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Video-Experiment: "Nein, das will ich nicht übersetzen"

Pöbeln ist so viel leichter ohne echtes, lebendiges Gegenüber. Ein Versuch mit versteckter Kamera: Bewerber sollten einem Schwarzen Beleidigungen ins Gesicht sagen. Sie brachten es kaum übers Herz - ein anrührendes Video.

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derblondehans 19.03.2015, 16:37
30. nix für ungut, Freunde

... ich habe im Video keinen einzigen 'Rassisten' erkannt. Das finde ich großartig.

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blackpride 19.03.2015, 16:39
31. No. 2

Da kommen wieder die Ablenker. "Ja, aber was ist mit....?"

Nein, es gibt keinen "Schwarzen Rassismus" oder "Umgedrehten Rassismus", wie man auch gerne sagt.

Rassismus setzt eine institutionelle Machtposition voraus, die Schwarze Menschen in dieser Welt nicht innehaben; schon gar nicht in Europa und auf der globalen Skala noch nicht einmal in Afrika. Wenn Sie Rassismus von Schwarzen gegen Weiße haben wollen, müssen Sie eine Zeitmaschine bauen, in der Zeit zurückreisen, die afrikanischen Könige davon überzeugen, Europa zu überfallen, massenweise Genozide in Europa zu begehen, die Europäer zu versklaven und über den Ozean zu schicken und ein System Schwarzer Dominanz zu errichten unter dem Weiße für die nächsten hunderte Jahre zu leiden haben. Und dann, nur dann können Sie von Rassismus von Schwarzen gegen Weiße sprechen.

Aber ich denke, darum geht es in Ihrem kleinen Ablenkungsmanöver nicht. Ich glauben, wir haben es bei Ihnen mit einem klassischen Fall weißer Fragilität zu tun. Weiße Menschen sind in der Regel von Rassismus und auf Rassismus basierendem Stress isoliert. Daraus entsteht eine Erwartungshaltung, dass das Thema nicht besprochen wird, damit auch weiterhin keine Auseinandersetzung mit der Thematik entsteht. Die Reaktion auf die Besprechung von Rassismus ist dann entweder defensiv (so wie Sie hier) oder gar aggressiv.

Hier finden Sie eine wissenschaftliche Veröffentlichung dazu:

http://libjournal.uncg.edu/index.php/ijcp/article/view/249/116

Wir werden natürlich nicht schweigend leiden, damit Sie sich besser fühlen und so tun könnten als sei die Welt perfekt und Schwarze Menschen nicht unterdrückt und Rassismus ausgesetzt.

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postmaterialist2011 19.03.2015, 16:39
32. Und was hat dies mit Rassismus zu tun ?

Zitat von Olaf
Dann sind Sie nie dahinter gekommen, dass Sie wegen ihrer Hautfarbe in fast allen afrikanischen Ländern wesentlich höhere Preise als die Einheimischen bezahlen mussten?
Erstens bin ich meistens mit einheimischen Bekannten und Freunden unterwegs und die achten schon darauf, dass man nicht übers Ohr gehauen wird. Ich finde es allerdings nicht schlimm wenn ich in Afrika für eine Mango 50 Cent zahle und der Einheimische mit kaum Einkommen diese für 20 Cent bekommt. Aufgrund meiner Kleidung und der Tatsache, dass ich mir die Reise leisten konnte, signalisiere ich ja bereits, dass ich Geld habe. Rassismus sieht anders aus, z.B. bin ich noch nie in einem Restaurant oder einer Disko in Afrika oder Asien abgewiesen worden, ich wurde nie wüst beschimpft und mir wurde auch noch nie gesagt, dass ich dort nichts zu suchen hätte und doch bitte nach Europa zurückgehen solle.

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lupidus 19.03.2015, 16:39
33.

Zitat von cato.
Was die Aktivisten zeigen wollten: Einen Kübel voll Hass über Minderheiten auszuschütten, geht locker von der Hand, wenn man es aus der Anonymität heraus tut - aber Schmähungen laut auszusprechen und jemandem dabei direkt in die Augen zu schauen, ist unendlich viel schwieriger. Im Internet pesten viele Menschen jeden Tag gegen Ausländer, Schwule, Frauen, Andersdenkende. Es ist der Fluch der unpersönlichen Kommunikation. Sie trägt maßgeblich dazu bei, dass Menschen in sozialen Netzwerken hemmungslos über alles und jeden herziehen, dass sie andere beleidigen oder bedrohen, ob versteckt hinter einem Alias oder auch unter ihrem richtigen Namen. Ähm irgendwo scheitert das Experiment daran, dass man nicht gezielt Menschen genommen hat, von denen man weiß, dass sie sich im Internet rassistisch gegenüber Schwarzen äußern ... insofern klärt es nicht die Frage ob es einfacher ist aus der Anonymität heraus seine Schmähungen zu verbreiten oder ob die Leute es von Angesicht zu Angesicht genauso tun würden.
das ist wirklich nichts neues, quasi die existenzgrundlage der sozialen netzwerke :-)

