Forum: Kultur
"Anne Will" über Zuwanderung: Von Eckpunkten, Bausteinen - und Lebenslügen
NDR/Wolfgang Borrs

In Deutschland werden Fachkräfte gesucht, und Anne Will fragt ihre Gäste: "Löst Zuwanderung das Problem?" Die Antworten fallen ähnlich aus - gestritten wird vielmehr darüber, was für ein Einwanderungsgesetz sinnvoll wäre.

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pittiken 27.08.2018, 07:23
10.

Wenn es ein Fachkräftemangel gäbe, dann würden höhere Löhne die Antwort darauf sein. Sind sie aber nicht. Beispiel Bau, die meisten sind dort weiterhin zum Mindestlohn Bau beschäftigt, weil alle Baufirmen so bezahlen. Also bevor hier ein Klugscheißer daherkommt, das man doch wechseln sollte. Man hat seinen Stamm, mehr Aufträge werden über selbständige Polen, Bulgaren, Rumänen abgewickelt. Für die anderen Wirtschaftszweige wird das über die Zeitarbeit mit noch mickrigerer Entlohnung getan.

Und heute schon kann sich eine ausländische Fachkraft sich Arbeit und Wohnung besorgen und bekommt dann auch den Aufenthaltstitel.

Wenn nicht im Einwanderungsgesetz ausdrücklich stehen wird, dass bei Ablehnung nach diesem Einwanderungsgesetz ein Asylanspruch ausgeschlossen ist, wird der Zustrom in die Sozialkassen weiter anschwellen.

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Markus Dicks 27.08.2018, 07:30
11. Gutmenschen / Beruhigungspillen / Diskalkulie

...65 % der "Flüchtlinge" landen nie im ersten Arbeitsmarkt. D.h. die Gruppe der "Migranten" (Flüchtlinge sind es ja nur in 20 % der Fälle) ist natürlich überhaupt nicht in der Lage sich selbst zu finanzieren, sondern BELASTET erheblich und massiv die Sozialsysteme.
Es ist herrlich, daß gleichzeitig dem ein oder anderen Deutschen klar wird, daß mit der Verrrentung der Babyboomer das Rentensystem & das Gesundsheitssystem faktisch zusammenbricht bzw. die Leistungen massiv gestrichen werden.
In diesem Zusammenhang die "Flüchtlinge" als Lösung des Problems anzusehen, ist Diskalkulie im Quadrat.
Was die ÖRs hier betreiben ist eine unglaubliche Volksverdummung. Aber sowohl bei Target 2 (1 Billion!), den Kosten der Griechenland-Rettung und auch hier sind sich für keinen mathematischen Unfug zu Schade. Oder können Journalisten einfach nicht rechnen ???

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Katzenfritz 27.08.2018, 07:31
12. von Lebenslügen

Ja, evtl.brauchen wir Zuwanderung in einige Berufe (wenn zB die momentane "Wirtschaftsblüte" weiter anhält, wovon ich persönlich jedoch nicht ganz überzeugt bin)
Aber auch da stellt sich ein generelles Zuwanderungsproblem; In der Kranken- / Altenpflege zB brauchen wir mehr weibliche Auszubildende, denn Männer selber drängen immer häufiger in diesen Beruf, dessen Klientel jedoch zu fast dreiviertel aber aus teils sehr alten Damen besteht, die oft generell ein Problem haben, von Männern (auch intim!) versorgt und gepflegt zu werden. Ist verständlich, sind halt alte, gebrechliche Frauen, auch noch mit viel schlechten Erfahrungen und Vorurteilen behaftet. So gut auch ein Pfleger in einer Teamschicht ist (ca 5 bis 10 Personen), aber einer ist eben auch meist genug.
So habe ich (über meinen Beruf als Pfleger / Ausbilder) zB erst kürzlich zwei junge Flüchtlinge mit Pflegehelferausbildung kennengelernt, die aus obigen Gründen trotz dem wirklich eklatanten Mangel an Pflegekräften (Markt "leergefegt") eben bislang noch keine Stelle gefunden haben, und das finde ich schon alarmierend.
Aber Krankenhäuser und Heime sind eben auch Konkurrenz und Wettbewerb unterworfen, und müssen sich ggf an den Wünschen der - meist älteren - "Kund/innen" orientieren.
Ich nehme an, dass dies im Frisörladen nicht viel anders ist.
Und ein MEHR an weiblichen Auszubildenden bekommt man nicht unbedingt durch noch mehr Migration, - besagter Lebenslüge! - sondern bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung.
(Und natürlich vl. durch das massenhafte "Freisetzen" (und umschulen) von Einzelhandelsfachkräften / Verkäuferinnen, die in den nächsten Jahren dem Onlineversand zum Opfer fallen)

