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Taktikanalyse des Korea-Gipfels: Dealmaker oder Dealbreaker?
AFP

Drohkulisse aufbauen, zappeln lassen, Schockstarre nutzen: Donald Trump agiert wie ein windiger Geschäftsmann, findet Verhandlungscoach Martin Wehrle. Ob die Taktik aufgeht?

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PaulchenGB 12.06.2018, 19:33
1. Man kann alles kaputt reden

Eines sollten all die "Trump-Liebhaber" doch bitte mal zur Kenntnis nehmen: Seit 30 Jahren (unter Busch sen., Clinton, Busch jr. und Obama) ist mit NK verhandelt worden, in diesen 30 Jahren der Ergebnislosigkeit konnte NK ein Ergebnis erzielen: es wurde zur Atommacht! Kein US-Präsident, auch Friedensnobelpreisträger OBAMA nicht, wollte sich mit den Diktatoren treffen. Trumps unkonventioneller Schritt und die Drohung mit „Gaddafi-Schicksal“ und vielleicht auch auf Anweisung Chinas, haben KIM jedenfalls an den Verhandlungstisch gebracht, insofern kann schon mal von „historisch“ gesprochen werden, jetzt gibt es als ersten Schritt diese Absichtserklärung. Nun ist KIM an der Reihe, Ergebnisse zu liefern, die Sanktionen bleiben ja bestehen. Und ich denke, dass er sich in der Rolle gefällt, NK aus der Isolation herauszuholen und in Wohlstand zu führen. Wer auf die Menschrechtslage in NK anspielt sollte nicht vergessen, dass alle Staaten (auch Deutschland) wirtschaftliche Interessen immer voranstellen. Menschenrechtsverletzungen in der Türkei, Russland oder China werden doch auch stets nur am Rande „angeprangert“. Da müssen die TRUMP-Basher nicht päpstlicher sein als der Papst.

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dipsy_ 12.06.2018, 19:45
2. awesome

wundervoller Artikel! Beschreibt genau wie wir das Treffen zw. Trump und Kim zu werten haben!

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Sangit raju 12.06.2018, 19:49
3. Gute Argumentation, ...

... Herr Wehrle...
Ich denke so langsam, der Herr Trump denkt tatsächlich, dass er sich bald einen Friedensnobelpreis ans Revers heften darf...

Ich hoffe nur, dass alle bisherigen Friedensnobelpreisträger, die heute noch im Leben weilen, ihren Preis sofort zurück geben werden, sollte tatsächlich jemand auf die Idee kommen, in diesem Unmenschen Trump einen Friedensengel zu erkennen...:-)

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laberbacke08/15 12.06.2018, 19:52
4.

Nur kann man Verhandlungstaktiken aus der Geschäftswelt eben nur begrenzt auf diplomatische Verhandlungen anwenden. Das ist ungefähr so wie zu sagen, dass ein guter Autofahrer an der roten Ampel am besten schon auf dem Gaspedal steht und das Auto nur mit der Bremse hält um dann wie ein F1-Fahrer beim umspringen der Ampel loszurasen.
Leider scheint unsere Gesellschaft nach Jahren der Offenheit und Annäherung wieder zu einer „Ich“-Gesellschaft zu werden und zu verrohen. Ich hatte eigentlich gehofft, dass solche Leute wie Trump der Vergangenheit gehören.

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wudama 12.06.2018, 20:03
5. Trump to Iran: Get your own nuke

Bei aller Taktikanalyse wird übersehen, dass Trump keine Strategie hat und von übergeordneten Zusammenhängen nichts wissen will. Mit jedem Händedruck und jeder Unterschrift sendet Trump dem Iran die Botschaft, dass er den Iran erst dann ernst nimmt, wenn dieser seine eigenen Atombomben hat. So wird die Welt zu einem unsichereren Ort.

