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Ausgefallene "Anne Will"-Sendung: Keiner wollte über die Groko talken
DPA

Fernsehmüde Politiker - so was gibt es offenbar auch: Anne Will hätte am Sonntagabend gern über die GroKo und den Abgang von Martin Schulz getalkt - es fanden sich aber keine Gäste.

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hardy.stiefel 12.02.2018, 18:44
1. Klasse

Es hat sich wirklich jemand getraut, nicht in ein Mikro zu sprechen und in eine Kamera zu lächeln? Jeder kennt den Stil von Frau Will. Hier scheint der Name auch Programm zu sein. "Ich WILL die Antwort, welche ich hören möchte und in mein Programmschema passt.
Es gibt aber noch keine Entscheidungen, alles ist im Fluss. Wieso dann wieder heiße Luft produzieren und die Presse fällt über einen her. "Keine neuen Ideen, keine Zukunft usw." Alles Punkte, die noch vollkommen offen bleiben. Denn viele hängt auch von den Personen ab, die es zu verantworten haben. Kurz, Deutschlands Talkelite ist bis nach der SPD Mitgliederentscheidauswertung zum Zuschauen und Nichtstun verdammt. Was aber die Journalisten nicht hindern wird, weiterhin wild drauf los zu spekulieren, Richtungen anzudeuten oder gar schon als beschlossen darstellen usw.
Wir sollten der Politik die Zeit geben, die Verhandlungen und die Personalien zu entscheiden. Am Ende haben wir alle etwas davon.

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_Mitspieler 12.02.2018, 18:50
2. Aus der Not ne Tugend machen

Vielleicht wäre es ja einmal informativ und allgemein erhellend, anstelle des nachhaltig seichten politischen Einerleis einmal Journalisten und/oder Normalbürger (immerhin vom Staat auch als Schöffen Berufsrichtern zur Seite gestellt) einzuladen. Weniger, als bei dem grundsätzlich gebotenen „alternativlosen“ Herumgeeiere einiger einschlägiger Berufspolitiker, käme dabei mit Sicherheit nicht heraus.

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dirk1962 12.02.2018, 18:51
3. Das ist kein Verlust

8 von 10 Sendungen im Talkformat sind eh sinnlos und inhaltsleer. Also war der Ausfall der Sendung kein wirklicher Verlust.

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shardan 12.02.2018, 19:18
4. Verpasste Chance

Dass die Sendung ausfallen sollte, ruft berechtigte Kritik hervor. Dass die Sendung mit dieser Begründung ausfallen musste, ist in meinen Augen nicht weniger kritikwürdig. Sehe ich die dauerpräsenz einiger Politiker in anderen Medien, kommt mir die Frage hoch, wie echt diese Begründung ist. Sei dem wie es sei: Es wäre DIE Chance gewesen, statt der ewig gleichen Politikergesichter mal etwas anderes zu versuchen: Öffentlichkeit. Es dürfte nicht schwer sein, politisch interessierte Bürger zu der Sendung zu bewegen. Es wäre eine große Chance gewesen, mal die Meinung der Bürger anstatt des ewig gestrigen, unbelehrbaren Politiker-Schwadronierens zu senden. Scheinbar steht dem aber das Parteibuch des Chefredakteurs und/oder Geschäftsführers entgegen.

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mucki007 12.02.2018, 19:23
5. Nichts versäumt

Was soll es denn auch zu talken geben. Jeden Tag wird die ganze Sache in den Medien breitgetreten. Außerdem schadet es gar nichts, wenn auch mal Frau Will merkt, dass Ihre Sendung bei Politikern und Zuschauern nicht an erster steht, außerdem wird niemand an diesem Abend etwas vermissen.

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frank moegling 12.02.2018, 19:26
6. Eigentlich keine Zeit mehr für Ressentiment, wenn die Hütte brennt.

Es muss etwas geschehen, aber es darf nichts passieren in einer Zeit in der der "Reichstag politisch in Flammen" und vielen Bürgern das Wasser bis zum Hals steht passt es nicht sich bei für unsere weitere demokratische Entwicklung entscheidenden Fragen einfach vom Acker zu machen.

Man stelle sich vor es gibt Neuwahlen und die Bürgerinnen und Bürger haben langsam auch keine Lust mehr hinzugehen.

Bisher fungieren gerade die öffentlich rechtlichen Medien wie auch die Sendung von Frau Will immer noch als sehr diplomatische Vermittler und Übersetzer der sich längst verselbstständigten und für die Meisten nicht mehr verständlichen Sprache der deutschen Politikerinnen und Politiker der ehemaligen christlichen und sozialen Volksparteien.

Es hat momentan den Anschein als würde es mit den bloßen rezitieren aus den eigenen Wahlprogrammen keinen wirklichen parlamentarischen Ausweg mehr aus unserer politisch leicht verfahrenen Situation geben.

Die hehren Beteuerungen der innerparteilichen Erneuerungen hundert Jahre alter Partei Hierarchien und das drehen der Gebetsmühlen für den Aufbruch sind da ebenso wenig hilfreich wie die Androhung von Gewaltätigkeiten an die politischen Gegner.

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StefanXX 12.02.2018, 19:31
7. Unprofessioneller Journalismus der ARD

Mir scheint dies eher eine Fehlplanung der ARD zu sein. Dass dieser Sonntag interessant wird weil er der erste Sonntag nach Abschluss der Verhandlungen ist, war Wochen vorher klar. Man hätte die Sendung inkl. Gäste also auch Wochen vorher schon planen können. Stattdessen kommt die ARD auf den letzten Drücker daher und versucht noch schnell eine Sendung inkl. Gäste zusammen zu zimmern. Das nennt man wohl unprofessionellen Journalismus. Und zum Thema sinnlos und inhaltsleer: Versuchen Sie mal in einer 45-minütigen Sendung, in der neben Ihnen noch 4 andere zuzüglich der Moderatorin reden, komplizierte Sachverhalte halbwegs verständlich darzustellen. Das ist schlicht nicht möglich. Daher sollte man von einer Talksendung auch keine tiefgehenden Inhalte erwarten.

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peter-11 12.02.2018, 19:35
8. verzichtbar

Man kann auf die Selbstdarstellung von Frau Will und ihren Gästen sowieso verzichten. Viel interessanter und informativer sind die unaufgeregteren Runden bei Phönix.

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ichliebeeuchdochalle 12.02.2018, 19:51
9.

Sie: Wann gehst Du ins Bett?
Er: Nach der Anne-Will-Sendung.
Sie: Es kommt heute keine Anne-Will-Sendung.
Er: Ach was, kann sie nicht oder will sie nicht?
Sie: Sie kann will, weil die anderen nicht wollen.
Er: Ach was.
Sie: Also wann gehst Du ins Bett?
Er: Sagte ich schon ... nach der Anne...
Sie: Aber die kommt doch gar nicht ...
Er: Ich lasse mir von der Will nicht vorschreiben, wann ich ins Bett gehe.

(adaptiert)

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