Forum: Kultur
ARD-Film "Die Dasslers": 180 Minuten Werbung
ARD/ Martin Spelda

Ein Kaff, eine Familie, die ewige Rivalität Puma versus Adidas: Die Geschichte der Gebrüder Dassler ist ein Drama von antiker Größe. Blöd, dass die ARD daraus einen zweiteiligen Werbefilm gemacht hat.

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Abel Frühstück 14.04.2017, 13:08
2.

"Nur, pssst, das eine sind Künstler." Ich glaube, dieser Satz fasst den leicht verrutschten Ansatz der Kritik zusammen. Verzeihung, bei allen künstlerischen Meriten, die Beatles und die Stones und so wie sie schon in den 60ern als Rivalen vermarktet wurden, sind die Bands eben auch große Unternehmen mit allem marketingtechnischen Unterbau gewesen. Und vermutich haben auch die Dassler-Brüder wirkich mit einer "Idee" angefangen, mit einem Wunsch, die Welt zu ändern. Wären es nur bessere Gitarristen gewesen! Aber auch so haben sie doch tolle Riffs gefunden.

Darüber könnte es auch mal Filme geben, die Stones gegen die Beatles - und wie es "wirklich" war. Oder Madonna vs. Lady Gaga, Kain vs. Abel, Spiegel gegen Stern. Das sind doch spannende Geschichten.

Interessanter fände ich die Frage, warum es nach der RTL-Verfilmung nun eine zweite geben muss. Und worin die sich unterscheiden (dazu im Text leider nur ein knapper Satz). Auch wird nur Käthe Kruse erwähnt, nicht aber die Benz-Verfilmung oder die Großproduktion "Die Krupps". Jetzt muss ich selber schauen. Meine Vermutung ist, dass die Form des Event-Zweiteilers für solche Stoffe dann doch zu groß ist.

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hakuna-matata 14.04.2017, 13:13
3. Naja

Man könnte auch einfach sagen, dass es um eine bzw. zwei ganz große deutsche Unternehmer-Stories geht.
Aber erst mal anti-kommerziell drüber buttern...

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Sonia 14.04.2017, 13:31
4. Wir freuen uns auf den Film

auf gute Unterhaltung; deratige Filme kommen immer gut beim Publikum an. Meine Erfahrung ist: Je mehr Filme gelobt werden, Preise bekommen, je weniger Zuschauer. Mal zu Ostern keine Gehirne an die Wand gespritzt, Blutlachen, Monster, Perverse - einfach nur ein Film als Geschichte über das Leben einer Familie, die letztlich Weltruhm erlangte. Mehr davon ...

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mwroer 14.04.2017, 13:50
5.

Adidas vs. Puma oder Beatles vs Rolling Stones - alle 4 sind Marken. Die einen machen Schuhe, die anderen Musik.

Bei aller Liebe - man hätte aus lauter dämlicher politischer Korrektheit die Firmen auch Schussel und Dassel nennen können, es wäre klar worum es ginge.

Also - bitte nächstes Mal eine FILMKRITIK und keine Grundsatzphilosophie die an allen Ecken hängt.

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michlmeik 14.04.2017, 13:53
6. Warum nicht

eine Dokumentation über solch erfolgreiche Unternehmer und ihrer Geschichte bringen, ich werde sie mir anschauen

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newline 14.04.2017, 13:54
7. Dürfen wir uns

dann in den nächsten Jahren auf große FernsehZweiteiler über Aldi und Bahlsen freuen?

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schwaebischehausfrau 14.04.2017, 14:11
8. Marken-Werbung? So what?

Ob es "eine gute Idee, dass Marken auf 180 Minuten Spielfilmlänge im Öffentlich-Rechtlichen inszeniert werden"? Kein Problem, denn in diesen Sendern wird jeden Tag stundenlang auch ausserhalb der Werbeblöcke Werbung gemacht. Ob für eine bestimmte politische Ideologie in fast allen Nachrichten-Sendungen, Polit-Talkshows und "investigativen Formaten", ob für die Tourismus-Industrie mit künstlerisch "besonders wertvollen" Serien wie "Traumschiff", "Ein Traumhotel auf Bali/Thailand/Kuba/Seychellen/Kambodscha" - ohne das am Bildrand "Dauer-Werbesendung" eingeblendet wird. Von der Übertragung von mega durchkommerzialisierten Sport-Events wie Ski-Springen, Fußball-WM, Olympische Spiele ganz abgesehen. Es geht in diesem Fall immerhin um deutsche Zeitgeschichte. Einer Spielfilm-Biografie über Willy Brandt hat auch niemand unterstellt, dass das eine "Dauerwerbeschleife für die SPD" ist , und wahrscheinlich wäre der Autor auch weniger kritisch, wenn es nicht um Unternehmer-Persönlichkeiten gehen würde, die ihr Unternehmen auch durch die NS-Zeit steuern mussten, sondern um eine Ikone seiner eigenen Zeit wie der Apple-Gründer Steve Jobs.

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Ein_denkender_Querulant 14.04.2017, 14:24
9. Keine Vorbilder

Diese Art starrköpfigen Verhaltens taugt nicht für Vorbilder. Brüder die sich gegeneinander denunzieren, Absprachen nicht einhalten und gegen- anstatt miteinander zu kämpfen, sind keines lobenden Wortes wert. Der Film heroisiert traurige Gestalten. Aber das passt gut zum klassischen Drama.

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