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Bizarre Statistik: Schafft den Migrationshintergrund ab!
DPA

Die ARD hat die Zahl der "Deutschtürken" um fast zwei Millionen angehoben. Einfach so. Der bizarre Fall macht deutlich, warum der "Migrationshintergrund" als statistische Größe nicht wirklich taugt.

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MartinH 02.06.2018, 15:49
1. Vertriebene

Wie oft muß man es eigentlich noch sagen: Vertriebene und Aussiedler sind und waren keine Migranten, sondern Deutsche Staatsbürger die auf Ihr Recht als Deutsche, in Deutschland zu leben, gebrauch gemacht haben.

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zudummzumzum 02.06.2018, 15:53
2. Die Herkunft gehört zur Identität

Über Jahrzehnte haben die Vertriebenen ihre Heimattage gefeiert und tun es noch. So gibt es heute wohl mehr Vertriebene, als bis 1955 vertrieben worden waren. Anscheinend ist also "Vertriebene" genauso erblich wie türkischstämmig.
Aber da zeigt sich das Problem unseres Landes, eine grauenhafte Rückwärstgewandtheit. Lieber noch ein Museum, noch eine Gedenkstätte, als dem Neuen Platz zu geben. Vor lauter Schauen, woher wir kommen, kommen wir gar nicht mehr dazu uns zu fragen, wohin wir wollen.
Erklärt endlich die hier Geborenen spätestens mit ihrer Volljährigkeit zu Deutschen, egal welchen Pass die Eltern haben. Aber gebt den Türken ihren eigenen Gedenktag, wie die Steuben-Parade oder den St . Patrick's day.
Wer einen Pass oder eine Volkszugehörigkeit benötigt, um seine kulturelle Identität zu definieren, schreit doch nach Reservaten, nicht nach Gesellschaft. Und ich möchte nicht in einem Kulturreservat Deutschtümelei leben. Zur biodeutschen Identität gehört auch die Schuld am WK2. Und auch die Lehren, die man daraus gezogen hat, indem man mit dem Projekt EU den finsteren Nationalismus überwinden wollte. Das war vor 60 Jahren und gerät mittlerweile in Vergessenheit. Vor lauter Denkmalschutz von Jugendstil, Barock, Preußen und Bayern. Wir sollten die Kraft finden, dass dieses blöde Fühlen die wieder unsere Denken beeinträchtigt.
Aktiv Auseinandersetzen mit der Herkunft = Ja,
bestimmen der Nationalität über Herkunft = Nein.

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#9vegalta 02.06.2018, 15:57
3. Halbmond überm Kreuz

find ich gut. Macht ein bisschen Atmosphäre und der Heiland hat was zur Ablenkung. Aber - Wer einen deutschen Pass hat sollte als Deutscher gelten, egal woher er kommt. Der Anhänger „Migrationshintergrund“ ist Unfug und wird gerne zur Diskriminierung verwendet, wenn man sonst keine Erklärung für Probleme hat. Damit fallen dann alle Versuche weg, das Problem ernsthaft lösen zu wollen.

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dwsfla 02.06.2018, 16:01
4. Es gibt eine Definition

in der Sozialforschung für „Migrationshintergrund“: Personen, die selbst nicht in Deutschland geboren wurden oder wenigstens einen Elternteil haben, der nicht in D geboren wurde. Vertriebene gehören deshalb wohl eher selten in diese Kategorie.

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ttvtt 02.06.2018, 16:01
5. Jo alle in einen Topf

Vertriebene sind zwar keine Einwanderer, aber egal. Aber sonst eine berechtige Frage, warum die ARD so eine überhöhte Zahl von Deutschtürken nennt. Aber die Aufforderung sich endlich mal zu entscheiden ist mit Ausrufezeichen berechtigt.

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charlybird 02.06.2018, 16:08
6. Frau Ataman hat vollkommen recht,

es besteht eigentlich keine Notwendigkeit, bei den hier eingewanderten Menschen permanent deren Herkunft ''sozioorganisatorisch'' festzustellen.
Das Problem ist allerdings, was macht man mit den Zeitgenossen, die mit allem patriotischem Gedöns genau darauf bestehen, selbst wenn sie hier geboren sind ?
Noch schlimmer wäre dann die Abteilung, die trotz 20jährigen und mehr Jahren Aufenthalts in diesem Land einen abgehalfterten Diktator als politische Blume der Weisheit favorisieren, sogar wählen, das als ''normal'' empfinden und als Grund dieser Favorisierung ihre eigenen ''Wurzeln'' angeben.
Beruhigend dabei ist, dass Frau Ataman offensichtlich den türkischen Konservatismus wenigstens genauso kritisch sieht, wie den deutschen: Wer zweimal wählen darf, der wählt Erdogan im osmanischen Reich und danach die CDU/CSU im deutschen.
Was hat dieses Land bloß so falsch gemacht ? :-)

