Forum: Kultur
Danke, joergimausi: Die Tollen sind selten laut
DPA

Online-Kommentare sind wie eine Sonnenfinsternis - faszinierend, aber man sollte nicht genauer hingucken. Doch mit der hundertsten Kolumne hat sich die Autorin dem Übel gestellt.

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napoleon2006 22.08.2017, 17:19
1. Austausch in beide Richtungen ist immer zu begrüßen...

Auch wenn ich ich Angst des Kolumnisten vorm Kommentierer* durchaus verstehen kann, halte ich es trotzdem für einen der grössten Vorteile des Internets, dass Journalisten eine direkte Rückmeldung zu ihren Artikeln bekommen können. Zum einen, weil es das ganze etwas menschlicher macht und zum anderen, weil auch der klügste immer noch dazu lernen kann. Gerade bei Kolumnen, die ja selten auf Fakten aufbauen, ist so ein beidseitger Meinungsaustausch für eine pluralistische Gesellschaft wohltuend. Insofern, auch wenn ich nicht immer mit Ihrer Meinung übereinstimme: Weiter so und lassen Sie sich nicht unterkriegen.
*Ich hatte erst überlegt, das ganze gendergerecht zu schreiben, war mir aber zu blöd (kompliziert). ;-)

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irritation 22.08.2017, 17:38
2. Aha

tl;dr (ausnahmsweise am Anfang, Sie sagen ja, alles lesen ist nicht ihr Ding): Wie ihr 'Kollege' Fleischauer, öfter mal andere Meinungen lesen und zulassen und bitte das Forumsquiz einführen.

Als ich diesen Kommentar zum Kommentar über Kommentare verfasste war noch kein anderer sichtbar. Deshalb und weil ich mal wieder nicht schlau werde aus dem Text:
Beim Lesen kam mit der Eindruck, (der eigentlich widerlegt oder auch nicht widerlegt werden soll), dass Kritik in Kommentaren nicht ernst genommen wird. Im Wesentlichen wird sie abgetan. Die zitierten Kommentare sind auch aus meiner Sicht nur für Katastrophentouristen beeindruckend. Allerdings bemühe ich mich ihre Kolumne unvoreingenommen zu lesen, auch wenn der Titel und der Aufreißer "alle Macht den Frauen, nieder mit den Männern" rufen. Daran sind sie größtenteils nicht Schuld, kann man nun glauben. Andererseits treffen Titel und Aufreißer oft den Ton des Artikels. Natürlich ist das eine (ihre) Meinung, allerdings finde ich es schade und komme mir pauschal abgekanzelt vor, wenn auch differenzierte Beiträge als die zitierten mit weggebügelt werden. Ein gewisser Dialog wäre doch wünschenswert. Man liest ihre Kolumne, bemüht sich um Erweiterung durch andere Standpunkte und kommt voran. Einen Ansatz dazu kann ich in ihren Aussagen nicht finden. Schade.
Den Vorschlag einer Qualifikationsrunde zum Schreibrecht im Forum finde ich hervorragend. Man könnte ihn noch um eine Abfrage grundlegender Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen und Argumentationsaufbau ergänzen.

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vish 22.08.2017, 17:42
3. Joergimausi hat Recht!

Es gibt eine Menge Frauen, die nichts drauf haben, in vielerlei Hinsicht. Für Männer gilt in dieser Hinsicht das gleiche. Die Tatsache, dass Joergimausi nur einen selektiven Teil der Wahrheit zum Besten gibt, macht diesen Teil nicht weniger wahr. Ich denke, dass in genau dieser selektiven Wahrnehmung ein großer Teil der Ablehnung, der Ihrer Kolumne regelmäßig und m.E. überwiegend zu Recht entgegenschlägt, begründet ist. Frauen leiden hier, Frauen werden dort unterdrückt und über allem thront, geifernd, der böse, meistens weiße, alte Mann, der den ganzen Tag nichts anderes zu tun hat, als dem schwachen Geschlecht (see what i did there?) das Leben zur Hölle zu machen. Das ist so... dumm. Auch Männer leiden unter prekären Arbeitsverhältnissen, auch Männer leiden unter Männern (und Frauen), auch Männer lieben ihre Kinder. Statt aber nun die unzweifelhaft existierende Ungleichbehandlung von Männern und Frauen über den Umweg der Neutralität (z.B. anonymisierte Bewerbungen, Gleichstellung im Familien- und Arbeitsrecht, etc.) bekämpfen zu wollen, wird stattdessen eine bevorzugte Behandlung eingefordert und damit gleichzeitig der feministische Grundgedanke ad absurdum geführt, Stichwort Frauenquote: "Sie bekommen den Job! Nicht, weil sie besser sind, sondern weil Sie eine Vagina und Brüste haben!" Was für ein Fortschritt! Abschließend möchte ich noch sagen, dass auch im vorliegenden Text Ihre Ignoranz gegenüber anders lautenden Meinungen einmal mehr hervortritt, was ich natürlich angesichts der primitiven Ekel-Kommentare teilweise nachvollziehen kann, da verfällt man vermutlich in eine Trotzhaltung. Schönen Tag.

