Forum: Kultur
ARD-Drama zur Ehe für Alle: Wer Mama ist, entscheidet die Justiz
WDR/ Martin Valentin Menke

Heiraten dürfen gleichgeschlechtliche Paare zwar - gleichgestellt sind sie deshalb noch lange nicht. Deutlich wird das bei der Frage der Elternschaft, wie der aufwühlende Film "Unser Kind" zeigt.

karamasowa1 06.11.2018, 15:39
1. Paragraph 1592 BGB

"Bei Heterosexuellen ist automatisch der Vater der zweite rechtliche Elternteil, auch wenn er nicht der biologische Vater ist."
Gemeint ist wohl: der Ehemann.
Und: Ja, darin besteht ein Unterschied zwischen homo- und heterosexuellen Ehen. Dann sollte man mal nüchtern darüber reden, welche Folgen eine Angleichung der Regelung hätte (möglicherweise überwiegend positive - einen Unterschied gibt es aber doch: biologisch hat nun mal jedes Kind einen Vater und eine Mutter. Im vermutlich mehr als 90% der Fälle sind der biologische Vater und der Ehemann tatsächlich identisch. Das Gesetz nimmt hier also der Einfachheit etwas an, was auch den biologischen Gegebenheiten entspricht. Natürlich auch für die Fälle, in denen das nicht zutrifft. Macht es einen Unterschied, ob man es von vornherein auch für Fälle annimmt, in denen man zu 100% weiß, dass es nicht zutrifft? Wie gesagt, die Antwort darauf ist sicher vielschichtig.)
Derzeit kann man Situationen wie die im Film dargestellte durch Adoption vermeiden. Was ziemlich konstruiert wirkt: Dass jemand in einer so zentralen Frage "vergisst", die Papiere einzureichen.

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dasfred 06.11.2018, 15:42
2. Wohl gut gemeint aber schlecht gemacht

Da hängt sich ein Drehbuch an der Frage auf, wie weit die Rechte der Ehe für alle noch nachgebessert werden müssen. Im Grunde ein Fall von Kindesmissbrauch. Es soll doch zuallererst das Interesse des Kindeswohls im Mittelpunkt stehen. Dieses im Detail festzuschreiben kann für das Kind nicht nur zum Vorteil gereichen. Das man hier nun gleich mehrere Personen eingefügt hat, die ihre eigenen Interessen verfolgen, mag für die Dramaturgie gut sein, in der Realität aber so gut wie nie vorkommen.

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snoxx 06.11.2018, 16:23
3. Ein Kind braucht weibliche und maenliche Bezugspersonen

Von daher sollte das Recht so geaendert werden, dass bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften der 'andere' Elternteil gleichberechtigt neben den Partnern steht sofern er dass will.

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GillyXX 06.11.2018, 17:11
4. Neuer Beruf

" Ein Kind braucht weibliche und maenliche Bezugspersonen"
Na, da wäre ja ein toller neuer Beruf möglich: männliche Bezugsperson für Kinder Alleinerziehender (bzw. umgekehrt für alleinerziehende Väter). Vom Jugendamt geschickt und für ca 40 Kinder zuständig, je zwei pro Tag pro Monat, damit es den Steuerzahler nicht soviel kostet.
Sowas würde ich gewissen Parteien und deren Wählern glatt zutrauen.

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Mika2 06.11.2018, 18:02
5. Danke für die Empfehlung

Danke für die Film-Empfehlung. Ich werde ihn auf jeden Fall sehen. Bei einer wirklichen Gleichstellung der Ehe und Gleichbehandlung aller hetero- und homosexuellen Partnerschaften müssen auch alle Rechte und Pflichten angeglichen werden. Während ein Ehemann automatisch der rechtliche Vater eines Kindes seiner Frau ist (ganz egal, wer der leibliche Vater ist), muss eine Ehefrau dieses Recht durch Adoption geltend machen. Paare mit Kinderwunsch sollten diesem Stress nicht ausgesetzt werden und Jugendämter sollten ihre Zeit für Kinder und Familien nutzen können, die wirklich Hilfe brauchen.

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