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Querkopf58 27.08.2018, 07:31
13. ... ist auch nicht die Lösung

Unabhängig davon dass in Deutschland mangels entsprender eigener Bemühungen und Vorbereitungen auf das Problem fehlender Fachkräfte nach wie vor zu diesem Problem unternommen wird, ist es doch auch interessant erst einmal festzustellen, wie sich die Aussagen der Politik in den letzten 3 Jahren gewandelt haben.
2015 hieß es doch erst, dass da im Zuge der Flüchtlingsströme Fachkräfte, Ärzte usw. in großer Zahl kommen, jetzt sind es eben zum erheblichen Teil ungelernte oder auch unwillige.
In jedem Falle halte ich eine massive "Einwanderung" von Fachkräften für falsch, denn so berauben wir Staaten und Regionen ihre besten Köpfe und machen uns immer wieder neue Probleme. Dies widerspricht doch auch den Aussagen von Merkel und Co., dass man die Flüchtlingskrise in den Herkunftsländern bekämpfen soll.
Sicher ist es für unsere allmächtige Wirtschaftslobby interessanter sich eventuell fehlende Kräfte zu holen und dann diese Herkunftsländer lediglich als Markt zu sehen, in dem dann die "Entwicklungshilfe-Gelder" wieder zurück geholt werden.
Ist aber eben weltpolitisch gesehen einfach nur falsch.

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ruderpinne 27.08.2018, 07:52
14. Die Diskussion zeigte,

dass vor allem die linken Parteien sich von ihrer Besessenheit für Zuwanderung nicht trennen können.
Es ist schwer zu verstehen, warum die linken Eliten ihre aktuellen und früheren Wähler dieser gesellschaftlichen Belastung aussetzen. Es überrascht auch, dass sie nicht verstehen wollen, dass Zuwanderung die Situation für die sozial Schwächeren am Arbeits- und Wohnungsmarkt, im Schul- und Gesundheitswesen einfach massiv verschärft.

Denn es sollten sich auch die Politiker der SPD/SPÖ und der deutschen Grünen bewusst sein, diese Hochkunkturphase wird nicht ewig dauern, und Digitalisierung und Automatisierung werden rasch voranschreiten. Die geschichtliche Erfahrung zeigt, dass die Kapitalisten ihre Gewinne nicht teilen werden.
Die Funktionäre angeführten Parteien werden auch kein Dank erhalten, in den Salons lachen heute schon die Reichen.
Die 0,01%-Macht, die da waltet und schaltet, hält die Globalisierung erst bei völlig freier Migration für vollendet. Das bekundete man klar und deutlich auf Weltwirtschaftsforum 2013:
"Globalization has made the free flow of goods and ideas an integral part of modern life. The world has benefited greatly from the accelerated exchange of products, services, news, music, research and much more. Human mobility, on the other hand, remains the unfinished business of globalization."
https://www.weforum.org/reports/business-case-migration
Unsere verlogenen Politiker als Erfüllungsgehilfen sollten das wenigstens zugeben und nicht auch noch Humanität heucheln. Darum geht es ihnen nämlich gar nicht.

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fatherted98 27.08.2018, 07:53
15. völlig überflüssig....

...die EU hat 510 Millionen Einwohner. Die Südländer haben teils bis zu 40% Jugendarbeitslosigkeit, der schulische Ausbildungsstand innerhalb der EU ist fast vergleichbar, Fachkräfte aus anderen EU Ländern werden als Sub-Unternehmern im Handwerk schon seit Jahren anerkannt....die Notwendigkeit eine Einwanderungsgesetzes oder ähnlichem erschließt sich nicht.....und in der Diskussion kam doch vor allem eines immer wieder durch....man will die Außer-EU-Migranten....sprich Wirtschaftsflüchtlinge....legal nach Europa holen und zwar in Masse. Das ist das abgesprochene Ziel der Regierung in Deutschland....man wehrt sich zwar gegen diese Behauptung....aber die Zielsetzungen sind so durchsichtig, dass man sie erkennen muss.
Warum nicht in der EU Fachkräfte aktiv angeworben werden, warum osteuropäische Pflegekräfte nicht mit guten Lohn und Lebenbedingungen nach Deutschland geholt werden...ist mir ein Rätsel. Das in der Diskussion natürlich ein Handwerksberuf der eher kreativ als technischen Hintergrund bedarf (das Friseurhandwerk) in als Beispiel herangezogen wurde....als ob wir nicht genug ausgebildete Friseure hätten (nur die wollen in dem Job nicht mehr arbeiten weil nur Hungerlöhne gezahlt werden, obwohl für eine Dauerwelle mal eben 200 Euro fällig sind).
Man hätte mal das Beispiel Elektrohandwerk oder Heizung/Sanitär, Dachdecker oder Zimmermann anführen sollen....da sieht die Ausbildungsfähigkeit von afrikanischen Migranten ganz anders aus. Im übrigen....will man doch Fachkräfte anwerben....oder?.....oder will man Migranten legal ins Land holen und diese dann teuer ausbilden?

