: Ich muss mit Alpha-Männern arbeiten - wie setze ich mich durch?
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Teamarbeit gehört in vielen Unternehmen selbstverständlich dazu. Doch was ist, wenn Kollegen dominieren, statt zu kooperieren? Die Karriereberaterin rät: Hinterfragen Sie als erstes sich selbst.

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Tömmchen 06.12.2018, 12:05
1. Status-Spiele

Liebe Frau Hofert
Nach meiner Erfahrung steht oft hinter dem Verhalten von Alphas in der Tat eine Angst - nämlich die Angst vor Nähe. Allerdings ist mit dieser Erkenntnis noch nicht geholfen. Vielmehr muss die eigene Angst - nämlich die vor der Distanz bzw. das Bedürfnis nach Nähe überwunden werden. Nachzulesen in dem Gleichnamigen Buch wie die Überschrift.

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whitewisent 06.12.2018, 12:29
2.

"Sie selbst fühlt sich von dominanten Kollegen bedroht."

Fühlt sich die Fragestellerin da wirklich von den Alphas bedroht, oder daß sie nun in "Teamarbeit" sich eine Stellung in einer Gemeinschaft per persönlichem Engagement erarbeiten muss, welche nicht per Arbeitsvertrag, Türschild oder Quotenregelung erreicht wurde? 20% der Männer sind Alphas, und das ist auch sinnvoll, denn Gruppendynamik funktioniert nunmal nur mit Befehlskette und Kompetenzpyramide. Darum ist es eher von Bedeutung zu klären, welche Position jemand in einem Team einnehmen möchte. Es funktioniert nicht, sich einen Haufen von Betas zu wünschen, weil man sich bedroht fühlt, und lieber im Lemminghaufen die Klippe runterzuspringen, weil man hofft, auf den Leichen der anderen weicher zu fallen.

Was die Nähe angeht. Der Grat ist schmal zwischen Furcht und Vorsorge. Alles zu dem man eine Beziehung hat, kann gegen einen verwendet werden. Persönliche Abhängigkeiten und Verbindlichkeiten untereinander stärken nicht ein Team, sondern schaffen Parallelstrukturen, die dann vieleicht nicht von Alphas, sondern von cleveren Betas geführt werden. Als Frau mit Bedrohungstrauma mag man sich damit besser fühlen, wenn man nicht gefällig sein muss, erreicht aber am Ende noch weniger, da sich bestenfalls die Gruppe der Alphas mit dem Beths arrangiert, während die Gammas und Omegas nur bei der Weihnachtsfeierorganisation zum Zuge kommen. Was man ihnen als Vertrauensposten aufgrund persönlicher Kompetenz bestens verkaufen kann.

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dasfred 06.12.2018, 12:35
3. Ein bisschen spät

Mit Selbstreflexion sollte man schon beginnen, bevor man einen Beruf ergreift. Dann kann ich meine eigene Komfortzone wesentlich besser abstecken. Wenn ich mich kenne, weiß ich besser, auf andere zuzugehen. Ich muss nicht warten, bis das Alphamännchen auf mich zukommt, sondern kann es abholen und auf meine Ebene ziehen. Selbst in der Lage zu sein, aktiv zu agieren, gibt Sicherheit, zu warten und zu reagieren begrenzt meine Möglichkeiten und meinen Einfluss. Wer sich selbst sicher ist, strahlt das auch aus und wird als kompetenter wahrgenommen.

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derBob 06.12.2018, 13:02
4. Das hebt die Stimmung

Zitat:
"Ich fühle mich von dir überfahren und möchte Zeit zum Nachdenken haben."

So eine Antwort freut alle Projektteammitglieder. Insbesondere wenn dringende Entscheidungen anstehen und der Meilenstein bedrohlich nahe ist.

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Plasmabruzzler 06.12.2018, 13:07
5.

Ich frage mich, ob es Sinn ergibt, sich gegen Alpha-Leute (m/w) durchzusetzen oder durchsetzen zu wollen. Ich habe auch mit allerhand solcher Leute zu tun, die vor allem meinen, dass sie es besser wissen. Mich lassen sie aber in Ruhe werkeln, weil sie ganz genau wissen, dass sie mir auf meinem Gebiet nicht das Wasser reichen können und lasse ab und an auch mal eine(n) von der Sorte in einer Besprechung auflaufen und habe dann wieder wochenlang Ruhe. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich daran aufzureiben überhaupt nicht lohnt. Ich bekomme auch so mein Geld und kann mich amüsieren, wenn sich die Alpha-Leute sich gegenseitig das Leben schwer machen.

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isar56 06.12.2018, 13:12
6. Und jetzt?

Wie setze ich mich durch? Durch die Erkenntnis, dass mein Gegenüber Angst hat? Indem ich mich in ihn/sie hinein versetze? „Ich fühle mich von Dir überfahren?“ Das wäre in unserem Sozialarbeiterteam der Brüller.

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ty coon 06.12.2018, 13:17
7. Ich bin ein Beta-Mann!

Wie Vorredner schrieb: Teams brauchen Leitwölfe und Pyramiden, das ist richtig. Ein Haufen Betas würde wohl nach einer Woche sich darauf einigen, ein Projekt fallenzulassen und fortan getrennter Wege zu gehen.
Ich kenne die Alphas. Sie schreiben Mails -- gerne an alle zum Mitlesen --, die meine Kompetenz anzweifeln, sie lassen in der Mittagspause -- am liebsten in der Gegenwart von Kollegen -- herabsetzende Scherze fallen. Tja, wie darauf reagieren?

Manchmal ist es das beste, einfach gar nichts zu sagen. Sich hinsetzen und die Arbeit so gut machen, wie es eben geht. Sich einfach mal fügen und mit der Beta-Rolle abfinden. Als Beta kommt man doch eh glücklicher und ohne frühen Herzinfarkt durchs Leben. Man muß nicht über jedes Stöckchen springen, das einem hingehalten wird. Im richtigen Moment einfach mal die Klappe zu halten, das schindet Eindruck!
Und wenn ich mir einige Kommentare, vermutlich von Alphas, hier so durchlese: Arbeit ist immer noch ein Ort, an dem man sich wohlfühlen soll. Ein guter Alpha hält auch die Betas bei der Stange, denn sie sind nicht selten das Herz der Firma. Die Firma ist Lebensraum und kein Kasernenhof!

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wiese 06.12.2018, 14:18
8. Anstrengend

Ich sehe das wie Plasmabruzzler. Diese jahrelangen Kämpfe, Selbstreflektionen und das ganze Gedöns strengen einen nur selbst an. Vor lauter Selbstreflektion landet man im nächsten Burnout oder einer Depri, weil man feststellt, dass man eigentlich nicht in seine Arbeitsumgebung voller Besserwisser oder Arbeitsscheuer passt.
Zudem ist das bei den ewigen Personalwechseln und dem zunehmenden Personalmangel eine ständige Herausforderung und selbst die beste Selbstreflektion kommt bei Menschen mit psychischen Problemen überhaupt nicht mehr an.

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kaiosid 06.12.2018, 14:49
9. cool bleiben

Immer cool bleiben, solche Stuhlkreisäußerungen "..Zeit zum Nachdenken..." sind ein Lacher.
Diese Alphaleute brauchen die Bestätigung, wenn man denen cool begegnet hat man Ruhe.
Konfrontation ist der Treibstoff den sie brauchen. Nicht auf den Unsinn eingehen und einfach auch mal lässig das Thema wechseln.

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