Forum: Kultur
Abgehört - neue Musik: Brecht und Bono

An Amerikas Seele scheitern selbst die Größten mit ihren neuen Alben: U2 machen moralisch schlapp, Neil Young wankt zwischen Protest und Parodie. Außerdem: Rolle rückwärts mit Nabihah Iqbal und Nebel-Rap von Yung Lean.

Seite 1 von 3
siamo2012 28.11.2017, 17:54
1.

Beim Rolling Stone Magazin haben sie mit Birgitt Fuß eine Autorin, die einen Zugang zu U2 findet.
Warum man bei Spiegel Online immer einen Andreas Borcholte mit der U2-Alben Rezension beauftragt, der ganz offensichtlich überhaupt keinen Zugang zur irischen Band findet, bleibt mir ein Rätsel.
Er hat das Album höchstwahrscheinlich im Schnelldurchgang gehört, eben weil ers muss, aber das merkt man dann eben auch an der Kritik. Was lernen wir unter anderem aus der Rezension: der gute Herr Borcholt mag keine Songtitel, in denen das Wort "Liebe" vorkommt ... Eben Pathos und Kitsch ... Igiiiiiiiiiiitt ...
Bitte beim nächsten mal einen Kritiker mit dem Review beauftragen, der weniger voreingenommen ist und auf (pardon) einem etwas weniger hohen Ross sitzt ... Danke!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bluetrane 28.11.2017, 18:33
2. Ist bei jeder Musik nur der Text aussagekräftig?

Vor allem beim Beitrag über U 2 ist mir aufgefallen, dass der Rezensent außer zu den Lyrics überhaupt nichts zu sagen hat. Da frage ich mich: Kann er es nicht oder will er es nicht? Ist die Musik völlig belanglos und klingt so, wie U 2 eben immer klingt? Gibt es nichts zu sagen über Melodiebildung, Harmonik, Rhythmik oder noch allgemeiner: Sounds? Bei dieser Art von Rezension, die nur aufs Musiksoziologische abzielt und deren einziges Thema gesellschaftliche Relevanz im Hinblick auf neuere politische Entwicklungen ist, sich aber nicht die Mühe machen kann oder will, Musik zu beschreiben und zu beurteilen, frage ich mich, ob solche Autoren überhaupt in der Lage wären, neueste Alben von Instrumental-Bands wie Animals as Leaders oder Russian Circles zu rezensieren. Man müsste dann möglicherweise ästhetische Urteile fällen, die mit Trump, Demokratiekrise usw. überhaupt nichts zu tun haben. Vielleicht haben die von mir genannten Bands aber auch mit Pop so wenig zu tun, dass das sowieso niemals in dieser Rubrik behandelt würde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
warhol66 28.11.2017, 19:25
3. Leider...

Zitat von siamo2012
Beim Rolling Stone Magazin haben sie mit Birgitt Fuß eine Autorin, die einen Zugang zu U2 findet. Warum man bei Spiegel Online immer einen Andreas Borcholte mit der U2-Alben Rezension beauftragt, der ganz offensichtlich überhaupt keinen Zugang zur irischen Band findet, bleibt mir ein Rätsel. Er hat das Album höchstwahrscheinlich im Schnelldurchgang gehört, eben weil ers muss, aber das merkt man dann eben auch an der Kritik. Was lernen wir unter anderem aus der Rezension: der gute Herr Borcholt mag keine Songtitel, in denen das Wort "Liebe" vorkommt ... Eben Pathos und Kitsch ... Igiiiiiiiiiiitt ... Bitte beim nächsten mal einen Kritiker mit dem Review beauftragen, der weniger voreingenommen ist und auf (pardon) einem etwas weniger hohen Ross sitzt ... Danke!
...ist Andreas Borcholtes Kritik doch sehr zutreffend. Klar, man kann immer auch für jedes noch so mittelmäßige Album eine/n Verteidiger/in finden, und ich muss ehrlich sagen, dass ich das tatsächlich befürworte. Zu oft wird Musik von Leuten besprochen, die sie einfach nicht mögen oder nicht mögen wollen oder nicht den Zugang dazu finden. In diesem Fall sehe ich aber, dass das durchaus nicht Borcholtes "Problem" ist.
Als großer Freund von U2s Gesamtwerk, der auch Alben verteidigt, die viele als mau oder mies abtun (Ich sag nur "POP"), muss ich leider sagen, dass dieses neue schlichtweg genau so ist, wie Borcholte es beurteilt. 4 Punkte sind da noch freundlich. Die Beispiele und Belege, die er für sein Urteil bringt, sind aussagekräftig, und leider sind es überaus peinliche Beispiele für U2s Tiefpunkt. "No Line On The Horizon" war ein tolles Album, und auch "Songs of Innocence" ist echt besser, als viele es hingestellt haben. Aber "Songs of Experience", tut mir leid, das ist wirklich das schlechteste, was U2 bislang fabriziert haben, völlig uninspiriert, bis zur Peinlichkeit. Die Songs sind so einfallslos, dass es weh tut. Wie groß die Band einmal war...! Selbst auf ihren weniger großen Alben gab es noch mehr Lichtblicke, mehr Ideen, mehr gute Songeinfälle und irgendwie neue Schritte als hier.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sverris 28.11.2017, 19:52
4.

