Forum: Kultur
Bauerndoku: Ackern für den geliebten Acker
Teichoskop

Ein Schwabe will den Bauernhof seines Vaters übernehmen, aber der ziert sich - trotz Schulden und Knochenarbeit. Tobias Müllers "Sauacker" beschreibt den Überlebenskampf eines kleinen Hofes zwischen Tradition und Moderne.

Koda 26.06.2014, 08:57
1. Ein Mann von 60 ist heute aber noch kein "Altes Eisen"

Zitat von sysop;16008865 Der 29-jährige Philipp Kienle will endlich den kleinen schwäbischen Familienbauernhof übernehmen, aber sein Vater, immerhin auch schon 60, hält ihn hin. [url
http://www.spiegel.de/kultur/kino/bauerndoku-sauacker-a-977462.html[/url]
Von daher kann ich schon verstehen, dass der "alte Bauer" den Betrieb noch nicht übergeben will.

Übernachtungsmöglichkeiten für Touristen wären nicht schlecht.
Es gibt ja städt. Familien die ihren Kindern wenigstens einmal eine echte Kuh zeigen wollen.

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albert schulz 26.06.2014, 21:15
2. Nostalgischer Schmonzes a la Gartenlaube

Zitat von sysop
Tobias Müllers "Sauacker" beschreibt den Überlebenskampf eines kleinen Hofes zwischen Tradition und Moderne.
Ach Gottchen. Kleinbauern haben ihre Höfe schon in den Fünfzigern reihenweise aufgegeben, um bei Bosch zu arbeiten. Später kamen die großen Höfe in den Mittelgebirgen dazu und im Alpenvorland. Da ist heute niemand mehr, keine Inhaber, Bewohner, Gäste. Seit Jahren gehen die Aussiedlerhöfe im (höchst fruchtbaren) Strohgäu ein, keiner unter hundert Hektar und fünfzig Kühen und Technik ohne Ende. Also allesamt keine „kleinen“ Höfe. Bestenfalls in Stadtnähe kann man noch was mit Gäulen für die pubertierende Mädchenschaft reißen, Urlaub auf dem Land ist Schnee von gestern, es gibt ein Riesenangebot, aber keine Interessenten, es sei denn in landschaftlich reizvoller Umgebung, aber Massen nehmen das Angebot nicht war, es ist ein Nischenprodukt mit absehbarem Verfallsdatum.

Fakt ist, daß die Bauern reihenweise pleite sind, keine Kinder haben, die den Hof übernehmen wollen, und daß es keinerlei Aussicht auf Besserung gibt. Verkaufen kann man auch nichts, weil niemand den Kram haben will, der mal Millionen wert war.

Diese Form von märchenhaften Schmonzetten gab es in den Fünfzigern reihenweise, wahlweise mit einem Förster oder Großbauern, damals schon schwer romantisch, sozusagen der Western auf deutsch. Auch damals wollten Die „Alten“ ihre Obliegenheiten nicht an ihre Nachkommen weitergeben, aber das Phänomen ist aus allen Sparten der Wirtschaft bekannt, zuweilen haben die „Alten“ recht. Bei Bauern ist die Sache klar geregelt. Sie müssen mit sechzig aufs Altenteil (abhängig vom Bundesland).

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