Forum: Kultur
Biopic über Neil Armstrong: "America first", wenigstens auf dem Mond
Universal Pictures

Zu nationalistisch - oder nicht patriotisch genug? In den USA wird über die Filmbiografie "Aufbruch zum Mond" mit Ryan Gosling als Neil Armstrong gestritten. Doch so einfach ist die Beurteilung nicht.

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Jetzt_mal_ernsthaft 09.11.2018, 19:58
1. Langweilig

Vor allem ist dieser Film einfach langweilig. Keinerlei Spannung wie in Apollo 13 und leider auch keine Darstellung der einzelnen Etappen auf dem Flug zum Mond. Man kann nix lernen und auch nix mitfühlen. Wir haben mehrmals auf die Uhr geschaut.
Erwähnenswert im Spiegel vermutlich nur weil er vom Mutterkonzern/Anteilseigner herausgegeben wird.
Bin mal gespannt, ob mein Kommentar trotz meiner Kritik veröffentlicht wird.

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xxgreenkeeperxx 09.11.2018, 20:25
2. sehenswert

Für mich ist der Film die konsequente Fortsetzung von "Der Stoff aus dem die Helden sind". Darin wird in der gleicher Art das Mercury-Programm behandelt. Menschlich sicher interessant aber eben leider auch etwas langatmig. Ryan Gosling spielt den ersten Menschen auf dem Mond schon sehr überzeugend wie ich finde, vor allem was seinen Schmerz über den frühen Tod seiner Tochter betrifft, der ja dann scheinbar auch gleichzeitig zur Motivation wird jedes Risiko einzugehen um das Apollo-Programm auf den Mond zu bringen. Und die Figur des Buzz Aldrin finde ich passt in der Darstellung zum eher introvertierten Armstrong sehr gut. Er sagt halt immer das was eigentlich alle denken. Das solche Typen in Deutschland als "geltungssüchtige Fatzke" gelten, ist in bestimmten Köpfen wohl der Präsidentschaft eines Mr. Trump geschuldet. Dabei ist das in meinen Augen keine schlechte Eigenschaft. Mir sind solche Leute jedenfalls lieber als die, die immer nur um den heißen Brei herumreden nur weil sie nicht anecken wollen um sich ihre Karriere nicht zu zerstören. Und in den USA würdigt man solche Charaktere eben auch, denn ohne sie gebe es nun mal keinen Fortschritt. Na ja und das Armstrong am Ende die Landefähre mit dem letztem Tropfen Sprit im Tank per Hand noch sicher landet, sollte man jetzt auch nicht unbedingt den SoftwareprogrammIrern in die Schuhe schieben, deren Produkt bei der Landung dauernd Fehlermeldungen erzeugte, so dass es zu einem Sicherheitsrisiko für die Besatzung wurde. Aber eins muss ich leider auch sagen wenn man den russischen Film "Spacewalker" zum Vergleich nimmt, der ja auch ein Thema der Raumfahrt in diesem Zeitraum behandelt, dann haben die Russen das Rennen um den besseren Film diesmal in allen Kategorien für sich entschieden.

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idreamedmusic 09.11.2018, 22:09
3. Grandios

Finde den Film schwer zu empfehlen, da ich denke, dass ihn viele als langweilig empfinden werden da es doch, trotz Mondlandung, irgendwie ein stiller Film ist. Ich fand ihn grandiose und perfekt for Ryan Goslings stoische Art zu spielen.

Ob jetzt zu viel oder zu wenig Patriotismus; ich fand es gut dass das Aufstellen der Flagge nich prominent gezeigt wird. Das macht das Erreichte universeller auch wenn das space race zum großen Teil auch Teil des Kalten Krieges war. Am Ende ist es ein visuell großartiges Portrait von Armstrong, einem nicht immer sympatische Protagonisten, und dem schieren Wahnsinn, der es gewesen sein muss, sich damals ins All schießen zu lassen.

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quark2@mailinator.com 09.11.2018, 22:19
4.

Ja, Spacewalker ist wirklich ein toller Film, zumal ich aus der Geschichte meiner Familie kommend sagen kann, daß viele Dinge sehr realistisch dargestellt sind. Für mich, zusammen mit Apollo 13, absolut am oberen Ende der Skala, was diese Art Filme angeht. Es waren Zeiten, als der Begriff "bleeding edge" wirklich noch verdammt real war. Mir wird heutzutage die Watteschicht schon zu dick :-). Ich finde aber auch, daß Apollo 13 eh der bessere Stoff ist. Der Mensch zeigt seine Größe immer dann, wenn irgendwas nicht funktioniert :-).

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PeaceNow 10.11.2018, 00:24
5. Wie viele Jahre oder gar Jahrzehnte

will man uns denn noch die Lüge der angeblichen ersten Mondlandung auftischen?
Auch die Medien versagen hierzu bei der Aufklärung und Wahrheitsfindung seit Jahrzehnten, obwohl Zeugen und Whistleblower schon lange Beweise für die Hollywood fake Mondlandung liefern, welche bis heute ignoriert wird.
Die mediale Unterdrückung dessen beweist das die MSM mit den Vertuschen unter einer Decke stecken.

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konterspieler 10.11.2018, 00:38
6. Ein Meisterwerk des Kinofilms!