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Epsola 02.06.2018, 16:09
7. Chapeau

Großartig geschrieben! Der Wortwitz entblößt die bitterliche Ernsthaftigkeit, die der, meiner Meinung nach, menschenverachtenden Kategorisierung zu Grunde liegt aufs trefflichste. Es ist nicht lange her, da gilt in diesem Land Blutrecht. Da wurden Menschen, die in Deutschland geboren wurden, hier aufwuchsen & hier ausgebildet wurden, in Länder ihrer Vorfahren abgeschoben, dessen Sprache diese nicht sprachen, während Menschen die nie auch einen Fuß auf deutschen Boden gesetzt hatten und nicht deutsch sprachen zu Deutschen erklärt wurden von Amtswegen her. Das Blut bestimmte wer man zu sein hat, nicht der Geist. So gesehen hat sich schon viel getan, auch wenn ein harter Kern umso mehr auf die Barrikaden geht. Nun könnte man meinen, dass die angelsächsische Praxis, auf die sich Deutschland letztendlich zubewegt Vorbild sein könnte. Aber schauen wir über den großen Teich, dann sehen wir auch dort einen tief verwurzelten Konflikt der über die Blutlinien geführt wird und zu einer existentielle Frage hochstilisiert wird. Da wird der Tag , an dem die "weißen Europäer" in der Minderheit sind, von einigen vielen als Armageddon an die Wand projiziert, als würde sich die Geschichte rächen und die Weißen plötzlich Sklaven sein. Worauf ich hinaus will, die amtliche Ebene, einschließlich Statistiken sind nur der unbedeutendere Teil des Mentalitätswandel den wir als Gesellschaft vollziehen müssen, einfach weil es eine Selbstverständlichkeit ist. Menschenrechte, Grundgesetz und der einfache Verstand gebieten es. Die Kategorisierung von Menschen, mentale und praktische Kastenwesen sind für so viel Leid und Ungerechtigkeit verantwortlich und so tief verwurzelt, das es nicht ausreicht sich lediglich Aufklärung auf die Fahnen zu schreiben und oberflächlich das Minimum zu tun, man muss es auch praktisch leben in all seinen Konsequenzen. Ein Japaner und ein Deutscher können genetisch näher beieinander liegen, als zwei Deutsche die nur ein Gartenzaun trennt. Es wird Zeit das Erbe der Pseudolehre von der angestammten Unterschiedlichkeit dorthin zu befördern und zu belassen wo es hingehört, ins letzte Jahrtausend.

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curiosus_ 02.06.2018, 16:09
8. Abschaffen?

Zitat von Ferda Ataman
"Viele Millionen Menschen sind seit dem Zweiten Weltkrieg in die Bundesrepublik eingewandert, die Vertriebenen und Aussiedler berücksichtigt, mehr als die Hälfte der Bevölkerung". Verstehen Sie? Bäm. Bombe geplatzt. Für alle, die es immer noch nicht hören, erkläre ich es gern: Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland hat einen Migrationshintergrund.
Da hätte ich einen besseren Vorschlag: Einfach in Deutschsprachige und Nichtdeutschsprachige Migranten aufteilen. In die erste Gruppe fallen die Vertriebenen und Aussiedler, in die zweite der Rest. Nachdem die Muttersprache zweifellos das wichtigste Integrationsmerkmal ist dürfte das für die Diskussion angebracht sein. Die Diskussion durch Gleichmacherei ("Schafft den Migrationshintergrund ab!") abzuwürgen halte ich nicht für sonderlich demokratisch. Das sollte seit der Aufklärung eigentlich kein Streitpunkt mehr sein.

Auf "Bäm. Bombe geplatzt." Näher einzugehen erspare ich mir jetzt.

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Benefranz2 02.06.2018, 16:11
9. Vertriebene sind Migranten

Sie kommen nämlich aus anderen Regionen und sind in das Gebiet von BRD migriert. Auch wenn sie es eine Million mal behaupten, wird daran nichts ändern, dass Ihre Behauptung falsch ist.

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