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ARD-Sonntagskrimi: Der Schweiz-"Tatort" im Schnellcheck
ARD

Der erste "Tatort" der Saison 2018/19 - und gleich ein Knaller: Die Schweizer Kommissare ermitteln vor und hinter der Bühne eines Konzertsaals. Ein Entfesselungsakt in Echtzeit.

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mirror66 06.08.2018, 07:13
20. Wunderbar

Dass man den an Currywurst Gewöhnten keine Haute Cusine vorsetzen kann, ohne dass die meckern ist klar.
Mich kann des Deutschen liebster Sonntagabend Einheitsbrei normalerweise nicht locken.
Hier war ich wegen des Regisseurs neugierig und wurde nicht enttäuscht. Bei allen kleinen Schwächen hervorragend gegen den Strich der genormten TV Erwartung gebürstet.
Wer bereit war, die Augen auch nur für einen Moment wirklich zu öffnen, konnte etwas Neues sehen!

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Lektorat Berlin 06.08.2018, 16:15
21. Schön

Zitat von edgar_suter
Die Produktion eines Schweizer Tatorts kostet SRF etwa 2.1 Millionen Franken. Es ist die teuerste Sendung, die das Deutschschweizer .....
wär's! Sowohl, daß die CHer ihren unsäglichen Tatort selbst bezahlten als auch, daß man ihn "genießen" könnte. Immerhin wird man nicht zum Zwangsschauen verpflichtet, und solange ist alles gut. Viel Vergnügen weiterhin mit Ihren Genuss-Produktionen. Die im Internet abrufbaren Quoten lassen übrigens wieder erkennen, daß weder Ds noch As sich das gestern angetan haben... :-)

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borges 06.08.2018, 16:38
22. Ein gräßliches Machwerk

Man fragt sich, ob die Kritiker, die diesen Film so loben, ihn auch tatsächlich bis zum Schluss gesehen haben oder ob sie nicht doch eher nur das Konzept gelesen haben, das ihnen experimentell und gewagt und daher gelungen erschien.
Auch wenn es sich um eine Schweizer Produktion handelt und ein Israeli Regie führt, krankt der Film an dem, was sonst an sich viele deutsche Produktionen auszeichnet: überambitioniert will man zu viel in den Film packen und scheitert damit, zumeist im großen Stil. So auch dieser Schweizer Tatort, den ich für ganz besonders mißlungen halte.
Es genügt nicht, ein wichtiges und heikles Thema, das lange ein Tabu war, zu bedienen. Es geht auch noch um die zumeist vergessene Musik großartiger Komponisten, die alle im Holocaust ihr Leben lassen mussten. Das ist schon Stoff genug für eine Reihe von Filmen. Hinzu kommt dann ein experimentelles Konzept, man filmt ohne Cuts, in kurzer Zeit, und das Ergebnis kann nichts anderes sein als ein großes hektisches Durcheinander. Dazu dann noch eine Reihe kleinerer Experimente, so z.B. dass der Mörder sich direkt ans Filmpublikum wendet (worin liegt da bitte der Sinn?). Und das alles in düsterer Kulisse, mit schlechten Schauspielern und notgedrungen verwackelter Kamera. Das anzusehen war ein Graus. Mir tut es um die vertane Chance leid, einen wirklich wichtigen Stoff adäquat zu behandeln.
Dieses Thema und vor allem auch die vergessenen Komponisten hätten eine andere Art von Film verdient, der sich in leiser und unaufdringlicher Manier und ohne billige Effekthascherei ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzt.

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Lektorat Berlin 06.08.2018, 17:08
23. Zustimmung,

Zitat von borges
Man fragt sich, ob die Kritiker, die diesen Film so loben, ihn auch tatsächlich bis zum Schluss gesehen haben oder ob sie nicht doch eher nur das Konzept gelesen haben, das ihnen experimentell und gewagt und daher gelungen erschien. Auch wenn es sich um eine Schweizer Produktion handelt und ein Israeli Regie führt, krankt der Film an dem, was sonst an sich viele deutsche Produktionen auszeichnet: überambitioniert will man zu viel in den Film packen und scheitert damit, zumeist im großen Stil. So auch dieser Schweizer Tatort, den ich für ganz besonders mißlungen halte. Es genügt nicht, ein wichtiges und heikles Thema, das lange ein Tabu war, zu bedienen. Es geht auch noch um die zumeist vergessene Musik großartiger Komponisten, die alle im Holocaust ihr Leben lassen mussten. Das ist schon Stoff genug für eine Reihe von Filmen. Hinzu kommt dann ein experimentelles Konzept, man filmt ohne Cuts, in kurzer Zeit, und das Ergebnis kann nichts anderes sein als ein großes hektisches Durcheinander. Dazu dann noch eine Reihe kleinerer Experimente, so z.B. dass der Mörder sich direkt ans Filmpublikum wendet (worin liegt da bitte der Sinn?). Und das alles in düsterer Kulisse, mit schlechten Schauspielern und notgedrungen verwackelter Kamera. Das anzusehen war ein Graus. Mir tut es um die vertane Chance leid, einen wirklich wichtigen Stoff adäquat zu behandeln. Dieses Thema und vor allem auch die vergessenen Komponisten hätten eine andere Art von Film verdient, der sich in leiser und unaufdringlicher Manier und ohne billige Effekthascherei ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzt.
bis auf: Dani Levi ist kein Israeli. Dani Levi ist Schweizer.