Gute Rezension.
U2 ist für mich eh gestorben, seit klar wurde, dass Bono einfach nur ein Heuchler hoch 3 ist, zumal in Sachen Steuertricks. Was hat der nicht von der Weltverbesserung geredet, und gesungen....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
A. Merkel 28.11.2017, 20:46
5. unfaire Rezension

Die Rezension finde ich unfair. Das neue Album ist nicht uninspirierter oder einfallsloser als alles andere, was diese Band (bzw. deren Plattenfirma) in den letzten 20 Jahren rausgebracht hat. Dass der Mensch mit dem oberpeinlichen Pseudonym "Bono", der die vielen Fototermine bei Barack Obama und Tony Blair und Angela Merkel hat, keine Steuern bezahlt, ist seit 10 Jahren bekannt und nicht seit 3 Monaten. Es hat sich also nichts verschlechtert, sondern alles ist auf dem bisherigen Niveau.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tko2 28.11.2017, 21:29
6. Bono ist auch nur ein Gutmensch

Ich war ca. 25 Jahre U2-Fan, aber vor 10 Jahren war Schluss damit. Dieses moralinsaure Gehabe von Bono ging mir nur noch auf den Sack. Ein Gutemensch, wie er im Buche steht. Gute Menschen tun Gutes (oder was sie zumindest dafür halten), reden nicht darüber, tun es aus eigenen Mitteln und erheben ihr Handeln nicht zu einer allgemeinen Maxime. Ein Gutmensch erfüllt diese Kriterien nicht. Die "Paradiese Papers" zeigen nur, dass meine Entscheidung richtig war.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ericstrip 28.11.2017, 21:54
7. Unfair?

Zitat von A. Merkel
Die Rezension finde ich unfair. Das neue Album ist nicht uninspirierter oder einfallsloser als alles andere, was diese Band (bzw. deren Plattenfirma) in den letzten 20 Jahren rausgebracht hat. Dass der Mensch mit dem oberpeinlichen Pseudonym "Bono", der die vielen Fototermine bei Barack Obama und Tony Blair und Angela Merkel hat, keine Steuern bezahlt, ist seit 10 Jahren bekannt und nicht seit 3 Monaten. Es hat sich also nichts verschlechtert, sondern alles ist auf dem bisherigen Niveau.
...unfair waren nach der Logik eher alle Lobhudeleien der letzten >20 Jahre, die vor allem geschrieben wurden, um die U2-Fans als Leser zu erfreuen und sie an den Kiosk zu bekommen. Ich fand U2 in meiner Jugend auch gut, kann die alten Sachen aus den 80ern auch immer noch gut hören. Sie hätten halt 1990 dasselbe tun sollen wie die Beatles 1970. So sind sie halt zu der traurigen Truppe degeneriert, die sie schon seit langem sind. Aber um den Respekt von Kritikern geht es U2 garantiert nicht, wenn man als "Mega-Act" auch heuchelnd und inspirationslos gewaltige Umsätze generieren kann. Und an Bono kommt was Peinlichkeit angeht, nicht einmal Campino ansatzweise dran, das will schon etwas heißen (noch so eine Band, die sich besser ca. 1990 aufgelöst hätte...).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
warhol66 29.11.2017, 00:29
8. Naja

Zitat von ericstrip
...unfair waren nach der Logik eher alle Lobhudeleien der letzten >20 Jahre, die vor allem geschrieben wurden, um die U2-Fans als Leser zu erfreuen und sie an den Kiosk zu bekommen. Ich fand U2 in meiner Jugend auch gut, kann die alten Sachen aus den 80ern auch immer noch gut hören. Sie hätten halt 1990 dasselbe tun sollen wie die Beatles 1970. So sind sie halt zu der traurigen Truppe degeneriert, die sie schon seit langem sind. Aber um den Respekt von Kritikern geht es U2 garantiert nicht, wenn man als "Mega-Act" auch heuchelnd und inspirationslos gewaltige Umsätze generieren kann. Und an Bono kommt was Peinlichkeit angeht, nicht einmal Campino ansatzweise dran, das will schon etwas heißen (noch so eine Band, die sich besser ca. 1990 aufgelöst hätte...).
darüber kann man immerhin streiten. Gut, der Beatles-Vergleich ist nett. Ich denke da auch an Led Zeppelin (aufgelöst 1980). Aber: Ich finde ja "Achtung Baby"(1991) ist ihr bestes Album, und es ist eines der besten 20 Rockalben überhaupt. Und "Zooropa" (1993) ist ebenfalls großartig. Danach wird's etwas dünner, das stimmt, aber immerhin haben sie Spaß an der Sache, und es kam so manches gute Lied dabei rum. Leider sind die Hits teilweise die plumpsten (It's a bjitifuhl däääääajj. donlettigettawaayyy!!! oder Helohelo-itsaplace called Vertigo-ho!- was für ein Stuss.) Aber wie gesagt, "No Line On the Horizon" und "Pop" und manches andere hat durchaus Qualitäten. Es ist natürlich nicht "The Joshua Tree". Aber toll, dass sich eine Band 1991 so ganz neu erfinden konnte und ein geniales Album hinlegte. Wie viele vergleichbare Beispiele gibt es dafür schon...?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
arte-fakt 29.11.2017, 00:55
9. Inkompetente Bewertung

„Ryan Tedder (Ex-OneDirection)“ Ernsthaft? An dieser Stelle beendete ich die Lektüre dieser sehr einseitig gefärbten Rezension und freue mich jetzt noch mehr auf das neue Album, das offiziell am Freitag erscheint. Ach ja, Tedder: Weder Ex, und schon gar nicht One Direction!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3