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Architektur: Japanisches Duo gewinnt den Baukunst-Preis 2010

New York, Tokio, Essen: Für ihre Bauten rund um den Globus erhalten die Japanerin Kazuyo Sejima und ihr Kollege Ryue Nishizawa die weltweit höchste Auszeichnung für Architekten. Zu ihren bekanntesten Projekten zählt eine Universität in Deutschland.

takeo_ischi 29.03.2010, 09:13
1. .

Zitat von sysop
New York, Tokio, Essen: Für ihre Bauten rund um den Globus erhalten die Japanerin Kazuyo Sejima und ihr Kollege Ryue Nishizawa die weltweit höchste Auszeichnung für Architekten. Zu ihren bekanntesten Projekten zählt eine Universität in Deutschland.
Hatte die Freude die Beiden persönlich kennenzulernen.
So erfolgreich, talentiert und doch zurückhaltend geerdet.
Hochverdient. Gratulation.

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worldwatch 29.03.2010, 09:22
2. (Ver-)Architektur

[QUOTE=sysop;5261812]New York, Tokio, Essen: Für ihre Bauten rund um den Globus erhalten die Japanerin Kazuyo Sejima und ihr Kollege Ryue Nishizawa die weltweit höchste Auszeichnung für Architekten. Zu ihren bekanntesten Projekten zählt eine Universität in Deutschland. QUOTE]

Die Selbstsichtweise so mancher Architekten-Parallelgesellschaften, insb. von sog. "Stararchitekten", scheinen sich m.E. stets weiter von den Ansichten so mancher Buerger und Stadtbewohner, die dazu nicht gefragt werden, ja selbst wohlwollender Zeitgenossen moderner Architektur, zu entfernen.
Was zunehmend dabei herauskommt, sind, wie o.g. Preisverschiebung, (erneut) aestehetisch betrachtete Schandflecke, oekologische Desasterwuesten in Beton&Glas sowie nicht nachhaltige, nicht einfuegbare Fremdkoerpererektilereien. Zunehmend werden Ziele wie optische Harmonie, Einfuegbarkeit in bestehende Umgebungen und -ueberhaupt- jedwedes stilistisches Gefuehl voellig aus den Augen verloren.

Was soll's, die Architekten feiern sich nur selbst, und scheren sich um die zunehmend rat-u.hilflose, teils angewidert-opresste Gesellschaft, fuer die diese Dinger angeblich errichtet werden und diese sodann in ihrem Leben erdulden und erleiden muessen, kein Stueck weit.
Allerdings sind es willfaehrige Auftrags-Handlanger, die Geld und Land sodann fuer die Phantastereien raushauen. Diese Handlanger dafuer spaeter abzuwaehlen, wenn es Politiker und Ortsplaner sind, kommt indes zu spaet. Die Schandflecke sind dann beton-&glasgewordene Realitaeten geworden. Und bis zur endlichen Rueckbauchance, vergeht kostbare Zeit.

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Andree Barthel 29.03.2010, 09:43
3. *

Ich denke, dass die Einwohner, die, wenn sie aus dem Fenster gucken, das gespenstische und trostlos wirkende "Zollverein School of Management and Design" Gebäude zu ertragen haben, sich fragen werden, wie dessen Architekten den Pritzker-Preis erhalten können. Wer das erträgt, kann sich sicher sein, dass er nie in seinem Leben unter Depressionen leiden wird. Ich vermute, dass nicht wenige Architekturkritiker, die sich noch über die DDR-Neubauten mokierten, die hässlichen Bauten der japanischen Stararchitekten als gelungen bezeichnen. Der Bau in New York erinnert eher an eine Installation der Christos als an Architektur. Und er passt überhaupt nicht da hinein. Erschreckend finde ich, dass die Architekten sich nicht einmal die Mühe gemacht haben, ein Stilmittel, was darauf hindeuten könnte, dass man sich der Umgebung anzupassen versucht, zu verwenden.

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worldwatch 29.03.2010, 11:40
4. Der Begriff "Baukunst" ...

.... laesst mich, sodann als darin u. damit (ueber-)lebenmuessender Buerger, zunehmend aengstlich zusammenzucken, sowie -zunehmend- nur noch vage hoffen, "hoffentlich wird's nicht noch mehr "Baukunst" in meiner Umgebung!"

Meine zunehmende Empfindung und Assoziation, beim Anblick so mancher, gar praemierter, gelobter und auch noch baulich umgesetzter "Baukunst", wie aber auch bzgl. sog. "moderner Stadtplanung"; "Stadtbild-Praegeguerillia" und "aesthetische Kriegs-und Vertreibungserklaerung gegen Bewohner".

Geht es um -irgendeine- andersgeartete "Kunst", etwa die in Museen, dann kann ich dem als Buerger fern bleiben, elegant ausweichen. Man muss jedenfalls nicht schauen, wenn man nicht mag.
Bei "Kunst" im oeffentlichen Raum, wird's da schon schwieriger, aber sie ist regelm. nicht so gross und unumgehbar wie "Baukunst".
Realisierte "Baukunst" indes kann ich als Buerger sodann, ohne jedwede Rechte, aber mit -zunehmend als Grausam empfundenen- Erduldungspflichten, indes nur durch Fortziehen ganz ausweichen oder komplett entgehen.
Was leider bei den allermeisten "Baukunst"-Ausweichwilligen schon an der Geldboerse scheiterte.

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zitronenjette 29.03.2010, 14:52
5. Architekurperzeption als selbstrefenzieller Wanderzirkus

@ worldwatch #3

Volle Zustimmung! Seit 30 Jahren bewegt sich die ästhetische Diskussion nur innerhalb eines "Experten"-Zirkus. Egomanische Architekturclowns, sensationsgeile Hochglanzmagazine, schwadronierende Architekturprofessoren und irrlichternde Kunsthistoriker haben ein hermetisch abgeriegeltes Werte-System geschaffen, das keine Sau außerhalb dieses "Clubs" interessiert

Wie die "Jazzpolizei" reagieren die Protagonisten beleidigt bis agressiv, wenn das unbedarfte und ungebildete Volk den ganzen Dreck, der ihnen da als smart und "high sophisticated" vor die Füße gekippt wird - einfach nur zum Kotzen findet und sich mit Grausen abwendet!

Wer keinen Jazz mag ist ein Idiot. Chic, cool und trendy ist nur das was von 90 Grad-Winkel abweicht, mindestes drei Asymmetrien und 2 Achsverschiebungen aufweist. Selbst die so bezeichnete "Postmoderne" und die IBA 1987 - über die man schon heute - ganze 20 Jahre später - amüsiert bis naserümpfend herzieht - wurden damals im Feuilleton noch kritisch und disziplinübergreifend diskutiert.

Dagegen herrscht heute eine wundersame Einigkeit: Gut ist, was den Pritzkerpreis bekommt und was auf den Titelseiten der Architekturpornomagazine gedruckt wird. - DER SPIEGEL täte gut daran, hin- und wider einen unbequemen "Reich-Ranicki" für Architekturkritik zu bestellen, der den ganzen Zirkus mal richtig aufräumt !

Die Frage ist nur: gibt es den überhaupt noch ?

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