Forum: Kultur
ARD-Zweiteiler "Gladbeck": Im Angesicht des Verbrechens
ARD Degeto/ Ziegler Film/ Martin

Dieser Film drückt den Zuschauer fassungslos in den Sitz: "Gladbeck" rekonstruiert minutiös das Geiseldrama von 1988 - und verbindet Medien- und Polizeikritik zu einem Thriller, der künftig Referenzwerk sein wird.

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Bondurant 07.03.2018, 13:58
1. Ob die Polizei versagt hat

ergibt sich jedenfalls nicht aus diesem Artikel, es sei denn, man würde den Schluss ziehen, man hätte die beiden sofort unschädlich machen sollen. Ich wäre ja bereit, das zu akzeptieren, der Autor sicher nicht. Auffallend ist aber, wie wenig er die wirklichen Versager von damals erwähnt: seine Kollegen. Die waren es, die aus üblen Verbrechern Fernsehstars gemacht und dabei die Polizeiarbeit behindert haben. Die kommen hier viel zu gut weg.

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rennflosse 07.03.2018, 14:10
2. Sicherheit

Noch konnten wir den Film nicht sehen, er kommt ja erst heute abend. Mit Sicherheit kann man aber sagen, dass die Medien seit den Geschehnissen nichts dazu gelernt haben.

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chrismuc2011 07.03.2018, 14:12
3.

Ich kann und werde mir diesen Film nicht ansehen. Zu gegenwärtig ist mir noch die damalige Berichterstattung, die beschämende Geilheit der Journalisten und eben auch der beiden im Rampenlicht sehenden Täter, und die Angst von Silke Bishoff auf dem Rücksitz des Fluchautos.

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Ezechiel 07.03.2018, 14:26
4. Die kommen hier viel zu gut weg.

Zitat von Bondurant
ergibt sich jedenfalls nicht aus diesem Artikel, es sei denn, man würde den Schluss ziehen, man hätte die beiden sofort unschädlich machen .....
Die hätten wegen Behinderung der Polizei vor Gericht gehört. Die waren weitaus schlimmer als die Katastrophen- und Unfallgaffer unserer Tage.

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C-Hochwald 07.03.2018, 14:30
5. Referenzwerk wofür?

Das sind ja eine Menge Vorschußlorbeeren. Mal sehen heute abend. Doch wofür kann der TV-Zweiteiler als Referenz dienen?
Drehbuch und Regie?
OK, das kann unser gebührenfinanziertes TV-System leisten. Es gab auch in der Vergangenheit schon gut in Szene gesetzte Dokus oder an die Wirklichkeit angelehnte Dramen.
Referenz für die Medienberichterstattung?
Da habe ich erhebliche Zweifel. Jede Schreckensnachricht ist auch 30 Jahre nach Gladbeck ein Medienaufhänger (siehe Sondersendungen, ARD-Brennpunkte, Handyvideos von Privatpersonen live vom Ort eines Anschlages, etc...).
Als heute morgen um 6:15 im SWR1 der Moderator Hr. Lueg Werbung für die Gladbeck Verfilmung machte, konnte er seine Begeisterung für ein paar eingespielte Originaltöne von damals (Interview mit einem der flüchtigen Täter) kaum verbergen. Er machte den Eindruck, als würde er als Reporter heute noch so eine Story cool finden.

Mir ist bewußt, daß die Medien mit Nachrichten Geld verdienen, und daß wir die hohe Kultur der Pressefreiheit haben. Dürfte man nicht mehr über flüchtige Attentäter berichten, wäre es eine Art Berufsverbot. Doch wo bleibt die freiwillige Selbstbeschränkung? Welches Print- oder Bildmedium kann es garantieren, heute nicht ähnlich wie vor 30 Jahren berichten zu wollen, wenn es eine Gelegenheit dazu gäbe.

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DieHappy 07.03.2018, 14:36
6.

Vielleicht doch nicht so schlecht der so oft geschmähte ÖRR. Hätten die Privaten so nie hinbekommen.
Und mit 5 Euro im Monat ist sowas neben dem anderen Angebot eben nicht zumachen.

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crewmitglied27 07.03.2018, 14:38
7. Das seit dieser Geiselnahme

im Jahr 1988 kein Jahr vergangen ist, ohne das diese Geschichte, und damit die Bilder von Rösner und Degowski in der Presse aufgetaucht sind, ist schon schlimm genug.
Noch schlimmer ist, dass damit auch jedesmal wieder dieses Foto mit der völlig verängstigten Frau Bischoff an die Öffentlichkeit gezerrt wird.
Kein Redakteur, welches Mediums auch immer, schein den Verfassungsgrundsatz "die Würde des Menschen ist unantastbar" zu begreifen.
Dieses Bild immer wieder zu veröffentlichen ist sowohl dem Opfer als auch den Angehörigen des Opfers gegenüber einfach würdelos.
Ein solches "Drama" im Fernsehen zu Zeigen und immer wieder aufzukochen, was jetzt zwangsläufig daraus folgen wird (jede Woche dreimal bei N24 oder ZDFinfo oder wo immer), ist unerhört den Opfern und deren Hinterbliebenen gegenüber.
Wer sich über das Thema informieren will, hätte das aus vielen Publikationen tun können.
Hier wird nur wieder Sensationsgeilheit ausgenutzt um Quote zu machen.
"Die Medien", die sich schon damals falsch verhalten haben, machen den gleichen Fehler jetzt schon wieder.

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f_eu 07.03.2018, 14:39
8.

M.E überflüssig wie nur was. Dass die Polizei vor 30 Jahren unfähig war und es damals schon eine sensationsgeile Presse gab ist doch nichts Neues. Ein Verbrecher hat damals 3 Menschen umgebracht und erfreut sich wieder der Freiheit. Mich widert das nur an.

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mariakar 07.03.2018, 14:43
9. Was ist eigentlich aus den anderen Journalisten geworden,

die Interviews führten? Einer leitet heute die Sendung "hart aber fair".
Übrigens werden wir uns den Film auch nicht ansehen.

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