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pragmat 12.06.2018, 20:04
6. Schattenspiele

Es ist immer wieder erstaunlich, wie fantasievoll Journalisten werden, wenn sie keine Fakten haben. Da werden dann Schattenspiele aufgezeigt wie der wedelnde Schwanz eines Hundes, wenn es auch nur der kleine Finger ist.

Denn wer sagt, dass in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen kein intensiven Gespräche geführt wurden? Nur weil die Journalisten nichts davon zu wissen bekamen? Schon alleine die UNO-Sicherheitsrat-Verhandlungen zu den Sanktionen gegen Nordkorea haben Monate gedauert bis alle im Boot waren und Nordkorea vor die Alternative des wirtschaftlichen Ruins gestellt wurde.

Und was die Zukunft angeht, so haben die Journalisten gerade mal die 2 ersten Seiten des Abkommens gelesen und dann ihren Kaffesatz befragt. Dabei gehört zur Präambel noch ein dickes Buch, das nur von Eingeweihten beachtet wird.
Nun, wer sich mit Schattenspielen zufrieden gibt, wird nie die Wirklichkeit erfassen.

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solltemanwissen 12.06.2018, 20:10
7.

Zitat von PaulchenGB
Eines sollten all die "Trump-Liebhaber" doch bitte mal zur Kenntnis nehmen: Seit 30 Jahren (unter Busch sen., Clinton, Busch jr. und Obama) ist mit NK verhandelt worden, in diesen 30 Jahren der Ergebnislosigkeit konnte NK ein Ergebnis erzielen: es wurde zur Atommacht! Kein US-Präsident, auch Friedensnobelpreisträger OBAMA nicht, wollte sich mit den Diktatoren treffen. Trumps unkonventioneller Schritt und die Drohung mit „Gaddafi-Schicksal“ und vielleicht auch auf Anweisung Chinas, haben KIM jedenfalls an den Verhandlungstisch gebracht, insofern kann schon mal von „historisch“ gesprochen werden, jetzt gibt es als ersten Schritt diese Absichtserklärung. Nun ist KIM an der Reihe, Ergebnisse zu liefern, die Sanktionen bleiben ja bestehen. Und ich denke, dass er sich in der Rolle gefällt, NK aus der Isolation herauszuholen und in Wohlstand zu führen. Wer auf die Menschrechtslage in NK anspielt sollte nicht vergessen, dass alle Staaten (auch Deutschland) wirtschaftliche Interessen immer voranstellen. Menschenrechtsverletzungen in der Türkei, Russland oder China werden doch auch stets nur am Rande „angeprangert“. Da müssen die TRUMP-Basher nicht päpstlicher sein als der Papst.
Warum bilden Sie sich nicht einfach mal über den Koreakonflikt? Was ist? Zu faul?

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kaiservondeutschland 12.06.2018, 20:20
8. Wir müssen mit Trump leben

Die Welt muss mit Trump leben.

Für mich ist er eine Karikatur von einem fiesen Geschäftsmann und ich weiß, dass er launisch ist und dass man bei ihm mit wirklich allem rechnen muss.

Ich will ihn aber nicht verstehen und auch nicht erklären. Man sollte sich nicht allzu viel mit diesem Herrn beschäftigen und so seine Zeit verschwenden.

Recht hat Trump aber wegen der deutschen Militärausgaben. Die sind zu niedrig!

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bosse0815 12.06.2018, 20:21
9. Angst und Bange

Tatsächlich ist die Weltordnung, die uns 70 Jahre Frieden, Freiheit und Wohlstand beschert hat, Geschichte.
Die engsten Verbündeten werden aufs übelste brüskiert und der Lächerlichkeit preisgegeben und ein menschenverachtender Tyrann, der seine Gegner an die Schweine verfüttert, wird zu einem großartigen Staatsmann erklärt.
Denken wir das mal weiter... wir haben 70 Jahre von der wehrhaften Demokratie schwadroniert. Wir werden beweisen müssen ob das ernstgemeint war.

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