Forum: Kultur
"Anne Will" zu Organspenden: In die Pflicht nehmen
NDR/Wolfgang Borrs

Geht es nach Gesundheitsminister Jens Spahn, wird jeder zum Organspender, der nicht widerspricht. Anne Will diskutierte mit ihren Gästen über diese Idee - und brachte die Debatte tatsächlich voran.

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chjuma 10.09.2018, 04:29
1. Super Diskussion

Herr Lauterbach und Herr Hirschhausen haben scheinbar fachlich fundiert und für den Laien nachvollziehbar argumentiert. Herr Lauterbach hat meine Hochachtung. Hat nur leider Stegner und Nahles als Wortführer in der Partei. Frau Manzel hingegen hat mir echt Angst gemacht. Ich hoffe sie wird nicht in Wirklichkeit auf sensible Gemüter los gelassen. Fazit für mich jedenfalls ist, egal wie die politische Debatte ausgeht, ich besorge mir einen Spenderausweis. Habe mich auch zu wenig damit befasst. Eigentlich bei den heutigen medizinischen Möglichkeiten unverantwortlich von mir.

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advocat diavoli 10.09.2018, 04:39
2. Fuck off

was für ein Wort ... Spendenpflicht... Aber ... warum eigentlich spenden.... Blut, Organe, alles vom Bürger umsonst. Kliniken, Ärzte, div. Organisationen verdienen ein Vermögen mit unseren Spenden. Vlt. sollte man mal überlegen ob da nich ein angemessener Beitrag ) und wenns nur die späteren Beerdigungskosten sind) für den Spender die bessere, sinnigere Lösung wäre

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freeword 10.09.2018, 04:48
3. Danke...

für eine überaus sachliche und unaufgeregte Diskussion zu einem nachdenkenswertem Thema. Wobei mich, und das ist mein einziger Kritikpunkt an dieser Sendung, die kaltherzige kirchentechnokratische Argumentation des Herrn Huber doch ein wenig hat schaudern lassen.

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ulmer_optimist 10.09.2018, 04:58
4. Umentschlossen

Ich finde die Neuregelung im Sinne der Menschen, die Organe benötigen, gut. Es sollte darauf geachtet werden, dass kein Organhandel entsteht. Für mich selbst bin ich unentschlossen. Ich möchte nur zeitlich sehr begrenz noch am Leben gehalten werden, um auf Organentnahme zu warten.

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rauchen ist tödlich 10.09.2018, 05:48
5. hirntot nach

10 min. zuschauen. hubert labert im nebel rum, lauterbach scheint besoffen zu sein....werde mich jetzt im krankenhaus als hirntot anmelden und meine organe spenden.....

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izach 10.09.2018, 05:58
6. Vertrauen?

Wenn ich mich recht erinnere hatten wir vor ein paar Jahren ein wesentlich besseres Bild. Mögliche Organspender waren verfügbar (natürlich können es nie genug sein) aber die Solidarität war da. Dann folgte ein Skandal dem anderen, Betrug wurde hier und da ermittelt aber die Kriminellen unter den Göttern in Weiß wurden nie ernsthaft zur Rechenschaft gezogen. Keiner der Betrüger saß je im Gefängnis. Im Ergebnis ist das Vertrauen der Menschen in das System komplett verloren gegangen. Dies kann man nicht durch Verordnungen wiedergewinnen, Herr Spahn. Schaffen Sie vertrauen durch strukturelle Reformen die jede Art von Missbrauch sicher ausschließen. Dann kommt die Bereitschaft ganz bestimmt zurück. Durch zwang sicher nicht. Ehrlich gesagt hätte ich von unserer geballten Inkompetenz in Berlin aber auch nichts anderes erwartet. Schauen wir mal was passiert, wenn jetzt viele einfach „NEIN“ auf ihren Organspenderausweis schreiben. Vielleicht ordnen unsere selbst ernannten Feudalherren in Berlin dann Zwang an. Irgendwie betteln die Politiker in Berlin seit 3 Jahren regelrecht darum, abgewählt zu werden. Tun wir Ihnen den Gefallen... Es kann wirklich nicht mehr schlimmer werden.