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wasistlosnix 27.08.2018, 07:58
16. Folgeprobleme

Was nicht diskutiert wurde sind die Folgen der Zuwanderung. Folgen wie in Chemnitz, Folgen auf dem Wohnungsmarkt. Wenn wir jedes Jahr 400.000 Einwanderer benötigen, dann braucht es auch Wohnraum dazu, dann braucht es auch die Infrastruktur für deren Familien.
Die Unternehmen könnten ja in Wohnraum investieren für die benötigten Facharbeiter usw. Das soll aber der Steuerzahler leisten.
Das eine Loch im Eimer wird gestopft und andere dabei aufgerissen.

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new#head 27.08.2018, 08:08
17.

Die Frisörausbildung darf dr Zugewanderte ja ohne weitere Voraussetung beginnen, wenn er einen Ausbildungsplatz findet. Eine ausgebildete zugewanderte Krankenpflegekraft z.B.,aus einem Drittstaat, muss zwingend eine Anerkennung beantragen und bekommen, um diesen Beruf hier ausüben zu dürfen. Die zwingend erforderloche Sprachqualifikation einbezogen,, dauert der Anerkennungsprozess mindestens 1 Jahr.
Ist eine Nachqualifizirung nötig, entsprechend länger, bis zu 3 Jahren.
Das gilt für alle medizinischen Berufe, Lehr- und Sozialberufe, Ingenieure, Meister und viele mehr.
Wer entsprechende Sprachkenntnisse mitbringt und alle Voraussetzungen erfüllt kann die Anerkennung im unwahrscheinlichen, besten Fall in 4 Monaten haben. Theoretisch kann die Beantragung auch bereits vor einer Einreise aus dem Ausland geschehen.
Also Koffer packen und hier die Arbeit aufnehmen ist Bewerbern aus Drittstaaten in vielen Berufen, und gerade in den gesuchten, nicht möglich. Innerhalb der EU und EWR zählt der gleiche Anspruch, bei dauerhaft angestrebter Tätigkeit in der BRD,. Die Regularien sind jedoch vereinfacht. Die Kenntnis dieser Umstände ändert nach meiner Meinung das Bild der gesamten Diskussion und wird nicht mit einer Silbe erwähnt. Wobei ich befürchte , dass Herr Bouffier ohnehin nur seine gestern zigfach wiederholte Dauerschleife beherrscht.

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reswer 27.08.2018, 08:13
18. Millionen Jobs fallen weg

Die nächste industrielle Revolution, die bereits im Gange ist und unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“ läuft, soll demnach mehr als sieben Millionen Arbeitsplätze überflüssig machen – und zwar weniger in den Fabriken, die bereits weitgehend automatisiert sind, sondern in Büros und Verwaltung: Gefährdet sind die Angestellten mit „weißem Kragen“, heißt es in der Untersuchung. Dem gegenüber stehen nur zwei Millionen neue Stellen, die für Spezialisten für Computer und Technik bis zum Jahr 2020 neu entstehen sollen.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/weltwirtschaftsforum/roboter-in-der-wirtschaft-millionen-jobs-fallen-weg-14018180.html

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gedu49 27.08.2018, 08:18
19. Eventuell...

Zitat von weroc
Es müssen sich die Arbeits- und Lohnbedingungen ändern, den wie schon auch immer wieder in anderen Artikeln beschrieben wird, gibt es einige Jugendliche, die keinen Ausbildungsplatz finden. Aber das ist ja bestimmt nur deren Schuld....
....liegt es daran, dass einige unserer Jugemdlichen deshalb keinen Ausbildungsplatz bekommen, weil sie Berufswünsche haben die bedingt durch ihre schulischen Leistungen einfach nicht realisierbar sind oder unrealistische Vorstellungen vom Arbeitslohn. Lohn ist abhängig vom Wert der geleisteten Arbeit. Wer eben nicht schwer körperlich arbeiten kann oder will und wo Bildungslücken vorhanden sind hat bei der Berufswahl eben Einschränkungen. Allerdings fände ich eine Anhebung des Mindestlohnes sinnreich um Lohndumping durch Zuwanderer einzuschränken.

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