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Brahms-Interpretationen: Klassik als Abenteuerurlaub
Bastian Fischer

Sie finden Brahms zu spröde? Matthias Kirschnereit und Vadim Gluzman arbeiten auf zwei neuen Platten lustvoll die abgründigen Zwischentöne des Meisters heraus - auch ihre musikalische Partner brillieren.

Anthrophilus 13.08.2017, 18:30
1. Etwas durcheinander, Ihre Tonspuren ...

Die erste Spur gibt das Angezeigte wenigstens noch wirklich her ...
Klaviersonate Nr. 3 f-Moll, op. 5 (1853) - Allegro maestoso
das ist allerdings der erste Satz der besprochenen Sonate, von der aber gleich zu Beginn des Artikels der zweite Satz besprochen wird!


... bei der zweiten Zeile wird nicht etwa der angezeigte vierte Satz der Klaviersonate gespielt ...
Klaviersonate Nr. 3 f-Moll, op. 5 (1853) - Intermezzo. Andante molto

sondern bereits das weiter unten angekündigte und gleichfalls dort erklingende "Scherzo in C minor for violin and piano ..."

Werden Sie den "wahren" 4. Satz der Klaviersonate Nr. 3 f-Moll, op. 5 noch einfügen? Denn über ihn wird im Artikel explizit auch noch gesprochen ...

Ansonsten: Es ist schön, mal wieder ein Musik-Thema bei Ihnen zu finden - auch wenn ich Brahms nie und nimmer "spröde" finden kann - er komponiert so, wie der Hamburger spricht - schnörkellos und keine Silbe zuviel, dabei alles deutlich beschreibend. Einfach, aber schön.

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germ 17.08.2017, 15:50
2. Vergebens

Ich bemühe mich immer und immer wieder, aber ich kann klassische Musik nicht von der Zeit, in der sie enstanden ist, trennen. Wenn ich klassische Musik höre, sehe ich vor meinem geistigen Auge immer Männer in Kniestrümpfen und Perücken und nicht wertfreie Noten. Von daher klingt klassische Musik für mich immer nach Siebzehnhundertgruselig, also absolut altmodisch bis nichtssagend. So spielt man heute einfach nicht mehr, so völlig ohne „Reibungen“. Und das macht klassische Musik für mich so langweilig.

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Lord Menial 17.08.2017, 16:04
3. c-moll, Allegro maestoso

Zitat von germ
........Wenn ich klassische Musik höre, sehe ich vor meinem geistigen Auge immer Männer in Kniestrümpfen und Perücken und nicht wertfreie Noten. ...........also absolut altmodisch bis nichtssagend. So spielt man heute einfach nicht mehr, so völlig ohne „Reibungen“. ...........
Dann empfehle ich die Musik von Tschaikowsky oder Wagner. Als die lebten, trug man schon 100 Jahre keine Perücken mehr.
Na ja, wenn man ehrlich ist: schon Franz Schubert und L. Beethoven trugen keine mehr.
Und klassische Musik hat keine "Reibungen"? (Hoffentlich stellen wir uns darunter etwas ähnliches vor.) Dieser Aussage sieht man die mangelnde Erfahrung mit den größten Werken der Musikgeschichte an.
Ich empfehle die Anschaffung einer Anthologie (Box) in der Art "Meisterwerke der Klassik" o.ä. mit einem Querschnitt durch die Jahrhunderte. Da kann man tolle Sachen entdecken, daß die Ohren heiß werden und die Augen glänzen!

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kajoter 01.01.2018, 10:54
4.

Zitat von germ
Ich bemühe mich immer und immer wieder, aber ich kann klassische Musik nicht von der Zeit, in der sie enstanden ist, trennen. Wenn ich klassische Musik höre, sehe ich vor meinem geistigen Auge immer Männer in Kniestrümpfen und Perücken und nicht wertfreie Noten. Von daher klingt klassische Musik für mich immer nach Siebzehnhundertgruselig, also absolut altmodisch bis nichtssagend. So spielt man heute einfach nicht mehr, so völlig ohne „Reibungen“. Und das macht klassische Musik für mich so langweilig.
Die Erklärung für Ihr sehr limitiertes Musikbild ist simpel: Sie sind musikalisch völlig ungebildet.
Aber machen Sie sich nichts d´raus, denn das sind die (aller-) meisten Menschen. Es ist übrigens ebenfalls typisch, dass Sie Musik eigentlich gar nicht an sich bewerten, sondern über Bilder und Assoziationen. Andere tun das vor allem über die Texte bei Vokalmusik und verwechseln dabei Textgüte mit musikalischer Qualität. Was auch dazu führt, dass sie musikalische Langweiligkeiten wie die von Bob Dylan oder Sven Regener für musikalisch sehr ansprechend erachten.
Aber zurück zu Ihrem Problem.
Da Sie Musik vor allem als imaginäre Bilder wahrnehmen und gerne Dissonanzen und Vewandtes hören, empfehle ich, mit der französischen Musik um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert anzufangen und sich langsam vorzuarbeiten.
Daneben benötigen Sie einen Fachmann - oder zumindest einen Musikliebhaber, der Sie dabei an die Hand nimmt, denn das Lesen oder andere Disziplinen haben Sie ja auch nicht autodidaktisch gelernt - oder? Wenn Sie sich dann irgendwann in der sog. klassischen Musik heimischer fühlen, werden Sie Dissonanzen und Spannungen hören, die in Pop & Co. nicht zu finden sind. Die besseren Musiker könnten derartiges vielleicht noch schreiben und spielen, es würde aber unter ihrem Klientel nur wenige Zuhörer finden.

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