Forum: Karriere
Siezen oder Duzen?: So sprechen Dax-Konzerne Bewerber an
Getty Images/Westend61

Schüler werden gesiezt, Ältere geduzt: Wissenschaftler haben untersucht, wie Dax-Konzerne potenzielle Bewerber im Internet begrüßen. Das Ergebnis - großes Chaos.

Seite 1 von 4
PeterPe 26.06.2018, 08:45
1. Bewerbungsschreiben mit „Du“ funktionierte auch

Ich sah eine Stellenanzeige eines eher konservativen Großkonzernes mit „Du“ und habe die gleiche Anrede auch im formalen Anschreiben der Bewerbung genutzt.
Das hat der Sache keinen Abbruch getan. Nur wurde ich ersten telefonische Gespräch auch sehr schnelle geduzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
harryholdenwagen 26.06.2018, 08:52
2.

Bei Social Media duzt man gerne. Wenn es dann um den Job geht, sieht das anders aus. Es gibt sicherlich Unternehmen, die gleich duzen, aber dann muss es vom Unternehmen ausgehen.
Bewerbungen habe ich selten mit Du geschrieben. In Vorstellungsgesprächen wurde ich aber schon öfter geduzt. Ich versuchte dann neutral zu bleiben. Hängt aber auch ein bisschen von der Branche ab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chrismuc2011 26.06.2018, 08:57
3.

Ich mag ja altmodisch sein, aber wenn ich eine Stellenannounce lese, in der ich geduzt werde ( ich meine damit keine hippen StartUp Unternehmen, dann nehme ich von einer Bewerbung Abstand. Oft kommt es genau in den Stellenangeboten zusätzlich zu Rechtschreibfehlern, woran ich merken kann, dass die Announce von einem jungen Menschen geschrieben wurde,, und es nicht Korrektur gelesen wurde. Man gibt sich also keine Mühe.
Und Firmen wie Allianz und VW, die verkrustete und hierarchische Strukturen haben, machen sich mit so einer Anzeige lächerlich. Oder darf ich den Vorstandsvorsitzenden duzen, wenn ich den Job bekommen habe? Eben nicht. Also zeigt mir diese Firma, dass sie keinen Respekt für Ihre Mitarbeiter haben. Man duzte auch Sklaven oder ein Herr Krupp hat seine Mitarbeiter sicher auch geduzt nach Gutsherrenart.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lagrange 26.06.2018, 09:00
4. Das "Sie" gehört in die Mottenkiste

Im Zuge der Internationalisierung verschwindet das Sie glücklicher Weise immer mehr. Ich finde es total nervig, wenn sich manche Kollegen Siezen und manche Duzen und man in der Mitte steht und gar nicht mehr weiß was Sache ist. Ganz blöd wird es, wenn man mit Kollegen, die man wenn man Deutsch mit ihnen spricht, englisch spricht. Mr. XYZ sagt kein Mensch mehr.

Naja wird hoffentlich bald rum sein

Beitrag melden Antworten / Zitieren
m82arcel 26.06.2018, 09:10
5.

Unternehmen sollten (potentielle) Bewerber so ansprechen, wie sie selbst auch angesprochen werden wollen. Ich finde es irritierend, wenn auf den Kanälen geduzt wird, man sich im Unternehmen aber mit Herr Prof. Dr. Sowieso anspricht. Auf der anderen Seite kenne ich mindestens ein Unternehmen, welches sich online höchst förmlich gibt, wo aber von der Reinigungskraft bis zur Chefetage konsequent geduzt wird und auch sonst eine ausgesprochen entspannte Atmosphäre herrscht - als Bewerber, der da mit Anzug und Krawatte auftaucht, ist man direkt overdressed und fühlt sich dadurch unwohl.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
PolitBarometer 26.06.2018, 09:26
6. Missinterpretation

Das skandinavische "Du" ist ähnlich dem englischen "you" ein klares "Sie". Viel meinen aber, wenn man es direkt übersetzt, dass es ein "Du" meine. Dem ist aber nicht so. Es kommt zudem auf den Kontext und die die Ausdrucksform an. Eine ähnliche Konstellation ergibt sich im Niederländischen.
Ich halte es für plump und eher unhöflich, wenn man mit dem "Du" im "IKEA-Stil" auf Mitarbeitersuche geht. Das finden einige StartUps und Hipster-Companies und leider auch Konzerne in ihren Stellenausschreibungen zwar totschick, aber besonders intelligent ist das nicht.
Bewerbungen mit einem echten "Sie" wirken im allgemeinen nicht nur seriöser, sondern auch glaubwürdiger. Kennt man dann nach der Einstellung das Unternehmen besser, wächst man in eine mögliherweise vorhandene "Du-Kultur" automatisch hinein.
Diese muss aber nicht zwangsläufig für das gesamte Unternehmen gelten, sondern kann u.U. auf Abteilungen beschränkt sein. Ich finde nichts Verwerfliches daran.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nordstadtbewohner 26.06.2018, 09:41
7. Die Höflichkeitsform ist noch lange nicht obsolet

Zitat von PolitBarometer
Das skandinavische "Du" ist ähnlich dem englischen "you" ein klares "Sie". Viel meinen aber, wenn man es direkt übersetzt, dass es ein "Du" meine. Dem ist aber nicht so. Es kommt zudem auf den Kontext und die die Ausdrucksform an. Eine ähnliche Konstellation ergibt sich im Niederländischen. Ich halte es für plump und eher unhöflich, wenn man mit dem "Du" im "IKEA-Stil" auf Mitarbeitersuche geht.
Ich kann Ihrem Beitrag nur zustimmen. Die Höflichkeitsform bzw. -anrede ist nach wie vor zeitgemäß. Auch im Englischen, auch wenn das gerne einige wegen des mangelnden eigenen Sprachgefühls nicht nachvollziehen können.

Ungefragtes Duzen oder Duzen in Bewerbungsgesprächen empfinde ich als unhöflich. Solche Bewerber sind bei der Konkurrenz besser aufgehoben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
trackingerror 26.06.2018, 09:59
8.

Ich bin kein Verfechter des „Du“ am Arbeitsplatz. Es suggeriert eine Nähe auch zu den Kollegen oder zu Vorgesetzen, die mit einem privat nichts zu tun haben wollen und die auch nicht davor zurückschrecken, das kleinste Vertrauensdetail zu mißbrauchen. Daher lieber das „Sie“. Es signalisiert Respekt und die nötige Distanz, die im Interesse einer effektiven Zusammenarbeit zunächst gewahrt bleiben sollten. Sofern sich im Zuge der Zeit eine Freundschaft entwickeln sollte, dann gerne das „Du“. Alles andere ist nur Heuchelei.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bstendig 26.06.2018, 10:10
9. Sie haben es auch nicht begriffen.

Zitat von Lagrange
Im Zuge der Internationalisierung verschwindet das Sie glücklicher Weise immer mehr. Ich finde es total nervig, wenn sich manche Kollegen Siezen und manche Duzen und man in der Mitte steht und gar nicht mehr weiß was Sache ist. Ganz blöd wird es, wenn man mit Kollegen, die man wenn man Deutsch mit ihnen spricht, englisch spricht. Mr. XYZ sagt kein Mensch mehr. Naja wird hoffentlich bald rum sein
Im Anglo-Amerikanischen Raum ist üblich, sich mit Vornamen anzureden, aber schon mit "Sie".

Das "you" steht im Englischen aber auch für "Du". Deshalb gehen wir Deutschen oft davon aus, dass sich alle "duzen". Weit gefehlt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4