Forum: Kultur
"Anne Will" zu Organspenden: In die Pflicht nehmen
NDR/Wolfgang Borrs

Geht es nach Gesundheitsminister Jens Spahn, wird jeder zum Organspender, der nicht widerspricht. Anne Will diskutierte mit ihren Gästen über diese Idee - und brachte die Debatte tatsächlich voran.

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quark2@mailinator.com 10.09.2018, 06:50
10.

Die Einleitung behauptet, die Sendung habe die Diskussion weitergebracht. Nun hab ich den ganzen Text gelesen, weil ich danach suchte ... und da ist nichts. Sowas könnte man journalistische Irreführung und Lebenszeitverschwendung nennen. Herzlichen Dank :-(. Aus meiner Sicht sind die wesentlichen Themen wieder nicht zur Sprache gekommen, insbesondere die Diskrepanz zwischen dem Wert der entnommenen Organe und der Tatsache, daß dafür nicht bezahlt zu werden braucht. Das schafft einen Spannungsbogen der Interessen - vom Überlebenskampf des Empfängers über die signifikanten finanziellen Interessen des Organhändlers hin zum moralischen Druck auf den Spender und seine Familie. Da Menschen inherent fehlbar und teilweise kriminell sind, sorgen solche Gegensätze für praktische Probleme und ich sehe nicht, daß diese im Kern wirklich klar benannt, geschweige denn gelöst werden.

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juuu1978.08 10.09.2018, 07:03
11. Mein Vorschlag wäre

jeden jedes mal zu fragen, wenn er seinen Personalausweis oder Reisepass beantragt. Dann machen sich alle immer wieder darüber Gedanken. Die Spenderausweise müssten dann dort auch direkt liegen, damit man es nicht vor sich her schieben kann. Der Mitarbeiter der Meldestelle kann ja dann ein Häckchen machen ob entschieden oder nicht und bei Abholung kann dann ja noch mal gefragt werden bei denen die sich noch nicht entschieden hatten.

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Alias2018 10.09.2018, 07:29
12. Wo ist der 3. Weg?

Jeder der eine unwiderrufliche Zustimmung gibt, bevor eigener Organerkrankung oder der seiner Familie kommt im Falle der Bedürftigkeit eines Mitgliedes seiner Familie auf eine 2. Liste, die bei der Suche nach einem Organmatch zuerst bedient wird. Zudem tritt bei einer tatsächlichen Entnahme eine Lebensversicherung in Kraft, die bei der Höhe die Anzahl der Personen berücksichtigt, denen der Spender unterhaltspflichtig war. Im Gegenzug hat der Empfänger einen höheren Krankenkassenbeiträg zu entrichten.

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ramon 10.09.2018, 07:32
13. Die Illusion der unendlich gestaltbaren Zukunft...

...ist tief verwurzelt in unserer Gesellschaft. Dementsprechend verdrängen wir auch den Tod und treffen kaum Vorkehrungen. Wie soll man auch den Tod begreifen? Es wird sich früher oder später rächen, wenn wir so ein weitreichendes Gesetz,das die technische Umsetzung nüchtern regelt, ohne breite gesellschaftliche Auseinandersetzungen einführen. Leider dominieren üblicherweise diejenigen solche gesellschaftlichen wichtigen Themen, die am lautesten schreien. Wohin das führt ist heutzutage kaum zu übersehen. Ich kann nur jedem raten, sich die Mühe zu machen, sich zu informieren und für sich eine verbindliche Regelung zu finden, egal ob dafür oder dagegen. Sonst droht die Gefahr sich im entscheidenden Moment entweder gegen den eigenen Willen zur menschlichen Handelsware zu machen oder viel schlimmer sich an einem anderen Menschen trotz eigener Bereitschaft der unterlassenen Hilfeleistung schuldig zu machen.

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kai-ser210 10.09.2018, 07:33
14. Wer nicht will, bekommt auch nichts

Ich habe die Sendung nicht gesehen, finde aber in der Debatte wird immer wieder ein Punkt nicht diskutiert. Wenn sich im Falle der vorgeschlagenen Neuregelung jemand schriftlich weigert zu spenden, müsste er dann selbst nicht auch von einer Organspende ausgeschlossen werden? Das wäre jedenfalls fair und würde den einen oder anderen vielleicht doch zum Umdenken bewegen. Ich denke viele "Verweigerer" würden im Ernstfall nämlich keineswegs selbst auf ein Organ verzichten, wenn es ums eigene Leben geht. Das ist die Krux an der Geschichte. Aus ethischen Gründen ist das vermutlich wieder nicht mit der Medizin zu vereinbaren, aber gerecht wäre es. Dieses Messen mit zweierlei Maß nervt mich immer wieder bei Gegnern der Organspende.

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prof.unrat 10.09.2018, 07:35
15.

Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass in den europäischen (Rechts-)Staaten die Zahl der Organtransplantationen deutlich höher ist, die eine Widerspruchslösung haben. Menschen sind nun mal nicht so verantwortungsbewusst und beschäftigen sich zu einem Großteil nicht mit der Thematik. Mit der Widerspruchslösung kommt nicht ein einziger Mensch zu Schaden. Im Gegenteil, es wird vielen geholfen. Dass nun Herr Huber und auch der Vorsitzende des Ethikrates ihre Bedenken für wichtiger erachten als diese Verbesserung und damit Menschen lieber sterben lassen, so deutlich muss man es sagen, halte ich für extrem unethisch und ja auch egoistisch. Und die Soziologieprofessorin auch Aachen hat sich mit ihrem Halbwissen selbst disqualifiziert.

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saaman 10.09.2018, 07:41
16. Der Schwachpunkt Klinik

Wir hören die Zahl, dass in einem Jahr rund dreimal soviel Spenderorgane zur Verfügung standen als von den Kliniken genutzt wurden. Wollen Spahn, Lauterbach und Co die Zahl auf das Zehnfache treiben? Man sollte zunächst einmal diese Schwachstelle beseitigen, bevor man sich in ein moralisch äußerst gewagtes Manöver stürzt, dass alle zum Ersatzlager (von Spende kann keine Rede sein) werden, die vergaßen zu widersprechen.

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gehdoch 10.09.2018, 07:43
17. Ich habe zu viele schlechte Filme gesehen...

...aber das Bild von einem Unfall-Verletzten, der -huch- plötzlich und überraschend stirbt, weil irgendwo in einer Privatklinik ein gut betuchter Privilegierter auf seine Niere wartet, will mir nicht aus dem Kopf.
Absurd?
Ja vielleicht... Oder?

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Indiana.Jones 10.09.2018, 07:48
18. Freiheitsbegriff

...
Der Fernsehmoderator und Arzt Eckart von Hirschhausen, der für die Neuregelung ist, legt einen anderen Freiheitsbegriff an: Die Freiheit, die hier beschnitten werde, sei die, "dass mir andere Leute egal sind".
...

Genau so ist das..

Mir sind andere Leute, soweit es beruflich oder privat geht, egal - vollkommen unabhängig von der Organspendedebatte. Und ich habe das Recht, das genau so zu formulieren.

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ThomasHortlik 10.09.2018, 07:49
19.

Es wäre schon ein kleiner, aber ich glaube durchaus wirksamer Anreiz, sich als Spender zu erklären, wenn nach der Organentnahme die Einäscherung- und Beerdungskosten übernommen würden.

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