Forum: Kultur Dauerbrenner Sonntagskrimis - wie fanden Sie die aktuelle Folge?
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Die Sonntagskrimis der ARD erzielen nach wie vor Spitzenquoten, die Fälle und Ideen scheinen den Machern einfach nicht auszugehen. Aber jeden Sonntag stehen die Reihen wieder auf Prüfstand, denn die Erwartungen sind immer hoch. Ihr Urteil: Wie steht's aktuell um die aktuelle Folge? Gediegen und spannend oder eher Durchschnitt? Antworten
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#1 12.02.2012, 16:59 von auswandererusa

Armes Deutschland

Kann es wirklich sein, dass nach 40 Jahren Tatort, dieser immer noch das kulturelle Gespraechsthema ist? Will wirklich irgend jemand behaupten dass wir nicht mehr koennen? Rund 8 Milliarden Euro fliessen jaherlich an die Oeffentlich Rechtlichen, und das Ergebnis ist noch immer Tatort, Lindenstrasse und (bis neulich - und vielleicht dann doch wieder) Wetten Dass! Aber ach, und ich werde mir hier sicher einigen Widerstand einholen, wenn ich es genau betrachte ist es mit der ganzen deutschen Kulturlandschaft so. Museen sind fast immer nur die Museen "grosser klassischer oder zeitgenoessischer Kuenstler. Als Juroren fuer: The Voice of Germany: NENA und die Fantastischen Vier. Im Film: Wim Wenders und Helmut Dietl. Moderatoren: Gottschalk, Jauch, und "ich setz mein verschmitztes Lachfalten Gesicht auf Pilawa". Im bevoelkerungsreichsten Bundesland (16Millionen) gibt es gerade mal 5 WDR Radiosender und dann noch semi-privates (d.h. zum grossen Teil vom WDR mit bestimmtes) Lokalradio das ueberall und den ganzen Tag auf allen Stationen die gleiche Playlist hat - und keiner regt sich auf. Keine Bewegung, kein Einfallsreichtum, aber auch kein Wunsch danach in der Bevoelkerung. Mir wird Angst und Bange das, wenn ich irgendwann zurueckkomme (ja schreiben sie nur: Bleib doch weg!!!) dass ich nicht geistig, aber doch kulturell verarme. Gerade mal Berlin scheint mir ein Ort der Hoffnung, aber sonst... wirklich Tatort? Hoher Anspruch? Weil man mal einen Braunfilter draufsetzt oder mal einen Gruenen. Weil man diesen Ermittler grob und leicht ironisch charakterisiert, waehrend jene haerter und scharfsinniger ist. "Leichendichte; blutig oder nicht; Satz fuer die TV Ewigkeit?" Das ganze Konzept gehoert in die Ewigkeit verbannt. Gebt endlich mal jungen Kuenstlern (ich weiss, das sind auch Schauspieler und Regisseure die diese Tatort Folgen drehen) eine Chance. Probiert aus. Hier drueben in den "fuerchterlichen USA" geht man in Cafes und 16 Jaherige lesen Gedichte vor und spielen Jazzgeige. Live Musik von voellig unbekannten Kuenstlern die wahnsinnig gute Lieder schreiben und nicht nur "In The Army now" covern. Kneipen mit Stand Up Comedy ueberall. (Und ich wohne nicht in NY). Auch wenn so einige das nicht werden wahrhaben wollen. Wir sind 80 Millionen Menschen. Das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Meine Forderung geht also an Institutionen UND an meine Mitmenschen. Ach ja, und wirklich: Weg mit Joerg Pilawa.

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#2 12.02.2012, 17:14 von Karl_Lauer