es wäre in der tat klüger gewesen, sich diese bestimmten leute, die es ja offenbar in massen gibt, rauszupicken. diese leute haben sich nichts vorzuwerfen. wie hätte sich jemand verhalten, der regelmäßig sein gift versprüht und sich plötzlich seinem hassobjekt gegenüber sieht ?

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herr_grün 19.03.2015, 16:39
34. Eindrucksvoll

Ein eindrucksvolles Video, das einem nahegeht. Allerdings kann das Experiment nichts darüber aussagen, ob Beleidigungen von Angesicht zu Angesicht schwerer fallen als im Netz. Sicher, die Vorleser im Clip bringen es kaum übers Herz, die Worte gegenüber dem Betroffenen zu übersetzen. Allerdings machen diese Leute auch nicht den Eindruck, sich zu derartigen Beleidigungen im Netz hinreißen zu lassen. Vermutlich würden sie sich überhaupt nicht so verletzend äußern. Als Experiment taugte das nur mit Leuten, die vor Onlinebeleidigungen nicht zurückschrecken. Als eindrucksvolles Video ist der Clip großartig.

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petrapanther 19.03.2015, 16:42
35.

Zitat von Olaf
Dann sind Sie nie dahinter gekommen, dass Sie wegen ihrer Hautfarbe in fast allen afrikanischen Ländern wesentlich höhere Preise als die Einheimischen bezahlen mussten?
Und das sind Probleme, von denen 90% der Menschheit nur träumen können...

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blackpride 19.03.2015, 16:43
36. @ No. 17

Sie müssen als westlicher Tourist überall höhere Preise zahlen aus die Einheimischen Menschen. Das hat mit Rassismus nichts zu tun. In Afrika versucht man auch mir (ich bin Schwarz) den höheren Preis abzuluchsen.

Sie sind so fixiert darauf, unbedingt Rassismusopfer zu sein, dass Sie die gewaltige soziale, wirtschaftliche und finanzielle Schlucht zwischen sich und den "Menschen" der armer Länder vergessen haben.

Als "Muzungu" werde teilweise auch ich bezeichnet, es hat eben die Implikation "reich" oder "wohlhabend". Das sind die Eigenschaften, die man in Afrika Weißen Menschen unterschiebt während wir Schwarzen Menschen in Europa pauschal als Drogendealer abgestempelt werden.

Sehen Sie wirklich nicht den Unterschied?

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cato. 19.03.2015, 16:45
37.

Zitat von air plane
Haha, guter Witz. Gibt sehr wohl Rassismus in die andere Richtung. Für viele Migrantenfamilien ist es beispielsweise die größte Schande, wenn ihre Tochter einen deutschen Freund mit nach Hause bringt. Unverständlich, dass in unseren Medien Rassismus stets nur in einer Richtung für möglich gehalten wird. So etwas meinen die Rechten mit "Lügenpresse". Wo ist in diesem Experiment die umgekehrte Versuchsanordnung?
Weil es sich juristisch, also nach deutschem Recht, dabei nicht um Rassismus handelt. Es ist zwar ein erbärmliches Versagen des Gesetzgebers, aber rassistische Beleidigungen gegen die Mehrheitsgesellschaft werden nicht als Rassismus aufgefasst. Auch wird die Mehrheitsgesellschaft nicht unterteilt weswegen Rassismus gegen einzelne Deutsche Stämme oder die Bewohner der ehemaligen DDR auch nicht als Rassismus gewertet wird.

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ulrich g 19.03.2015, 16:45
38. Die größten Fremdenhasser ...

... und Rassisten sind in Deutschland konservative Mohammedaner. Vielleicht wird es erst besser, wenn wir Deutschen im eigenen Land zur Minderheit geworden sind. Weit sind wir davon nicht mehr entfernt.

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jehudi 19.03.2015, 16:49
39.

Das Problem ist doch eher dass man mittlerweile bei begründeter Kritik Angst haben muss als Rassist dazustehen, als dass Menschen grundlos angefeindet werden.

Geht mehr raus in dei Strassen der Stadt und macht Euch selber ein Bild.

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