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AfD-Positionen in öffentlich-rechtlichen Talkshows: Der rechte Rahmen
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Flüchtlinge werden in Talkshows oft mit Kriminalität in Verbindung gebracht. Das beeinflusst die Zuschauer. Experten warnen, dass sich so rechte Positionen beim Publikum durchsetzen.

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noeufmaison 10.06.2018, 15:17
1. In der Tat kann man eine 20 bis 30 jährige Sozialisation....

...nicht mit einem Integrationskurs dahingehend überwinden, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter anerkannt wird oder bestimmte eingeübte Konfliktlösungsmechanismen zugunsten der alleine streitschlichtenden Staatsgewalt aufgegeben werden. In der gestrigen Ausgaber der Süddeutschen legen Kriminalwissenschaftler dar, dass bei einem zweiprozentigen Flüchtlingsanteil 16 Prozent der angezeigten Sexualstraftaten auf diese Gruppe entfallen. Klar kann man jetzt sagen, wir lassen Talkshows weg und reden nicht drüber. Aber ich habe in der deutschenn Geschichte noch nie erlebt, dass das geklappt oder den Versuch etwas gebracht hätte. Und ich weiß gar nicht, warum man nicht über die von der Bundesregierung selbst in einer Parlamentarischen Anfrage veröffentlichte Zahl von Kosten in Höhe von 73 Milliarden Euro für die sogenannte Flüchtlingskrise reden können darf, und was das mit gerettetn Banken zu tun hat. Dass das eine unsinnig ist heißt nicht dass das andere Sinn macht. Ich weiß, wir debattieren hier über einen Kommentar, aber ich habe nicht das Geführl, dass man mit diesem Inhalt die Menschen noch erreicht. Denn viele spüren, dass hier eine Art Meinungsunterdrückung geführt werden soll. Probleme aus Talkshows heraushalten löst sie ganz sicher nicht.

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paulvernica 10.06.2018, 15:27
2. Das täuscht

vor allem deswegen weil am Anfang der Flüchtlingskrise nämlich nur positives über die Flüchtlinge berichtet wurde, zb gerade in den ÖR viele schöne Bilder von netten Flüchtlingskindern mit Kulleraugen. Kritik oder Kritisches wurde unter den Tisch fallen gelassen. Und nun nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, bleibt den ÖR wohl nichts mehr anderes übrig als sich selbst zu korrigieren. Bei ca 167000 Straftaten pro Jahr durch Flüchtlinge (Polizeistatistik 2018) ist es ja wohl auch zwingend notwenig darüber zu reden.

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lars.manhof 10.06.2018, 15:27
3. Keine Talkshows mehr?

Dann würde den ÖR aber ein wichtiger Teil ihrer Existenzberechtigung verloren gehen. Ich lerne die Partei- und Verbändevertreter immer erst richtig kennen, wenn ich sie dort sehe, im Wahlkampf gibt es immer nur Gepolter und Geschrei, keine Antwort und keine Diskussion mit der jeweiligen Opposition.
Außerdem gibt es im Bereich Talkshows (schlechter Begriff für Diskussionsrunde) sehr große Qualitätsunterschiede. Anne Will hat bisher sehr beachtenswerte Gespräche und Diskussionen geleitet, die aus der politischen Dokumentation der ARD nicht wegzudenken sind.

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vox veritas 10.06.2018, 15:34
4.

"Einwanderung wird nur noch als Problem gesehen."
Einwanderer sind Menschen, die dauerhaft bleiben. Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende sind Menschen mit befristeter Aufenthaltsberechtigung. Das sind zwei unterschiedliche Sachverhalten, die immer wieder durcheinander gewürfelt werden.
Wieso eigentlich? Sprache ist nicht zufällig.
Davon abgesehen wird diese Thema deshalb ständig thematisiert, weil es die Bürger interessiert. Diese sind nämlich durchaus in der Lage, die Konsequenzen der gegebenen Situation weiter ab bis bis zur nächsten Wahl zu projizieren und zu erahnen. Etwas was eine Politiker entweder nicht öffentlich machen möchte oder nicht kann.

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Shivon 10.06.2018, 15:47
5.

Ich bin zwar kein Kommunikationswissenschaftler, aber mir ist dieses Phänomen auch schon aufgefallen, dass die ganze Migrationsfrage in Verbindung mit dem Islam sehr ins Negative bei den Menschen gefühlt gezogen wird.
Dabei möchte ich nicht darauf hinaus alles nur positiv darstellen zu wollen. Ich hatte letztens eine Freundin, die im Osten wohnt, gefragt, was sie bei Migration, Asyl und Islam einfach nur "fühlt" und sie sagte sie hätte eher ein ablehnendes Gefühl bei diesen Wörtern. Ich habe sie deswegen nicht verurteilt, da ich einfach nur ihre Meinung hören wollte.
Das ist der Erfolg der "Rechten" und das macht mir persönlich Angst.

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koch-51 10.06.2018, 15:53
6.

Ich sehe das nicht so. AfD - Politiker werden ja de facto gar nicht mehr in Talkshows eingeladen. Es ist wichtig auch die Ressentiments der Bevölkerung zu kanalisieren und somit "einzufangen", indem man z.B. die FDP und die Grünen in Kontroversen zur Migrationsproblematik in Talkshows eineander gegenüberstellt und die AfD unerwähnt lässt, wenn sie so wollen "totschweigt". Wenn auch die Printmedien das praktizieren, wird auf die Dauer die Wirkung sein, dass in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht "Die AfD hat ja gar nichts dazu zu sagen, die haben nichts drauf". In Ansätzen wird das ja schon durch die Medien praktiziert, sie springen leider immer noch über so manches Stöckchen, das die AfD ihnen hinhält.

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ansv 10.06.2018, 16:23
7. @Paulvernica

Da kann ich Ihnen nicht zustimmen. Denn mit Worten wie "Flüchtlingskrise" (Krisen sind immer gefährlich) oder "Flüchtlingswelle" (die uns überrollende Naturgewalt) beginnt das Framing bereits. Ebenso zwingt das Wort "Flüchtling" förmlich zur Assoziation mit singulär und männlich. Egal wie die Berichterstattung ausgeschmückt wurde, diese Worte waren gesetzt.

Interessant finde ich hier, dass SPON versucht, sich als Beobachter zu positionieren ohne zu berücksichtigen, dass gerade hier jede noch so banale Äußerung der AfD garantiert Beachtung findet.

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citizen01 10.06.2018, 16:29
8. Die Wirkung der politischen Talkshows wird maßlos überschätzt.

Vor dem Fernseher sitzen gerade bei diesen Sendungen kritische Zuschauer, die von den offensichtlichen Belehrungen zum richtigen Verhalten zunehmend angeödet werden. Und die gewollte Tendenzen (eben den mainstream) per Teilnehmerauswahl und Fragenschärfe durchaus erkennen. Erziehungsversuche müssen danebengehen und verstärken im Falle der öffentlich-rechtlichen Sender nur den Eindruck des Regierungsfernsehens.

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Mesi0013 10.06.2018, 16:39
9. Ja aber!

Dann wäre es auch einmal angebracht das 'wording' der öffentlich-rechtlichen Sender zu hinterfragen und offen zu legen. Sobald demokratisch aufgestellte und wählbare Parteien mit dem Beiwort rechtspopulistisch gebrandmarkt werden, und niemand sagt weshalb, dann stört mich das als Demokrat sehr, weil die Demokratie nunmal vom Meinungspluralismus lebt. Diesbezügliche Bevormundungen der Medien sind unerträglich!

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