Forum: Kultur
ARD-Sonntagskrimi: Der Rostock-"Polizeiruf" im Schnellcheck
NDR/ Sandra Hoever

Mit Rechten reden, wie geht das? So, wie es Kommissar Bukow in diesem "Polizeiruf" tut: freundlich, burschikos, bei Bedarf zupackend. Furioser Abschluss der Sonntagskrimi-Saison.

Taiga_Wutz 10.06.2018, 12:54
1. freu freu freu

Endlich wieder elfnull-Rostock! Das beste, was tatort/110 derzeit zu bieten haben meiner Meinung nach. Eine DVD- Box wär nun mal ganz schön. Und für den Polizeiruf endlich eine neue Titelmelodie. *couchanwärm*

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gersois 10.06.2018, 16:23
2. Schon wieder

Öko-Nazis! Müssen jetzt alle Sonntagskrimis diese Thema verfolgen? Staatlich erwünscht? Ein Urteil werde ich mir aber leiber selbst bilden, auf die Schnell-Analyse von Herrn Buß verlasse ich mich erfahrungsgemäß besser nicht.

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lupo62 10.06.2018, 21:54
3. Groschenheft-Niveau

Düstere Atmosphäre, seltsame Farben - ist mein Ferrnseher kaputt? Genuschelte, atemlose Dialoge und eine ständige Hintergrundmusik der unangenhmen Art. Man könnte glauben, das sei schlechtes Handwerk, aber es ist nicht das erste Mal, es ist Absicht. Und die allgegenwärtige Gewalttätigkeit ist weder besonders unterhaltsam, noch ein Zeichen herausragender Qualität.
Und dann diese wie ausgestanzt wirkenden Figuren. Das Opfer ist Mitglied der "bösen" Partei. Am Anfang des Filmes habe ich mich gefragt, wie sie dann das Opfer sein kann. Das wurde dann ganz einfach dadurch gelöst, dass sie auch böse ist.
Ich habe den Polizeiruf immer gerne gesehen, aber dieses Groschenheft-Niveau ist einfach abstoßend. Ich erwarte intelligentere Plots.

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Little_Nemo 10.06.2018, 22:53
4. Wenn Brandstifter in Flammen aufgehen

Mal wieder Sonderklasse. Klasse gespielt und spannend und mit Esprit erzählt. Das Privatleben der Protagonisten rückte diesmal ungewohnt in den Hintergrund, was ich jetzt weder besonders positiv, noch negativ fand. Mit der Auflösung wurde ein dramaturgisches Tabu verletzt. Eigentlich sogar ein absolutes No go in einem Whodunit. Auf ein Whodunit muss und sollte man diesen Polizeiruf allerdings auch nicht reduzieren. Und so war dieser Stilbruch sogar ein effektiver Schachzug. Was ich ein wenig unglücklich fand war Bukows Übergriff auf den Öko-Nazi, unter Waffeneinsatz (wenn auch ohne abzudrücken). Das hätte ihn wohl in der Realität seinen Job gekostet. Aber da drücke ich ein Auge zu. Dass dieser Polizeiruf nicht den Beifall des rechten Lagers findet war natürlich vorhersehbar. Alles andere würde auch eher verwundern, nöhlen die doch ohnehin über alles was auf den pösen ÖR läuft. Insofern ist es dann ja auch eigentlich wurscht.

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ichliebeeuchdochalle 11.06.2018, 10:37
5.

Zitat von lupo62
Düstere Atmosphäre, seltsame Farben - ist mein Ferrnseher kaputt?
Der Plot spielt in Dunkel-Deutschland, deshalb war da gestern wenig Farbe und wenig Licht im Film.

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ichliebeeuchdochalle 11.06.2018, 10:39
6.

Zitat von Little_Nemo
Was ich ein wenig unglücklich fand war Bukows Übergriff auf den Öko-Nazi, unter Waffeneinsatz (wenn auch ohne abzudrücken). Das hätte ihn wohl in der Realität seinen Job gekostet.
Und das, wo er ja bereits ein anderes Verfahren am Hals hat. Plausibel geht anders.

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Ekkehard Grube 11.06.2018, 11:00
7. Guter Durchschnitt

Ganz gut gemacht – auch die Überraschung zum Schluss, dass eine von der Ermordeten vor Jahren verstümmelte Frau, die sich damals für Flüchtlinge engagierte, während die Ermordete schon damals eine rechtsradikale Gewalttäterin war, die Täterin ist.

Was allerdings schon bei anderen Krimis zum Thema „Neue Rechte“ nervte, war, dass alles mit wenig Beleuchtung gefilmt wurde, was für die Augen anstrengend ist und das Mitverfolgen der Handlung erschwert.

Es gab jetzt zu diesem Thema in anderthalb Monaten 4 Krimis - zwei „Polizeirufe“ (den heutigen [10.06.] und „Die Demokratie stirbt in Finsternis“ aus Frankfurt an der Oder [29.04.]) und zwei Tatorte (den Schwarzwald-Tatort „Sonnenwende“ [13.05.] und den Münchener Tatort „Freies Land“ [03.06.]). Zweifellos ist die Gefahr der „neuen Rechten“ nicht gebannt – gerade deshalb aber sollte man aufpassen, dass man dem Thema nicht durch Übersättigung die Wirkung nimmt.

Also – tschüß dann bis zum ersten neuen Tatort / Polizeiruf nach der Sommerpause.

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