Forum: Karriere
Tipps an das frühere Ich: Hätte ich das bloß mit 18 gewusst ...
Nele Glck

Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Wir haben Menschen zwischen 30 und 60 Jahren gefragt, welchen Rat sie sich zu Beginn ihres Erwachsenenlebens gewünscht hätten.

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In-Golf 23.07.2018, 12:30
1. "Junge, werd´ Jurist - Wirtschaftsjurist"

Leider wurde ich Wirtschaftswissenschaftler.

Dieses zweckrationale Wissen ist in einer empathischen, machtorientierten und reglementierten Gesellschaft kontraproduktiv.

Die Juristen, die Pleiten abwickeln, verdienen daran oft mehr als die, die ein Unternehmen aufbauen. Die Kaste hat sich gut gesichert. Man muss eher wissen, wie die Machtstrukturen der Mafia funktionieren (dito Börse, Banken, Politik) und nicht, wie die Warenproduktion und -verteilung funktionieren.

Macht schlägt immer Vernunft.

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tempus fugit 23.07.2018, 12:31
2. Interessant....

...und auch viel Zufall dabei - wobei man mal den Begriff Zufall so sehen sollte,
dass einem 'was zufällt'!
Mein damaliges Umfeld war nicht meines, das hatte ich schon sehr früh mehr gespürt als
gekannt...
Einfach was angehen, wenn man neugierig und wissbegierig ist und das geht/ging (?)
besonders gut bei Menschen, deren Startbedingungen recht ungünstig aussahen.

Raus, tun, was einen inspiriert, lernen, was man zuvor nicht lernen konnte/wollte,
Erfahrungen sammeln, alte Schablonen liegen lassen, sich mit 'schrägen Leuten' unter-
halten, Empathie erfahren, auch Hilfe anzunehmen von ehrlichen Leuten.
Zeigen, dass man mehr drauf hat als 'Studium' und Ideen verwirklichen.

Man kann sehr weit kommen, menschlich, geographisch und wirtschaftlich.

Und:
ja, Risiken gibt's da einige, auch ein bisschen Glück braucht man, das fällt nicht jedem zu!
DerWeg ist das Ziel!

Eines kann man empfehlen: einfach mal - auch - dem gesunden Bauchgefühl folgen.

Die Mischung macht's - und selbst verdientes/gespartes Geld auch!

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jujo 23.07.2018, 12:44
3. ....

Ich bin eher durch Zufall zu meinem (Traum) Beruf gekommen.
Jetzt mit knapp 74 weiß ich (!) , das ich alles richtig gemacht habe.
Es gab 3 Situationen in denen ich mich beruflich hätte verändern können, auf jeden Fall finanziell verbesssern. Ich kann natürlich nicht sagen wie es dann weitergegangen wäre. Nun gut, ich tat es nicht, bereue es nicht. Es ist gut so wie es gelaufen ist

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dasfred 23.07.2018, 13:02
4. Denn erstens kommt es anders,

und zweitens als man denkt. Nur wenige können mit 18 Jahren schon ihre Zukunft planen. Alle anderen können sich nur für eine Richtung entscheiden und auf ihr Schicksal vertrauen. Hauptsache, man gibt bei einem Rückschlag nicht auf. In späteren Jahren kommen Chancen, die man als junger Mensch noch gar nicht auf dem Zettel hat.

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muunoy 23.07.2018, 13:07
5. Aussage des Polizisten ist seltsam

Den 57-jährigen Polizisten verstehe ich nicht. Er hatte doch das Glück, dass ihm jemand mit 18 gesagt hat, was er dann als Thema anbringt, was man ihm hätte sagen sollen. Ich hatte dieses Glück nämlich nicht. Wenn man mich mit heute 50 Jahren fragen würde, würde ich nämlich genau diesen Punkt bringen: Es ist nie zu früh, mit Vermögensaufbau anzufangen. Da ich mein Studium selbst finanzieren musste, war ich eigentlich immer blank. Aber auch ich hätte damals jeden Monat 10 DM zurück legen können und diese am Kapitalmarkt investieren können. Das hat mir keiner gesagt. Und in der Schule kam das Thema Wirtschaft (NRW) überhaupt nicht vor. Ich studierte Chemie inkl. Promotion. Da man in den 90ern aber keine Ingenieure und Naturwissenschaftler brauchte, musste ich was anderes machen. Glücklicherweise habe ich mir dadurch und auch schon während des Studiums Wirtschaftskenntnisse aneignen können und fing immerhin mit 30 mit dem Vermögensaufbau an. Jetzt bin ich selbständig und 50 Jahre alt. Und ich sehe viele in meinem Alter, die immer noch nicht das Thema "Vermögensaufbau" angehen. Dabei ist es da eigentlich schon zu spät. Zugegeben erschwert unser Staat den Vermögensaufbau zunehmend, weil unsere Politiker keine finanziell unabhängigen Menschen wünschen, die nicht vom Staat abhängig sind und entsprechend als Bittsteller auftreten müssen. Dennoch, der 57-jährige Polizist bekam eben genau den richtigen Tipp.
Vielleicht noch ein Tipp an alle jungen Menschen. Hört nicht auf die Alten bei Themen wie Berufswahl u. ä. Dumme Sprüche von Politikern und in Medien, dass man z. B. MINT-Fächer studieren solle, sind unbedingt zu ignorieren. Vielmehr sollte jeder junge Mensch nach links und rechts schauen und zunächst einmal das lernen, was ihm Spaß macht. Das Beispiel mit den MINT-Fächern eignet sich hervorragend. Wie schon erwähnt, brauchte man diese in den 90ern nicht. Dann studierte das kaum einer mehr, weshalb verantwortungslose Politiker und Journalisten von einem angeblichen Fachkräftemangel schwafeln. Derzeit studieren schon wieder viel zu viele Studenten die MINT-Fächer. Volkswirte sprechen in Anlehnung eines ähnlichen Effektes bei der Preisentwicklung von Schweinefleisch von einem Schweinezyklus.
Also, hört beim Thema Berufswahl nicht auf die Alten, beim Vermögensaufbau aber schon. Und auf den Polizisten bin ich weiter neidisch.