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dasfred 10.09.2018, 06:20
7. Der Medizin Kasper war überflüssig

Die Diskussionsbeiträge der Teilnehmer waren in ihrer Argumentation für mich schlüssig und haben mich in meiner Ansicht bestärkt, diesen neuen Vorschlag umzusetzen, mir aber gleichzeitig auszubitten, weder Organe anzunehmen noch zu spenden. Herrn von Hirschhausen fand ich allerdings in seiner bemüht fröhlichen Haltung unangemessen. Das ist kein Thema für ein Comedy Bühnenprogramm. Seine medizinische Ausbildung will ich nicht in Abrede stellen, sein Unterhaltungswert mit mit einem Repertoire von Witzen aus den Witzebüchern der fünfziger Jahre, so banal umgetextet, dass man noch die Quelle erkennt, ist allerdings unterirdisch.

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sven_schreiber 10.09.2018, 06:38
8. Grundfalsch

Ich halte die Wiederspruchslösung für Grundfalsch.

Folgende Begründung:
1) Es ist eine klare Verletzung des Grundgesetzes. Die Würde des Menschen ist Unantastbar. Dies gilt auch und gerade für sterbende und deren Körper.

2) Das Konzept Hirntod steht unter Medizienern mittlerweile in hartem Diskurs und es ist nocht klar ob der Hirntod bestand haben wird. Vielmehr könnte es sein (meine Meinung) dass man zukünftig bei Spenden von „erlaubten Tötungen“ zur Organentnahme sprechen muss. Die Tötung könnte erlaubt werden, weil ein zurück ins würdige Leben ausgeschlossen werden kann.

3) Es ist nicht abschließend geklärt ob der Horntode schmerzen empfindet. In der Schweiz werden desswegen zur Sicherheit Vollnarkosen verabreicht. Deutschland verweigert sich diesem. Das ist für mich absoluter Grund zu wiedersprechen. Jeder der mal Hirntode und deren Reaktion auf Berührungen gesehen hat, dürfte die Bedenken teilen.

4) Auch über eine Gewebespende wird nicht ehrlich Informiert. Hier werden Teils Gabze Knochen und deutlich mehr vom Körper entnommen als man gemeinhin meint. Es wird auch nicht für dierekt Kranke gespendet, sondern man wird vielmehr zu einem Medikament verarbeitet, mit dem Pharmafirmen dann Gewinne erwirtschaften!

So ich glaube das war es.

Noch ein paar Links zu dem Thema:

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/todeszeitpunkt-und-organspende-wie-tot-sind-hirntote-1.1299076-2

https://www.deutschlandfunk.de/wie-tot-darf-ein-organspender-sein.1148.de.html?dram:article_id=263202

https://www.nzz.ch/wann_sind_wir_tot-1.8204978

http://m.fr.de/politik/interview-organspende-regelung-wer-noch-warm-ist-ist-nicht-tot-a-843826

https://www.aerzteblatt.de/archiv/46799/Organspende-Organentnahme-nur-unter-Vollnarkose

https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/organspende/article/879725/organentnahme-hirntod-nicht-gleich-tod.html

https://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2018/09/05/ist_tot_wer_hirntot_ist_gespraech_mit_der_dlf_2018 0905_0945_08c47204.mp3

https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/organspende-tabuthema-gewebespende-1.1370332

https://www.zeit.de/2007/08/Leichenteile/komplettansicht

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Gerdd 10.09.2018, 06:40
9. Stimmt!

Lauterbach hat recht. Neben ihm haben schon viele diese Idee gehabt. In anderen Ländern hat man sie sogar schon umgesetzt. Spahn ist lediglich der erste, der sich mit dem Titel "Bundesgesundheitsminister" schmück darf.

Es bleibt aber das Glaubwürdigkeitsproblem derer, die an den Transplantationen sehr gut verdienen. Wurden warteöisten manipuliert, weil Ärzte und Hospitäler den Umsatz wollten, oder ging es wirklich um die Patienten?

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