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Begriffschaos: Nicht alles, was brennt, ist Anarchie
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90 Prozent der Politik besteht aus Wortgefummel. Nach dem G20-Elend hoch im Kurs: das Rumgeschmeiße mit dem Anarchie-Begriff. Keine gute Idee.

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keine-#-ahnung 11.07.2017, 19:06
30. Da hat Frau Stokowski ...

... den bezüglichen Wikipedia-Artikel aber schön aufgehübscht. Zumindest dessen ersten Absatz.
Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch ... und deshalb wird es ohne Herrschaft nicht gehen. Heute nicht. Nicht morgen. Und auch nicht in 300 Jahren (wenn das dann noch interessant sein sollte und es da evtl. noch Menschen gibt).
Es wird nicht ohne Regeln gehen. Und es wird nicht gehen, ohne dass diese Regeln durchgesetzt werden. Notwendigerweise auch mal mit Gewalt. Oder in der roten Flora, dem schwarzen Meer oder den grünen Bergen. Denn ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch ...

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weltgedanke 11.07.2017, 19:11
31.

Um zu wissen, dass der Begriff korrekt verwendet wurde, genügt schon ein Blick in den Duden:
http://www.duden.de/rechtschreibung/Anarchie

Dort wird erklärt, dass Anarchie nicht nur eine philosophische Bedeutung hat, sondern auch synonym für Gesetzeslosigkeit oder Chaos in rechtlicher Hinsicht verwendet werden kann. Und genau das haben die Autoren der betreffenden Artikel gemacht.

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Watchcat 11.07.2017, 19:22
32. Es ist soweit!

Zwar fehlt dem Text wie immer die Tiefe,
Aber, dass der Begriff Anarchie beinahe immer falsch gebraucht wird und kaum einer weiß, was Anarchismus überhaupt ist, ist RICHTIG!
unfassbar! Ich bin geschockt und mit neuer Hoffnung erfüllt!

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williamh.bonney 11.07.2017, 19:22
33. Satyagraha

Ohne Anarchie gäbe es Chaos und Zerstörung!
https://www.youtube.com/watch?v=V1RkVMRCb1s

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OlliFussballfan 11.07.2017, 19:24
34. Gute Kolumne

Wieder einmal eine gute Kolumne von Frau Stokowski. Leider wird das aber wieder niemand von denen lesen, die solche Begriffe (bewusst?) falsch gebrauchen um Diskussionen anzuheizen und um von den wahren Problemen und den tausenden friedlichen Demonstranten abzulenken.
Der permanente falsche Gebrauch von Begriffen ist mir schon lange ein Dorn im Auge. Wer "kritisch" ist, der gibt nur negative Statements (als ob ein Literaturkritiker nicht auch reichlich positives über Bücher sagen würde) ab. Vom Begriff "Euthanasie" kennen die meisten Leute nur die zynische Definition der Nazis, wissen jedoch nicht, dass der Begriff übersetzt "schöner Tod" bedeutet - etwas, was wir uns selbstbestimmt wohl alle - wenn es denn soweit ist - nur wünschen können. Und wo wir gerade bei der Nazikeule sind. Nazi-Vergleiche gehen gar nicht. Doch! Vergleichen kann man alles mit allem - übrigens auch Äpfel mit Birnen! Gleichsetzen darf man es nicht. Das ist ein riesiger Unterschied Aber im Zeitalter der dahingerotzten Kurznachrichten ist für solche "Feinheiten" leider keine Zeit mehr. Schließlich darf man ja jetzt auch Mayonnaise mit "j" schreiben.

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demokritos2016 11.07.2017, 19:24
35. Was für ein elendiges Geseiere

Was für ein elendiges Geseiere dieser Dame: Herrschaftslosigkeit/Anarchie führt eben genau zu dem, was man in Hamburg beobachten und hinnehmen musste, weil der Mensch per se eben nicht kuchengut ist - jedenfalls nicht jede/jeder.

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williamh.bonney 11.07.2017, 19:26
36. Scheiß auf die Theorie

Zitat von Ivy79
Mir ist keine einzige anarchistische Theorie bekannt, in der brennende Autos vorkämen. Mir ist keine real existierende Anarchie bekannt, die funktioniert. Nichtmal in kleinsten menschlichen Gemeinschaften, nirgends.
Die Utopie leben! - Der Anarchismus in Spanien Dokumentation Anarchie Internationale Deutsch
https://www.youtube.com/watch?v=i1mTWYG9nWo

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liberalerfr 11.07.2017, 19:27
37. Anarchie = Recht es Stärkeren

Theorie trifft Praxis: Es besteht keine Herrschaft, die das Tun des Einzeln einschränkt. Das bedeutet allerdings nichts anderes als "es gilt das Recht des Stärkeren". Und genau das hat man in Hamburg schön gesehen: Starke und halbstarke Machos und ein paar Mitläuferinnen zeigen es den anderen mal, wie es ist, wenn die Polizei nicht präsent ist. Politikunterricht vom feinsten!

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deepfield 11.07.2017, 19:31
38. da fehlt noch einiges

"Es sieht so aus, dass der Begriff der Anarchie bei Marx in einem durchaus kritischen Sinn verwandt wird - das wissen wir alle. Aber bedeutet diese Kritik soviel wie Anarchie der Warenproduktion, das heißt also einen Zustand, in dem die Menschen den über sie gesellschaftlichen Gesamtprozess als ein für jeden einzelnen Blindes und Zufälliges erfahren. Aber die Idee, die hinter der Kritik einer solchen Anarchie steht, ist ja grade die einer Kritik an dem über die Menschen herrschenden System und nicht etwa die an der Idee einer Freiheit von Herrschaft insgesamt." Adorno in einer Vorlesung
siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Anarchie_der_Produktion

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edep 11.07.2017, 19:33
39. So ein Quatsch...

Ja, das mag eine typisch linke Denke von Philosophiestundenten im 60. Semester sein, ist aber doch vollkommen utopisch. Der Staat und seine Organe sind keine Folterwerkzeuge für die Gesellschaft, sondern ein Bündnis für Kooperation und Schutz. Wenn es keine Polizei gibt, herrscht das Recht des Stärkeren, niemand kann sich mehr sicher fühlen, auf den Straßen herrscht Krieg jeder gegen jeden. Es ist sinnlos, sich anzustrengen, um sich etwas Schönes zu erarbeiten, weil mir sowie ein Stärkerer den Schädel einschlägt und es mir wegnimmt. Wohin Anarchie führt, haben die Chaoten sehr schön gezeigt: Überall brennt es, Menschen weinen und haben Angst. Das war nur ein kleiner Vorgeschmack durch vorübergehenden Kontrollverlust des Staates.

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