Forum: Kultur
ARD-Filme über fehlerhafte Medikamente: "Fälschungen haben deutsche Apotheken längst
BR

Wie die Pharmaindustrie mit Medikamenten schludert: Daniel Harrich hat den TV-Thriller "Gift" und eine brisante Doku über Fälschungen und Fehlerprodukte gedreht. Er fordert mehr Transparenz.

Seite 1 von 8
nachtmahr79 17.05.2017, 19:22
1. Aha....

Hat der gute Herr Harrich schon mal eine Inspektion durch die FDA aus nächster Nähe begleiten dürfen? Da kommen ein oder zwei Inspektoren, die das Recht haben, sich alles im Werk anzusehen. Und die sind auch nicht nur einen Tag da, das kann durchaus auch mal eine Woche sein (oder auch länger, falls es Zweifel an der guten Herstellpraxis im Betrieb gibt). Und wenn die Zweifel sich bestätigen, haben diese ein oder zwei Personen die Macht dem Betrieb die Einfuhrerlaubnis für die USA zu entziehen - faktisch also das Werk dicht zu machen.

Zum Thema Rückrufe: Ja die gibt es. Aber normalerweise sind die eher ein Beleg dafür, das die Qualitätssicherung funktioniert. Wenn beispielsweise ein Abbauprodukt in der Stabilität ansteigt oder z.B. Primärverpackungen sich als undicht erweisen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Mindbender 17.05.2017, 19:28
2. ...

Der Begriff von "Fälschungen" im Pharmabereich bei rezeptpflichtigen Medikamenten oder auch OTC-Produkten ist absoluter Quatsch. "Fälschungen" landen in keiner Apotheke.
Contergan war _der_ Auslöser in Deutschland für a. immens gesteigerte Zulassungshürden für Produkte.. Generika oder Patente und b. im Bereich Pharmakovigilanz.
Da unterliegen Produkte aus Indien genauso den Qualitätskontrollen wie Produkten aus Deutschland. Und wenn z.B. die FDA Qualitätsmängel beim Audit in den Werken entdeckt wird der Import gestoppt, so einfach ist das (und auch einfach nachzuschauen bei Google, da gibt es genug Fälle).
Der Mann sollte einmal eine Woche Praktikum bei einem Pharmaunternehmen machen und sich die Prozesse anschauen, bevor er so einen Blödsinn von sich gibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Q-MA 17.05.2017, 20:22
3. Lächerlich

Zu behaupten das gesamte System ist auf völlige Intransparenz ausgelegt ist wirklich nur lächerlich. Der Autor hat wohl tatsächlich von GMP noch nie etwas gehört. Auch sollte er sich mal mit dem Thema Audits (wie von nachtmahr79 anegsprochen) beschäftigen. Welchen Aufwand beispielsweise alleine schon eine minimale Änderungen in einer Drucker-Farbe auf der Sekundär-Verpackung (Um-Karton) nach sich zu zieht würde ihnwohl sehr erstaunen (und da sind wir noch sehr weit vom Produkt entfernt). Bleibt abschliessend noch anzumerken, dass sich die Behörden dies und jenseits des Atlantiks dem Thema Fälschung bereits sehr intensiv angenommen haben (evtl. mal Serialisierung googeln...)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
infoseek 17.05.2017, 22:53
4. Interessant...

... gleich sind drei ausgewiesene Pharma-Fachleute zur Stelle, die in schöner Eintracht den Interviewten als inkompetenten Blödmann entlarven. Sehr eigenartig...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kumi-ori 18.05.2017, 02:42
5.

Diese Schnulze habe ich nicht länger als bis zur Hälfte ertragen. Sehr viel besser fand ich hingegen den halbstündigen Sachbeitrag mit wirklichen Informationen. Es wäre nötig, dass jede Medikamentenpackung mit einer eigenen Nummer versehen wird, über die man den gesamten Handelsweg verfolgen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zwetschgenknoedel 18.05.2017, 06:33
6.

Kann mich den drei Foristen vor mir nur anschließen. Außerdem hat kein Hersteller, weder von Generika- noch Originalpräparaten ein Interesse daran, dass seine Arzneimittel plötzlich gefälscht in irgendwelchen Ecken der Welt auftauchen.
Problematisch ist weniger die Herstellung der Arzneimittel (also die Pharmabranche selbst), als vielmehr organisiertes Verbrechen, dass gefälschte Fertigarzneimittel in die Lieferkette einschleust. Wie vom Vorredner bereits beschrieben, wird daher die Serialisierung verpflichtend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fleischwurstfachvorleger 18.05.2017, 08:23
7. Politik

Politik & Konzerne.

Da haben wir wieder die unheilige Verbindung, die sehr gefährlich für den Verbraucher werden kann, wenn die Nähe zu groß ist.

Da hilft nur Transparenz. Das Wissen, wer bei unseren Politikern ein- und ausgeht. Das will die CDU mit Macht verhindern. Zu schön sind die Parteispenden, zu groß die Hoffnung auf einen Vorstandsjob, mit Millionengehalt, wenn es vorbei ist mit der "Volksvertretung".

Auch Gröhe wird eine große Nähe zur Pharmabranche nachgesagt. Sein letzter Fall, war ein neu entwickeltes Wundpflaster, welches von sehr vielen Medizinern und seinen Staatssekretären abgelehnt wurde. Gröhe hat es durchgedrückt und die Kassen (und am Ende wir) müssen dafür "bluten". Warum?

So lange Parteien und Politiker Geld von der Industrie annehmen dürfen, ohne dafür in den Knast zu wandern, wird sich nichts ändern. Und wenn die Bürger, dank Intransparenz nichts mitbekommen, wird die Öffentlichkeit nicht rebellieren.

So lange Politiker vom Bundestag direkt in den Vorstand / Aufsichtsrat von Firmen wechseln können und natürlich ihre Verbindungen zu den alten Kollegen mitnehmen, wird sich nichts ändern.

Hier sollten Ruhezeiten von 36 Monaten nach dem letzten Mandat gelten. Das will aber die Politik unbedingt vermeiden. Zu lukrativ sind die möglichen Posten in der Wirtschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mrotz 18.05.2017, 08:43
8.

... und auf der anderen Seite der Medaillie, als Online-SPAM-Viagra getestet wurde, war es in 50% der Fälle ununterscheidbar zum Original....

Also selbst im tiefsten Medikamentenhändlerabgrund hat man zumindest eine 50% Chance, ein richtiges Produkt zu bekommen.
;)

mfg

Beitrag melden Antworten / Zitieren
neowave 18.05.2017, 08:53
9. Extra angemeldet, um uns wissen zu lassen,

Zitat von Q-MA
Zu behaupten das gesamte System ist auf völlige Intransparenz ausgelegt ist wirklich nur lächerlich. Der Autor hat wohl tatsächlich von GMP noch nie etwas gehört. Auch sollte er sich mal mit dem Thema Audits (wie von nachtmahr79 anegsprochen) beschäftigen. Welchen Aufwand beispielsweise alleine schon eine minimale Änderungen in einer Drucker-Farbe auf der Sekundär-Verpackung (Um-Karton) nach sich zu zieht würde ihnwohl sehr erstaunen (und da sind wir noch sehr weit vom Produkt entfernt). Bleibt abschliessend noch anzumerken, dass sich die Behörden dies und jenseits des Atlantiks dem Thema Fälschung bereits sehr intensiv angenommen haben (evtl. mal Serialisierung googeln...)
dass alles in Ordnung ist! Die Doku gestern Abend (und andere Berichte) war also FakeNews, ausgedacht von (linken) Spinnern?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 8