Forum: Kultur
"Anne Will" zu Organspenden: In die Pflicht nehmen
NDR/Wolfgang Borrs

Geht es nach Gesundheitsminister Jens Spahn, wird jeder zum Organspender, der nicht widerspricht. Anne Will diskutierte mit ihren Gästen über diese Idee - und brachte die Debatte tatsächlich voran.

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nahundfern 10.09.2018, 22:18
100. An murksdoc

Zitat von murksdoc
1. "Hirntod" ist im "Diskurs" unter Esoterikern, nicht unter Medizinern.
Hallo Murkdoc, da sind Sie aber schlecht informiert. Im Jahr 2015 gab der Deutsche Ethikrat eine Stellungnahme zum Hirntod heraus, dabei vertraten 18 von 25 Mitgliedern des Ethikrats die Meinung, dass der Hirntod der Tod de Menschen wäre, 7 Mitglieder vertraten die Meinung, dass der Hirntod nicht dem Tod des Menschen entspreche. Ich glaube, die Mitglieder des Ethikrats würden es sich von Ihnen ganz schön verbitten, in eine "Esoterik-Ecke" gestellt zu werden. Zu den Kritikern des Hirntodkonzepts zählte zum Beispiel auch von Anfang an der Philosoph Hans Jonas. Es gehörten oder gehören auch hinzu die Philosophen Dieter Birnbacher (nach anfänglicher Befürwortung) und Prof. Ralf Stoecker, die Juristen Prof Gallwas, Prof. Wolfram Höfling, die Mediziner Prof. Kurd Stapenhorst und Prof. Linus Geisler, der Hirnforscher Prof. Gerhard Roth um nur einige aus einer ganzen Reihe weiterer seriöser Wissenschaftler zu nennen.

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Sommersonne 11.09.2018, 07:32
101. Die Faulheit, das zu tun, was man für richtig hält,

gibt keinem das Recht, ein ganzes Volk einem Gruppenzwang auszusetzen, noch dazu bei einem so sensiblen und privaten Thema.

Jeder, der die Pflicht zur Organspende gut findet, kann sofort seinen Spenderausweis beantragen und wir können die Diskussion beenden.

Bei allen guten Gründen, die hier angeführt werden, bleibt das Hauptthema im Hintergrund: Der Staat entfaltet einen Anspruch auf unseren Körper. Wenn wir anfangen, das normal zu finden, wird der Staat auch Anspruch auf unseren lebenden Körper erheben.

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markus_wienken 11.09.2018, 09:31
102.

Zitat von nahundfern
Hallo Murkdoc, da sind Sie aber schlecht informiert. Im Jahr 2015 gab der Deutsche Ethikrat eine Stellungnahme zum Hirntod heraus, dabei vertraten 18 von 25 Mitgliedern des Ethikrats die Meinung, dass der Hirntod der Tod de Menschen wäre, 7 Mitglieder vertraten die Meinung, dass der Hirntod nicht dem Tod des Menschen entspreche. Ich glaube, die Mitglieder des Ethikrats würden es sich von Ihnen ganz schön verbitten, in eine "Esoterik-Ecke" gestellt zu werden. Zu den Kritikern des Hirntodkonzepts zählte zum Beispiel auch von Anfang an der Philosoph Hans Jonas. Es gehörten oder gehören auch hinzu die Philosophen Dieter Birnbacher (nach anfänglicher Befürwortung) und Prof. Ralf Stoecker, die Juristen Prof Gallwas, Prof. Wolfram Höfling, die Mediziner Prof. Kurd Stapenhorst und Prof. Linus Geisler, der Hirnforscher Prof. Gerhard Roth um nur einige aus einer ganzen Reihe weiterer seriöser Wissenschaftler zu nennen.
Stellt sich die Frage wer im Ethikrat gegen den Hirntod Bedenken angemeldet hat, die Theologen/Philosophen/Juristen oder die Fachleute im Gremium, also die Mediziner.

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santoku03 11.09.2018, 14:45
103.