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parsimony 22.08.2017, 17:59
4. "Die Tollen sind selten laut"

Also ich geh mal davon aus, dass "toll" hier für gut steht und nicht für verrückt. ;) Und der Ausspruch ist natürlich Ausdruck des persönlichen Geschmacks; so lässt er sich leicht von Online-Kommentaren auf Online-Kolumnen übertragen.
Ansonsten würde ich sagen, dass gerade die Onlinekommentare häufig besondere Perlen enthalten, die gelegentlich substanzieller, intelligenter, besser informiert und noch einiges mehr sind, als die eigentlichen Artikel oder Kolumnen. Häufig ist einem auch schon nach den ersten zwei Sätzen klar, dass man den Kommentar nicht ganz lesen mag. So schafft man es auch durch viele Beiträge. Bei mir sind es häufig neben den nicht lauten auch die besonders bissigen, die gefallen.
Und was die Wahrnehmung angeht, wo es eh schon die ganze Zeit dreckig ist, die geht ja auch gerne mal was auseinander: die eine wischt jeden Tag Staub und die andere lässt den Abwasch ne Woche lang stehn. Vielleicht bewegen Sie sich auch nur in den Themen, die Ihnen ein wenig dreckig vorkommen und wagen nicht den Schritt rein in die Müllhalden. In Anlehnung an die Dating-Platform Idee: Vielleicht so tindermäßig: Wenn man beim Kommentar nach links wischt, werden alle Beiträge des Kommentators gelöscht, wenn man nach rechts wischt, werden sie weiterhin angezeigt?

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scr_berlin 22.08.2017, 18:03
5. Schade ...

... die Ankündigung klang eigentlich recht vielversprechend. Aber letztendlich haben Sie nur geschaut inwieweit Sie sich in den Kommentaren wiederfinden, sozusagen Ihr Spiegelbild (kann auch als Wortspiel verstanden werden) hinterfragt, nicht sich selbst. Aber genau das vermisse ich vordergründig an Ihren Kolumnen, die Hinterfragung des eigenen Standpunktes und wie man zu ihm gekommen ist. Man kann nicht nur - und stet - die Welt an sich messen, sondern muss auch sich an der Welt messen. Das fehlt mir bei Ihnen, auch in der Hundertsten ...

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unky 22.08.2017, 18:05
6. Köstlich, Frau Stokowski, ...

... Sie haben es wieder einmal getroffen! Das mit der Ironie kann man auch hier wieder in den Kommentaren nachvollziehen. Also, "Stößchen" auf die nächsten 100 Kolumnen von Ihnen, auf die ich mich jetzt schon freue.

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großwolke 22.08.2017, 18:13
7. Die Texte sind wirklich oft nicht gut

Mal unabhängig vom Inhalt, den zu mögen oder auch nicht eher eine Angelegenheit des persönlichen Geschmacks ist, gibt es für stilistisch gute Texte ein paar Regeln, die Ihre Kolumnen des Öfteren verletzen, Frau Stokowski. Martenstein oder Fleischhauer mögen inhaltlich fernab von Ihren Überzeugungen liegen, aber es würde sich trotzdem lohnen, sich von den bösen alten weißen Heteronormalomännern handwerklich was abzuschauen. Sie können mit Sprache umgehen, keine Frage, aber ist es immer unbedingt nötig, das so raushängen zu lassen? Oder wäre dem Thema nicht manchmal besser gedient, wenn Sie Ihre Person ein wenig zurücknähmen und das Thema sprechen ließen? Gedanken mal aufbauen, auf den Punkt bringen, wirken lassen, anstatt sie dicht gedrängt über die mit Anspielungen überladene Schriftbühne zu jagen? Auch wenn ich kein Feminismus-Fan bin, lese ich doch gern hin und wieder Gedanken zu dem Thema, um meine Wahrnehmung zentriert zu halten. Vorausgesetzt, ich breche mir daran nicht Hirn und Auge.

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schneesieber 22.08.2017, 18:22
8. Unsinn

Na, also wenn Frau Stokowski endlich, und nach gefühlten 100 Jahren, mal in ihr Forum guckt, dann muss ich auch mal Senf ablassen. Wer kann denn wissen, wann Sie´s mal wieder liesst?

"Dass das Genderthema so oft vorkommt in meinen Kolumnen, ist nicht meine Schuld, also fast nicht. Die Welt ist so."

Ich halte das für Quatsch. Die Welt ist eben nicht so. IHRE Welt ist so. Meine ist es nicht. Es ist Ihr Eindruck. Den dürfen Sie natürlich haben, aber er bleibt immer subjektiv. Richtig: Genau wie meiner.
Wenn natürlich die 1000ste Presse-Kolumnistin meint, wieder mal etwas über das vermeintlich unterrepräsentierte Genderthema schreiben zu müssen, dann wird die Allgegenwart dieses Themas zum Selbstläufer. Schreiben Sie doch mal was über (manchmal) nervende Kolumnistinnen.

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jobode 22.08.2017, 18:22
9. Wäre das Forum wirklich ein Forum...

... könnte man miteinander auch einmal diskutieren...
Das Problem ist doch, das Spiegel Online lediglich eine Kommentar-Funktion bietet.
Wäre man an einer Diskussion interessiert müsste man das System überarbeiten.
Ich verspüre oft den Drang mit Leuten die hier lediglich Ihre Kommentare abgeben (können) zu diskutieren. Dazu bedarf es aber eines echten Forums. Als Orientierung oder Vorbild sei hier heise.de genannt.

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