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cafewien 06.08.2018, 17:28
24. Danke für den berechtigten Hinweis!

Zitat von Himbeertony
Übrigens handelt es sich bei dem erwähnten Schulhoff-Stück nicht um eine Sinfonie, sondern eher um eine Art sinfonischen Tanz von zweieinhalb Minuten. Gerade weil kulturelle Themen in der SPON-Rubrik "Kultur" eine eher untergeordnete Rolle spielen, dachte ich mir, ich weise mal drauf hin.
Aber verlangen Sie nicht vom SPON-"Kritiker" Buß Ahnung in Sachen Kunst oder Film. Der verwechselt bekanntlich beim Quersehen schon mal die Figuren. Und Ambition der politisch korrekten Art wird von ihm ohne Ansehung der Form immer hysterisch weit oben bepunktet.

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Little_Nemo 06.08.2018, 19:15
25. Was man sich so fragt

Zitat von borges
Man fragt sich, ob die Kritiker, die diesen Film so loben, ihn auch tatsächlich bis zum Schluss gesehen haben oder ob sie nicht doch eher nur das Konzept gelesen haben, das ihnen experimentell und gewagt und daher gelungen erschien. Auch wenn es sich um eine Schweizer Produktion handelt und ein Israeli Regie führt, krankt der Film an dem, was sonst an sich viele deutsche Produktionen auszeichnet: überambitioniert will man zu viel in den Film packen und scheitert damit, zumeist im großen Stil. So auch dieser Schweizer Tatort, den ich für ganz besonders mißlungen halte. Es genügt nicht, ein wichtiges und heikles Thema, das lange ein Tabu war, zu bedienen. Es geht auch noch um die zumeist vergessene Musik großartiger Komponisten, die alle im Holocaust ihr Leben lassen mussten. Das ist schon Stoff genug für eine Reihe von Filmen. Hinzu kommt dann ein experimentelles Konzept, man filmt ohne Cuts, in kurzer Zeit, und das Ergebnis kann nichts anderes sein als ein großes hektisches Durcheinander. Dazu dann noch eine Reihe kleinerer Experimente, so z.B. dass der Mörder sich direkt ans Filmpublikum wendet (worin liegt da bitte der Sinn?). Und das alles in düsterer Kulisse, mit schlechten Schauspielern und notgedrungen verwackelter Kamera. Das anzusehen war ein Graus. Mir tut es um die vertane Chance leid, einen wirklich wichtigen Stoff adäquat zu behandeln. Dieses Thema und vor allem auch die vergessenen Komponisten hätten eine andere Art von Film verdient, der sich in leiser und unaufdringlicher Manier und ohne billige Effekthascherei ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzt.
Also ich habe den "Tatort" von Anfang bis zuende gesehen und fand ihn großartig. Worin der Sinn liegt, dass sich einer der Protagonisten direkt an den Zuschauer wendet, hätten Sie Shakespeare fragen können, wenn Sie ihn noch erlebt hätten. Bei aller Experimentalität dieses "Tatort" - dies zumindest war nicht wirklich revolutionär neu. Das Filmen der Handlung in einem Take ist auch nicht bahnbrechend neu, wurde hier aber äußerst effektiv umgesetzt und trägt dem Umstand in vorbildlicher Weise Rechnung, dass hier ein Verbrechen in kurzer Zeit aufgeklärt werden musste, weil sonst die Zeugen, womöglich die Beweismittel und auch der Täter in alle Himmelsrichtungen verstreut wären. Und wir durften in Echtzeit dabei sein. Mir hat das gefallen.

Nebenbei bemerkt und da Sie ja so bemüht sind uns glaubhaft zu machen wie wichtig Ihnen die Holocaust-Thematik ist: Dani Levy ist keineswegs Israeli, sondern Schweizer und lebt in Berlin.

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