Zitat von markus_wienken
Stellt sich die Frage wer im Ethikrat gegen den Hirntod Bedenken angemeldet hat, die Theologen/Philosophen/Juristen oder die Fachleute im Gremium, also die Mediziner.
Was spricht denn dagegen, die Organentnahme nur unter Vollnarkose zu vollziehen, so wie in der Schweiz üblich? Doch nur, dass dem berechtigten Zweifel daran, dass Hirntote Schmerz empfinden können, keine Nahrung geben will. Könnte man sonst doch einfach machen, wem schadet das denn? Und würde einem Gegenargument den Boden entziehen.

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marcain 11.09.2018, 18:27
104. Explantation

Prof. Manzei war die Einzige, die Tacheles redete. Und zwar über die Bedingungen, unter denen eine Entnahme der vitalen Organe überhaupt nur möglich ist. Leider wurden ihre Ausführungen abrupt unterbrochen. Was jeder wissen sollte: Der Spender muss während der mehrstündigen Explantations-OP künstlich beatmet werden, sein Blütdruck steigt sprunghaft an, wenn der Körper aufgeschnitten wird. Außerdem zeigt er unkontrollierte Bewegungen (Lazarus-Syndrom). Deshalb muss der Anästhesist in jedem Fall Muskelrelaxanzien verabreichen. Die meisten geben Vollnarkosen, auch wenn das Laien gegenüber bestritten wird. Das beweisen Explantationsprotokolle.

Wenn das Freipräparieren der Organe abgeschlossen ist, wird das Herz zum Stillstand gebracht. Etwa 15 Liter 4 Grad kalte Perfusionsflüssig werden in den Spenderkörper infundiert. Erst jetzt ist der Spender eine Leiche., die gekühlten Organe werden jetzt Zug um Zug herausgeschnitten,. Beim Herzen dauert das etwa drei Minuten.
Diese Aufläufe sollte sollte jeder kennen, wenn er sich für oder gegen eine Organspende entscheiden will.
Die Argumentation von Lauterbach und Hirschhausen, der Mensch sterbe sofort, wenn das Beatmungsgerät abgestellt wird, ist deshalb für die OP-Situation nicht geeignet. Denn der Spender befindet sich bei der Explantations-OP mehrere Stunden am Beatmungsgerät.

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1289377

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sven_schreiber 11.09.2018, 18:55
105. Vollnarkose

Ganz im Gegenteil. Es spricht mehr dafür als dagegen eine Vollnarkose zu geben, denn eine Vollnarkose unterbindet den Sprunghaften Blutdruckanstier und schützt sogar die organe. Warum man es in Deutschland dennoch nicht verpflichtend macht ist mir ein Rätsel!

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marcain 11.09.2018, 19:55
106.

Zitat von chjuma
Herr Lauterbach und Herr Hirschhausen haben scheinbar fachlich fundiert und für den Laien nachvollziehbar argumentiert. Herr Lauterbach hat meine Hochachtung. Hat nur leider Stegner und Nahles als Wortführer in der Partei. Frau Manzel hingegen hat mir echt Angst gemacht. Ich hoffe sie wird nicht in Wirklichkeit auf sensible Gemüter los gelassen. Fazit für mich jedenfalls ist, egal wie die politische Debatte ausgeht, ich besorge mir einen Spenderausweis. Habe mich auch zu wenig damit befasst. Eigentlich bei den heutigen medizinischen Möglichkeiten unverantwortlich von mir.
Vielleicht sollten Sie sich einmal intensiv informieren. Dann werden Sie merken, dass Prof. Manzei sensiblen Gemütern ermöglicht hat, sich mit der Realität auseinanderzusetzen. Nur auf Grund von realitätsnahen Informationen ist es möglich, sich für oder gegen eine Organentnahme zu entscheiden. Lauterbach hat an den entscheidenden Stellen nur abgewiegelt, Hirschhausen mit Nebelkerzen operirt. Wenn das zur Information beitragen soll........

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