Es muss dem Regisseur, dem Drehbuchautor und den Produzenten gedankt werden dafür, das sie den Mut hatten, einen realistischen, harten und echten Kinofilm aus diesem wahren Stoff zu machen, und nicht die übliche TV-Schmonzette, aus hinzugedichteten Love-Storys mit arschwackelnden, plappernden Models auf hohen Beinen und noch höheren Stilettos, sowie anhängenden psychopathologischen Defekten. Endlich zeigt ein grosser Kinofilm einmal, was für ein Höllenritt in fliegenden Sarkophagen diese ersten Flüge von Menschen auf Raketen in die erdnahe Umgebung in Wirklichkeit waren. Und das ist ein wahrhaft kinematographisches Verdienst, etwas das so nur das Kino darstellen kann. Hinter diesem Werk erweisen sich alle Science-Fiction-Filme als abstrakte Visionen. Nur einmal erlaubt sich der Regisseur eine musikalische Assoziation zu Kubrick's ODYSSYEE IM WELTRAUM, als er beim ersten Andockmanöver im All einige Takte aus Jaques Offenbachs "Baccarole" erklingen lässt, ähnlich wie es Kubrick mit "An der schönen blauen Donau" gemacht hat. Eine der ergreifendsten Szenen der Kino- Geschichte ist im Übrigen, wie Armstrongs Frau ihm befiehlt, seinen beiden Jungs zu erklären, das sie ihren Papa nach dieser Fahrt zum Mond womöglich nicht wiedersehen könnten. -
Alle Kritiken, die diesen Film mit den heute üblichen Maßstäben des TV- Sozialarbeiterfilms und des Psychologen-Movies bewerten wollen, gehen vollkommen an diesem Film, der allein mit den Maßstäben des klassischen Kinos der Zeit von 1910 bis ca.1966 zu messen ist, vorbei. Dabei ist es zum Glück absolut "Wurscht", ob auf dem Mond eine Flagge gehisst wird oder ob die Trumpisten den Film "nicht nationalistisch genug" finden.
Der Weltraum ist nicht "national" und er ist zum Glück so gross, das die kleinen Menschen es kaum schaffen werden, darin auch noch "Grenzzäune" aufzustellen! Auch das zeigt dieser grossartige Kino-Film.

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efohy 10.11.2018, 01:04
7. Welche Bandbreite an Erwartungshaltung an diesen Film...

Manchen ist er nicht dramatisch genug, andere mokieren sich ueber die wackelige Handkamera, Goslings spielt nur sich selbst, zuviel Drama um seine verstorbene Tochter, ungerechte Darstellung von Aldrin, etc. etc.

Der Film soll Armstrong als den Menschen zeigen, der er war. Das eindrucksvolle technische Umfeld - dessen Reproduktion von vielen Experten uebrigens hoch gelobt, aber auch hier die Kritik z.B. and der Darstellung des Feuers in Apollo 1 - ist Beiwerk. Als ich den Film gesehen habe, war ich erschuettert, wie Armstrong zwischen ueberwaeltigender Trauer und an Autismus grenzendem Stoizismus hin- und hergerissen war, und dennoch seine Aufgabe in ueberragender Weise erfuellt hat. Ich verstehe nicht, warum der Artikel alle Kriterien hervorhebt, die der Film nicht erfuellt. Weil es einfach nicht die Absicht des Films ist. Die Referenz zu Gil Scott-Herons "Whitey on the Moon", die im Artikel so breit ausgewalzt wird, gehoert fuer mich lediglich zum geschichtlichen Kontext, wurden die USA im Sommer 1969 von Rassenunruhen in vielen Staedten erschuettert. Und die Frage nach Sinn und Finanzierung des Projektes wird im Film aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Die Darstellung Aldrins steht natuerlich im krassen Gegensatz zu Armstrongs, aber wer Aldrins Lebenslauf kennt, wird bestaetigen, dass ihm (Aldrin) damit nicht Unrecht getan wird.
Im Uebrigen zaehlt fuer mich das Urteil von Armstrongs Soehnen, die beide bestaetigen, dass der Film und Gosling das Wesen ihres Vater sehr praezise widergeben.

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Newspeak 10.11.2018, 01:51
8. .....

Langweilig? Sorry, ich verstehe manche Menschen nicht. Näher an das Gefühl in einer Rakete zu sitzen oder auf dem Mond zu landen, kann man nicht kommen.

Und ich hasse inzwischen Rezensionen, die nicht nur alles politisieren müssen, sondern dies auch noch aus dem Gefühl heraus tun, die moderne oder eigene Sichtweise sei der Maßstab. Kann man nicht einmal darauf verzichten? Der Film feiert eine der grössten technisch-kulturellen Leistungen der Menschheit und Alles, was den Leuten dazu einfällt, sind Diskussionen über die politische Ausrichtung. Es ist ganz sicher so, dass man in unserer heutigen politisch korrekten Zeit gar nicht mehr den Intellekt hätte, um auf dem Mond zu landen, weil grosse Teile der Menschheit an trivialen Themen und ihrer aufmersamkeitsheischenden Diskussion verblödet.

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freudentanz 10.11.2018, 09:38
9. Newspeak Den Nagel auf den Kopf getroffen

Diese Art Leistungen (nicht nur die Mondlandung) sind heutzutage vollkommen unmöglich geworden weil sich immer eine Interessengruppe finden wird die soviel Empörung erzeugen wird das alles politisiert und zerlabert wird. Ich habe den Film (noch) nicht gesehen aber ich habe vor langer Zeit Michael Collins "Carrying the fire" gelesen und deshalb überraschen mich nicht all die "Meinungen", sei es von den Filmkritikern oder Zuschauern. Zur Info: Michael Collins war der Pilot und weiß worüber er geschrieben hat und er beschreibt jeden einzelnen der direkt mit diesem Job etwas zu tun hatte. Was mich aber schockiert ist wie man N.Armstrong angeht: Dabei war er einfach nur ein Macher, ein grandioser Ingenieur der eine Vision teilte und bereit war ans Limit zu gehen und vielleicht sogar darüber hinaus. Vollkommen unmöglich in unserer heutigen Vollkaskogeselschaft.

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