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So geht Arbeit: Damit der Urlaub nicht verfällt
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Sie haben Ihre Urlaubstage in diesem Jahr nicht aufgebraucht? Vorsicht, Sie könnten sie bald ganz verlieren. Es ist aber nicht schwer, das zu verhindern.

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columbo1 07.11.2017, 09:12
1. abweichende tarifvertragliche Regelungen?

Kann es sein, dass es da abweichende tarifvertragliche Regelungen gibt?

Bei uns (großer Konzern mit Betriebsrat) gilt: Ins neue Jahr können prinzipiell beliebig viele Tage mitgenommen werden. Aber spätestens am 1. April verfällt alles bis auf 10 Tage, was aus dem Vorjahr übertragen wurde.

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noch_ein_forenposter 07.11.2017, 09:55
2. Bei uns ist das lustig

Allgemein gilt bei uns, dass der Urlaub bis 31.12. genommen sein muss. Allerdings gibt es jedes Jahr einen Schrieb aus der Personalabteilung, dass "ausnahmsweise" der Resturlaub bis zum 30.09. des Folgejahres genommen werden kann (in Absprache mit dem eigenen Chef). Das kommt wirklich jedes Jahr. Wahrscheinlich will man keinen Generalfall schaffen, der von der Gesetzgebung abweicht.

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sven2016 07.11.2017, 10:46
3.

Ja, das scheint individuell festlegbar zu sein. Bei uns ist auch Ende September des Folgejahres als Verfallstermin von Urlaub vorgesehen.

Es gibt ja auch Ausnahmeregelungen für Sabbaticals bei Großkonzernen; da wird über mehrere Jahre freie Zeit angesammelt.

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s.foth 07.11.2017, 10:51
4.

Zitat von columbo1
Kann es sein, dass es da abweichende tarifvertragliche Regelungen gibt? Bei uns (großer Konzern mit Betriebsrat) gilt: Ins neue Jahr können prinzipiell beliebig viele Tage mitgenommen werden. Aber spätestens am 1. April verfällt alles bis auf 10 Tage, was aus dem Vorjahr übertragen wurde.
Wenn ich mich recht entsinne gilt das Gesetz immer als Mindestgrundlage - eine Besserstellung durch Tarif- oder Manteltarifverträge ist absolut möglich. Hier können Sie sich über die relativ großzügige Regelung freuen

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Pega123 07.11.2017, 10:52
5. Gilt dies nur für den gesetzlichen Urlaubsanspruch?

Mich würde interessieren, ob dies nur für den gesetzlichen Urlaubsanspruch gilt?
Die meisten Arbeitnehmer haben ja einen Anspruch über den gesetzlichen hinaus. Wird dieser auch durch das Gesetz abgebildet oder kann man da abweichende (für den Arbeitnehmer schlechtere) Regelungen treffen?

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Pless1 07.11.2017, 11:02
6. Die Firma muss Geld zurücklegen?

Das ist natürlich so nicht richtig.

Gemeint ist wohl, dass die Firma verpflichtet ist, eine Urlaubsrückstellung zu bilden. Das ist korrekt, aber da wird natürlich nicht wirklich Geld zurückgelegt sondern der Wert des ausstehenden Urlaubs in der Bilanz als Rückstellung ausgewiesen. Rückstellungen sind "Schulden", bei denen noch nicht ganz klar ist, wann und/oder in welcher exakten Höhe diese zu begleichen sind. Oder eben in welcher Form, denn der Urlaubsanspruch aus dem alten Jahr wird ja in der Regel nicht ausgezahlt sondern "abgefeiert". Aber auch das verursacht dem Arbeitgeber Kosten (Sie bekommen Gehalt, sind aber nicht da und arbeiten auch nicht), die aber ursächlich ins alte Jahr gehören und daher auch im alten Jahr als Kosten erfasst werden müssen. Dies wird durch Bildung der Rückstellung gemacht und dient dazu, in der Bilanz den Wert des Unternehmens richtig wiederzugeben, denn dieser wird ja durch diese Kosten gemindert. Es gibt aber nirgendwo einen Topf, in den das einbezahlt wird damit das später auch wirklich für diesen Zweck zur Verfügung steht. Geht das Unternehmen pleite können sich die Arbeitnehmer also nirgends schadlos halten. Das Geld ist dann in aller Regel weg.

Anders ist das beispielsweise bei Altersteilzeit. Hier müssen Unternehmen tatsächlich zur Insolvenzsicherung in einen Fonds einzahlen, der bei Insolvenz des Unternehmens dann die Zahlung übernimmt. Ähnlich läuft das in der Regel bei Betriebsrenten. Es mag auch Unternehmen geben, bei denen das auch bei Überstunden und/oder Urlaubsansprüchen so ist. Das ist aber kein Standard.

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haimerl1 07.11.2017, 11:37
7.

Zitat von Pega123
Mich würde interessieren, ob dies nur für den gesetzlichen Urlaubsanspruch gilt? Die meisten Arbeitnehmer haben ja einen Anspruch über den gesetzlichen hinaus. Wird dieser auch durch das Gesetz abgebildet oder kann man da abweichende (für den Arbeitnehmer schlechtere) Regelungen treffen?
Vollkommen richtig. Das Gesetz kann sich nur auf den gesetzlichen Urlaubsanspruch beziehen. Die Übertragung bezieht sich auf die 24 Tage gesetzlichen Urlaub (wohlgemerkt bei einer 6 Tage Woche, 5 Tage = 20 Tage). Da 28 oder 30 Tage (und mehr) recht häufig anzutreffen sind, gilt das für die anderen Tage nicht. Da ist das frei verhandelbar.
Und wie im Artikel steht: Wenn es eine günstigere Lösung für den AN gibt, mit der beide Parteien einverstanden sind, kommt nicht der Gesetzgeber und löst Urlaub auf. Das ist dem Wurscht ;-)

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haimerl1 07.11.2017, 11:43
8.

Vollkommen richtig. Das Gesetz kann sich nur auf den gesetzlichen Urlaubsanspruch beziehen. Die Übertragung bezieht sich auf die 24 Tage gesetzlichen Urlaub (wohlgemerkt bei einer 6 Tage Woche, 5 Tage = 20 Tage). Da 28 oder 30 Tage (und mehr) recht häufig anzutreffen sind, gilt das für die anderen Tage nicht. Da ist das frei verhandelbar.
Und wie im Artikel steht: Wenn es eine günstigere Lösung für den AN gibt, mit der beide Parteien einverstanden sind, kommt nicht der Gesetzgeber und löst Urlaub auf. Das ist dem Wurscht ;-)

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Thorongil 07.11.2017, 15:23
9.

Zitat von columbo1
Kann es sein, dass es da abweichende tarifvertragliche Regelungen gibt?
Es gibt auch abweichende Regelungen (und auch komplett ohne jeglichen Tarifvertrag). Nur dürfen die nicht schlechter sein als das Gesetz ;-) Hier (DAX-Konzern aus der Softwarebranche) verfällt gar kein Urlaub. Aber wenn jemand heftige dreistellige Urlaubstage hat, wird er gebeten doch bitte was zu nehmen.....

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