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Bremen-"Tatort" über Pflegekriminalität: Wie wollen wir sterben?
RB/ Christine Schröder

Dieser Gesellschaftskrimi aus Bremen wühlt auf. Die Ermittler Lürsen und Stedefreund müssen erleben, wie schwierig es ist, das Ende des Lebens zu begehen. Ein Muss, nicht nur für "Tatort"-Fans.

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thd1958 09.03.2018, 15:20
1. Nun, der Tod ist für uns ...

... alle nun mal unausweichlich. Und schrecklich. Vor Allem für die Angehörigen. Aber nur, weil er den Suizid-Versuch überlebt hat, kann man ihn doch nicht zweimal bestrafen. Er wollte sich und seine Frau selbstbestimmt in den Tod schicken. Daran ist an sich nichts verwerfliches. Was dann im Nachhinein daraus strafrechtlich gemacht wird, DAS finde ich dann schon zweifelhaft.

Auf jeden Fall wieder mal ein guter Tatort aus Bremen. Lürssen und Stedefreund mit ihrem Team wünsche ich gute Einschaltquoten.

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spontandemo 09.03.2018, 17:40
2. @ #1

"Aber nur, weil er den Suizid-Versuch überlebt hat, kann man ihn doch nicht zweimal bestrafen."
Kann man - aktive Sterbehilfe ist in Deutschland strafbewehrt.
Damit werden allerdings diejenigen mitbestraft, die zwar selbstbestimmt und somit menschenwürdig abtreten wollen, aber den richtigen Moment verpasst haben, das noch selbst zu tun. Diese Regelung zwingt dann diejenigen, die sich genau davor fürchten, es lieber zu früh als nie zu tun.

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Sal.Paradies 09.03.2018, 17:49
3. Sie haben mich überzeugt Hr.Buß

Sie haben mich überzeugt Hr.Buß, diesem Thema kann sich langfristig niemand entziehen und ich gebe zu, dass mich Ihr Bericht neugierig gemacht hat. Da ich kein Sky mehr habe, werde ich auf anderen Sendern wohl kaum etwas verpassen....

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apropos48 11.03.2018, 21:04
4. Es tut mir so leid!

Dieses Thema ist unendlich wichtig und es ist unendlich traurig, weil es der Realität so nahe kommt, und ich weiß, wovon ich rede. Ich hab sowas hinter mir mit allen seinen Schattenseiten, ich schau mir alle Dokumentationen
und Diskussionen an und die (erbärmlichen) politischen Statements ohne entsprechende Konsequenzen. Das Thema als Tatort-Spielfilm kann ich aber so nicht mit in die Woche nehmen, ich werde umschalten, wüsche aber den Bremer Ermittlern beste Quoten und den übrigen Zuschauern mehr Mut, als ich ihn heute habe.
Vermutlich ein toller Film, den ich aber nicht aushalte.

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rala 11.03.2018, 23:10
5. Traurige Wahrheit

Ich arbeite in der Pflege und pflege zu Hause auch einen demenzkranken Angehörigen, ich weiß also doch sehr genau, mit welchen Gefühlen man zu kämpfen hat. Dieser Tatort beschreibt ziemlich gut, wie allein gelassen sich Angehörige fühlen. Da ich selber vom Fach bin, weiß ich schon, wo man welche Hilfen und Unterstützungen beantragen kann, aber das alles zieht sich oft über Wochen hin. Fehlendes Personal in den Kitas wird gerne in Politik und Medien erwähnt, aber die Situation in der Pflege ist noch viel dramatischer. Nur ist sie nicht so attraktiv! Ich sehe während der Arbeit sehr oft Einsamkeit und Altersarmut. Ich wünschte, daran würde sich etwas ändern lassen!

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Leser161 12.03.2018, 09:29
6. Wichtig

Ein wichtiges Thema. Schön das auch der Tatort sich ihm annimmt. Die Problematiken in der Pflege kenne ich von bekannten. Ich finde es schlim das die sonst so aktionistische Politik hier nichts unternimmt.

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transsib_reisen 12.03.2018, 09:48
7. Pflege am Abgrund - schrecklich

und unfassbar, dass so etwas von Staats wegen nicht engmaschig und sehr genau kontrolliert wird.

In einem der reichsten Staaten dieses Planeten.

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h.glaps 12.03.2018, 10:32
8. Mdk

Wenn man als Angehöriger, schon mit dem MDK zu tun hatte,
weis man das in diesem Tatort nicht gelogen wurde!
Sowohl die Aussage mit Heimen die vor Ihren Prüfungen schmieren stimmt,
als auch das benehmen der MDK Mitarbeiter bei Hausbesuchen ist eine Tortour.
Jens Span wird da weiterhin dran arbeiten, das es nicht besser wird.
Jens Span führt demnächst die letzte Spritze zum Abgang, kostengünstig für Kassenpatienten ein.
sobald wir ihm Geld kosten, wird Jens Span uns ein Angebot zum ableben machen.

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wahmbeck 12.03.2018, 10:43
9. Stark!

Der Bremer Tatort war grossartig. Selbst 10 Punkte wären angemessen gewesen. Starkes und mutiges Thema. Starke Schauspielerinnen. Starkes Drehbuch. Keine bewusste Anbiederung, keine platten Aussagen.
Die spon Kritik trifft es (fast) auf den Kopf.

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