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Transparente Firma: "Wir veröffentlichen alle Gehälter im Internet"
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Ein Büro bekommen die Mitarbeiter nicht, dafür Einblick in alle E-Mails und Gehälter: Leo Widrich bezeichnet sein Start-up als soziales Experiment. Jeden Monat bewerben sich Tausende.

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Marc Rosenberg 23.05.2016, 09:41
1.

Sehr gut, sprecht über Gehälter!

Es muss aufhören, dass man in Deutschland nicht übers Gehalt spricht! Davon profitieren nur die Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter in Gehaltsverhandlungen billig abspeisen können.
Sprecht übers Gehalt! Ich fange an:
Junger Berufsschullehrer: 3.856€ brutto

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LiLiLi 23.05.2016, 09:44
2. Verrückt?

Ich sage Ihnen was. Das gibts schon seit fast 100 Jahren und nennt sich Tarifvertrag und Betriebsrat. Klingt nicht so fancy-experimentell, hat aber was.

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black-mamba 23.05.2016, 09:51
3. Transparenz?

Das mit dem quasi öffentlichen eMail-Verkehr - so es nicht ein fake ist - find ich ja gut. Aber warum meint immer jeder wissen zu müssen, was ein anderer verdient? Verdienst ist zu einem nicht unerheblichen Teil auch Verhandlungsgeschick. Und wenn ich das besser kann/konnte als mein Kollege(m/w), dann ist das eben so. Mich interessiert nicht die Bohne, was die Leute um mich herum bekommen. Die einzigen Entgelte die öffentlich zu sein haben, sind die unserer Volksvertreter und das auch nur deshalb, weil die - leider - selbst darüber bestimmen können, was sie erhalten. Dieser Hype um Gehaltstransparenz, macht nicht einen einzigen Verdienst fairer oder unfairer. Ist nix weiter - meine Sicht der Dinge - als eine weitere Form von Voyeurismus.

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acitapple 23.05.2016, 10:01
4.

Dann wünsche ich dem Jungunternehmer schon mal viel Spass bei dem mit Sicherheit anstehenden Gezeter, wenn die Leute einer Abteilung nicht einsehen wollen, dass ein anderer mehr bekommt, weil ja alle "die gleiche Tätigkeit" machen.

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bk69 23.05.2016, 10:12
5. Eher nicht transparent

Zitat von LiLiLi
Ich sage Ihnen was. Das gibts schon seit fast 100 Jahren und nennt sich Tarifvertrag und Betriebsrat. Klingt nicht so fancy-experimentell, hat aber was.
Ein Tarifvertrag an sich mag ja transparent zu sein, aber wir haben Kollegen, die wirklich exakt die gleiche Arbeit machen, aber in unterschiedlichen Stufen eingeteilt wurden. Einige sind in Stufe 10, andere in Stufe 12(!), was ca. 1000€ Unterschied macht. Außerdem gibt es noch die Leistungszulage, die bis zu 30% ausmachen kann - und die kennt man normalerweise nicht vom Kollegen.

Alles in allem ist der Tarifvertrag eine nette Sache, aber deshalb zu wissen, was ein Kollege verdient, ist in vielen Bereichen nicht möglich. Es bleibt weiterhin Verhandlungssache.
Und übrigens: Die Tariferhöhungen mögen ja auch sehr toll sein, aber x% macht eben bei jemanden in Stufe 10 weniger aus, als bei jemanden in Stufe 12. Die Schere wird also größer.

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felisconcolor 23.05.2016, 10:20
6. öffentlicher

email Verkehr? Jeder bekommt alles? Gruselig!
Ich finde es bei uns schon lästig das jeder alles in CC setzt. Plus die Wiederholungen durch Weiterleitungen weil sich niemand den Adressheader anschaut. Was jeder wissen muss und soll wird über den Flur kommuniziert und dann wenn es wichtig ist und nur dann werden bei uns intern mails weiter geleitet. Die Gehaltsstruktur ist allerdings einleuchtend. Ich habe schon manch guten Job in München abgelehnt (ich arbeite im Norden des Landes) weil ich in M das selbe Gehalt bekommen sollte wie an meinem jetzigen Ort.

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sample-d 23.05.2016, 10:21
7.

Zitat von black-mamba
(..)Aber warum meint immer jeder wissen zu müssen, was ein anderer verdient? Verdienst ist zu einem nicht unerheblichen Teil auch Verhandlungsgeschick. Und wenn ich das besser kann/konnte als mein Kollege(m/w), dann ist das eben so.(..)
Aus welchem Grund sollten Leute für gleiche Leistung weniger verdienen, nur weil sie evtl. nicht das gleiche "Verhandlungsgeschick" besitzen ? Solche Ungerechtigkeiten nicht entstehen zu lassen ist ja gerade der Vorteil von Transparenz..

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jakam 23.05.2016, 10:30
8. Transparenz statt Ausbeutung!

Hervorragend - gäbe es hier eine solche Firma, würde sich diese vor lauter Bewerbern kaum retten können.
Wer kennt es nicht, das ätzende Gefühl bei "unter Angabe ihrer Gehaltsvorstellung" - man kommt sich vor wie auf dem Viehmarkt, "verschachern sie sich unter Wert, dann haben auch sie vielleicht eine Chance auf die Stelle".
Und kommen sie mir jetzt nicht mit dem Quatsch, dass man wissen müsse, was man wert sei, das weiss man auch - aber schreibt man das ehrlich hin, kriegt man meist nicht mal eine Absage, sondern wird als "zu teuer" gleich in Ablage P versenkt.
Armes reiches Deutschland, dass es sich nicht leisten will, seine Angestellten fair zu entlohnen.

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sample-d 23.05.2016, 10:32
9.

Zitat von acitapple
Dann wünsche ich dem Jungunternehmer schon mal viel Spass bei dem mit Sicherheit anstehenden Gezeter, wenn die Leute einer Abteilung nicht einsehen wollen, dass ein anderer mehr bekommt, weil ja alle "die gleiche Tätigkeit" machen.
Wieso sollten sie das einsehen ? Gibt ja eigentlich keinen ersichtlichen Grund für die gleiche Tätigkeit unterschiedlich zu entlohnen... Weiche Parameter über die man sich einigt wie Ausbildung und Betriebszugehörigkeit können da ja ggf. noch ein wenig Variation reinbringen...

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