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le.toubib 23.07.2018, 13:10
6. Sie mit Ihrem Seelenverkäufer!

Zitat von jujo
Ich bin eher durch Zufall zu meinem (Traum) Beruf gekommen. Jetzt mit knapp 74 weiß ich (!) , das ich alles richtig gemacht habe. Es gab 3 Situationen in denen ich mich beruflich hätte verändern können, auf jeden Fall finanziell verbesssern. Ich kann natürlich nicht sagen wie es dann weitergegangen wäre. Nun gut, ich tat es nicht, bereue es nicht. Es ist gut so wie es gelaufen ist
Wäre ich am Meer und nicht im Südwestdeutschen Schichtstufenland N° 160 aufgewachsen, hätte es mich wohl auch auf die See verschlagen, sei es Handels- oder Kriegsmarine ... ;-)

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triptychon5zehn 23.07.2018, 13:34
7.

Warum geht es den Meisten nur um Beruf/Arbeit? Schade das der Horizont des Menschen da meist aufhört. Lebst du schon oder arbeitest du noch? Mit 18 wie heute weiß ich, dass die Arbeit zumeist nicht glücklich macht und man daher viel mehr Wert auf Zeit legen sollte, denn Zeit haben wir heute nicht mehr. Glück hat wer Spaß am Beruf hat - wenn es denn nur so einfach damit wäre.

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SabineAusDemNorden 23.07.2018, 13:42
8. der Witz ist

die Tipps bekommt man eh mit 18.. auch noch mit 20 und 25. Hört irgendwer drauf? Nö. Also ich hab es jedenfalls nicht getan und wollte partout Künstlerin werden. Ich tauge allerdings nicht zur Geschäftsfrau, die man in der Selbstvermarktung auch sein muss, weshalb ich jetzt im Seniorenheim arbeite. Tja, selbst Schuld.

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Marvel Master 23.07.2018, 13:51
9. Mein Tipp an die 18 Jährigen

Ich sehe es ähnlich der Menschen aus dem Fotostrecke.
Generell kann ich sagen
- Man sollte sich seine Träume nicht von anderen ausreden lassen. Wenn man das machen
möchte, dann auch ruhig machen
- Das Thema Geldanlage sollte man tatsächlich mit 18 beginnen. Mit 50 ist es zu spät.
Sollte man jeden Monat 10 bis 20% von seinem Gehalt zurücklegen, hat man mit 65 Jahren
1 Mio Euro auf dem Konto.
- Es ist nie verkehrt immer ein Backup Plan in der Hinterhand zu haben, falls es mal mit
der Schauspielkarriere, Künstler, etc. nicht so klappen sollte.
- Freundliche und nette Menschen sind in der Gesellschaft begehrt und sexy. Arrogante, überhebliche Menschen eher weniger.
- Man sollte das machen, was einen glücklich macht
- Sport und eine gesunde Ernährung führen zu einem erotischen Körper und man lebt viel besser
- Rückschläge sollte man als Lehrmeister sehen und es nächstes mal besser machen
- Entscheidungen erst nach einer Bedenkzeit treffen und sich nicht von anderen zu irgendwas
drängen lassen. --> "Das kannst du nur jetzt noch kaufen. Gleich ist es weg." oder dergleichen. Oder "Wenn Sie jetzt nicht zuschlagen, wird das Angebot nie wieder kommen."
- Man sollte sich in seinem Leben Ziele setzen, die etwas höher liegen, als sie eigentlich erreichbar sind. So wächst man über seine Fähigkeiten hinaus.

Viel Erfolg.

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