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Comic der Schwedin Liv Strömquist: Wir müssen über die Vulva reden
Liv Strömquist/ Avant

Allein beim Wort "Vulva" stockt der Durchschnittsmann. Die schwedische Comiczeichnerin und Autorin Liv Strömquist rehabilitiert es nun - als Zentrum weiblichen Lustempfindens.

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camilli79 09.05.2017, 20:51
1. Anatomisch interessant..

..aber das weibliche Geschlechtsteil ist zu speziell, um grösseres Interesse bei allen Volksschichten zu wecken. Teenager sind trotz Sexualkundeunterricht nur daran interessiert, Sex zu üben. Bei vielen einfachen Menschen, bleibt das Interesse bis zum Rentenalter auf dieser Stufe stehen.

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panamalarry 10.05.2017, 23:06
2. Über Vulven wird doch ständig geredet.

Wie wärs mal zur Abwechslung mal mit dem Thema Penis.
Die weibliche Selbstbezogenheit nimmt zu groteske Züge an.

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pulverkurt 10.05.2017, 23:40
3. Ich habs wirklich versucht!

Als ich die erste Zeile las ("Beim Wort 'Vulva' stockt der Durchschnittsmann") dachte ich spontan, hey, nicht ich. Ich bin keiner von denen. Vulvas, besonders die von meiner Freundin, interessieren mich voll. Ich finde sie wahnsinnig erotisch, und rede auch mit meiner Freundin darüber. Und mit dem Wort hab ich schon gar kein Problem. Aber dann las ich, dass ich mich auch nicht zu viel dafür interessieren darf. Weil irgendwelche spinnerten Geschlechtsgenossen im 19. Jahrhundert Beschneidung toll fanden. Oder weil erst vor einigen Jahrzehnten ein NASA-Typ zu prüde war, den Schlitz zwischen den Beinen einer Frauen als Botschaft ins All zu schicken. Ich hab dann die Comic-Ausschnitte gelesen und mich gefragt, was eigentlich der Punkt ist. Was ist Frau Stömquists Empfehlung für ein adäquates Verhalten, für mich als Mann? Ich glaube inzwischen, dass es da keinen Punkt gibt. Das ist auch kein Feminismus. Das ist einfach nur ein Haufen Bullshit.

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mat_1972 10.05.2017, 07:23
4.

Spontan kam mir sofort Stewie Griffin in den Sinn:
https://www.youtube.com/watch?v=nHDCz9p1IeY

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großwolke 10.05.2017, 07:30
5. Selbstbezogenheit über Rationalität

Als prüder, verklemmter Standard-Deutscher wäre ich persönlich sehr dafür, wenn das Reden über Geschlechtsorgane, egal welchen Geschlechts, im öffentlichen Raum eher weniger stattfindet. In meiner Welt ist Sexualität etwas intimes, die damit verbundenen Körperteile auch, und ob überhaupt und wenn ja dann inwieweit das Darüberreden als vulgär, als unnötig empfunden wird, oder Bestandteil der Normalität ist, das möge doch bitte jede Familie, jeder Freundeskreis, jedes Paar für sich ausmachen. Eine gesellschaftliche Norm herbeizureden finde ich jedenfalls überzogen. Und noch ein nüchterner Nachsatz zur männerdominierten Pornoproduktion: da Männer auch die Hauptkonsumenten dieser Erzeugnisse sind, ist es so gar nicht verwunderlich, wenn die weibliche Sicht auf Sex in ihnen etwas zu kurz kommt. Der Kunde bestimmt das Programm.

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DonCarlos 10.05.2017, 09:00
6.

Sorry, Christoph Kolumbus hat Kolumbien nie betreten und wusste von dessen Existenz gar nichts.
Von Wissenschaft hat Frau Strömquist auch sehr wenig Ahnung auch wenn sie ein paar Wissenschaftler aufzählt. Diese hatten aus heutiger Sicht seltsame Vorstellungen. Aber seltsam ist immer jede neue Hypothese, wie z.B. Schwarze Löcher.
Was ich Frau Strömquist grundsätzlich ankreide: sie verallgemeinert auf alle Männer.
Eine im Ansatz gute Idee wird dadurch sexistisch. Ja, es ist Sexismus, wenn man die eine Hälfte der Menschheit als blöd darstellt.
Zu Dr. Isaac Baker-Brown sei erwähnt, dass die meisten Genitalverstümmelungen von Frauen ausgeführt werden und wurden.

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universitario 10.05.2017, 09:43
7. Naja...

Ich verstehe nicht, was der Comic mit Feminismus zu tun hat, wir sitzen da alle in gleichen Boot - genauso ist es doch mit den männlichen Geschlechtsorganen. Überall, wo von Penissen (Penes?) die Rede ist, wird das Ding in seiner Bedeutung überhöht, steht entweder symbolisch für männliche Dominanz (oä) oder ist nimmerversiegender Quell des zotigen Witzes. Weder für den männlichen, noch den weiblichen Pfui-Bereich haben wir richtige Wörter, nur lateinische Entlehnungen (Schwert-Scheide, Rute), Metaphern oder Umschreibungen (Glied, Schwanz) oder Verballhornungen (kennt jeder). Ich fühle mich als Mann nicht von der Comicmalerin ertappt, wenn sie irgendwelche 100 Jahre alten Ansichten herauskramt. Damals wie heute wurde nämlich auch der Penis freilich nicht offen zur Schau getragen. Und die Sexualmoral, die wohl hinter der Verklemmtheit zu vermuten ist, hat inklusive Onanieverbot genauso Männer betroffen.

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herr-von-und-zu 10.05.2017, 10:46
8. Mag sein, dass das ganz witzig ist...

aber Feminismus scheint derzeit irgendwie hipp zu sein - ähnlich dem Hype um veganes Essen. Also kann man natürlich auch genauso versuchen, das Thema kommerziell auszuschlachten. Ob es gesellschaftlich z. Z. tatsächlich vermehrt Bedarf für Diskussionen über Sexismus gibt vermag ich nicht beurteilen zu können. Ab und an gibt's halt immer mal 'nen Spinner, der irgendwas Blödes über irgendwen sagt, was dann medial hochgekocht wird - obwohl ansonsten niemand oder zumindest kaum jemand mitbekommen hätte, dass derjenige das überhaupt gesagt hat... oder dass es denjenigen überhaupt gibt.

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spi-on 10.05.2017, 20:53
9. Interessant, aber aus der Zeit gefallen

Frau Strömquist kommt etwa 45 - 145 Jahre zu spät, um sich über mangelnde Präsenz der Vulva in den Medien oder der Gesellschaft zu beschweren. Nackte weibliche Becken spielen da schon seit den 70er Jahren eine unübersehbare Rolle. Ganz im Gegenteil dazu, war der Penis bis Anfang der 90er Jahre geradezu dämonisiert. Man sah ihn nicht, man sprach nicht von ihm, und wenn, dann bloß um unreif über ihn zu kichern, oder die Sache sonstwie nicht ernst zu nehmen. Also... 1965 wäre das ein guter, ein gesellschaftsrelevanter Comic gewesen, jetzt ist er nur noch anchronistisch.

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