Zitat von auswandererusa
Kann es wirklich sein, dass nach 40 Jahren Tatort, dieser immer noch das kulturelle Gespraechsthema ist? Will wirklich irgend jemand behaupten dass wir nicht mehr koennen? Rund 8 Milliarden Euro fliessen jaherlich an die Oeffentlich Rechtlichen, und das Ergebnis ist noch immer Tatort, Lindenstrasse und (bis neulich - und vielleicht dann doch wieder) Wetten Dass! Aber ach, und ich werde mir hier sicher einigen Widerstand einholen, wenn ich es genau betrachte ist es mit der ganzen deutschen Kulturlandschaft so. Museen sind fast immer nur die Museen "grosser klassischer oder zeitgenoessischer Kuenstler. Als Juroren fuer: The Voice of Germany: NENA und die Fantastischen Vier. Im Film: Wim Wenders und Helmut Dietl. Moderatoren: Gottschalk, Jauch, und "ich setz mein verschmitztes Lachfalten Gesicht auf Pilawa". Im bevoelkerungsreichsten Bundesland (16Millionen) gibt es gerade mal 5 WDR Radiosender und dann noch semi-privates (d.h. zum grossen Teil vom WDR mit bestimmtes) Lokalradio das ueberall und den ganzen Tag auf allen Stationen die gleiche Playlist hat - und keiner regt sich auf. Keine Bewegung, kein Einfallsreichtum, aber auch kein Wunsch danach in der Bevoelkerung. Mir wird Angst und Bange das, wenn ich irgendwann zurueckkomme (ja schreiben sie nur: Bleib doch weg!!!) dass ich nicht geistig, aber doch kulturell verarme. Gerade mal Berlin scheint mir ein Ort der Hoffnung, aber sonst... wirklich Tatort? Hoher Anspruch? Weil man mal einen Braunfilter draufsetzt oder mal einen Gruenen. Weil man diesen Ermittler grob und leicht ironisch charakterisiert, waehrend jene haerter und scharfsinniger ist. "Leichendichte; blutig oder nicht; Satz fuer die TV Ewigkeit?" Das ganze Konzept gehoert in die Ewigkeit verbannt. Gebt endlich mal jungen Kuenstlern (ich weiss, das sind auch Schauspieler und Regisseure die diese Tatort Folgen drehen) eine Chance. Probiert aus. Hier drueben in den "fuerchterlichen USA" geht man in Cafes und 16 Jaherige lesen Gedichte vor und spielen Jazzgeige. Live Musik von voellig unbekannten Kuenstlern die wahnsinnig gute Lieder schreiben und nicht nur "In The Army now" covern. Kneipen mit Stand Up Comedy ueberall. (Und ich wohne nicht in NY). Auch wenn so einige das nicht werden wahrhaben wollen. Wir sind 80 Millionen Menschen. Das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Meine Forderung geht also an Institutionen UND an meine Mitmenschen. Ach ja, und wirklich: Weg mit Joerg Pilawa.
tl;dr

Gegenfrage: Warum den Tatort als Referenz für den gesamten Kulturbetrieb des Landes heranziehen?
16-jährige Gedichtvorträge und live Jazz gibt es auch in Köln, wenn man weiß wo. Es könnte sicher noch viel viel mehr geben, aber das es garnichts abseits des staatlich gefördert und Verordneten gibt ist auch nicht wahr.

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#3 12.02.2012, 17:45 von PrettyHateMachine

wieso nicht?

Einen Tatort mit den "Bremern" habe ich noch nie gesehen, bin gespannt.

"Bizarres Szenario"? Immer gerne, Haupsache, es endet nicht wie "Das Dorf" Tatort: Das Dorf damit konnte ich mich so gar nicht anfreunden. Ab und an ein schöner, grade durcherzählter Krimi ist schon was schönes am Sonntagabend ;-)

@ auswandererusa
yep, ich bin vollkommen kulturell verarmt, danke für Ihre Anteilnahme

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#4 12.02.2012, 18:11 von Skeptisch

Warum nicht ?

Zitat von sysop
Der ARD-"Tatort" erzielt nach wie vor Spitzenquoten, die Fälle und Ideen scheinen den Machern einfach nicht auszugehen. Aber jeden Sonntag steht die Reihe wieder auf Prüfstand, denn die Erwartungen sind immer hoch. Ihr Urteil: Wie steht's aktuell um dem "Tatort"? Gediegen und spannend oder eher Durchschnitt?
Ich (Jahrgang 1946) sehe mir den Tatort regelmäßig an. Eigentlich "schon immer". Es gibt Gute und weniger Gute. Klar. Ist wohl auch Geschmackssache.

Im Vergleich zu den amerikanischen Krimiserien der Privatsender , wo hauptsächlich action, bum-bum, viel Blut und Leichen und natürlich Sex vorherrschen, eine gute Alternative, wenn man Krimis mag.

Den heutigen werde ich mir nicht anschauen, die Besprechung darüber hat mir gereicht. Denn ein Krimi sollte schon ein Krimi bleiben und nicht in ein Psycho-Drama ausarten. Obwohl ich dieses Tatort-Duo ansonsten mag, vor allem Lürsen.

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#5 12.02.2012, 18:26 von interference

zzzzZZZzzzz

Das beste am TATORT ist bekanntlich der skandinavische Krimi irgendwann danach …

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#6 12.02.2012, 18:34 von KaulQuappe

wir

Zitat von auswandererusa
....Will wirklich irgend jemand behaupten dass wir nicht mehr koennen? ... Wir sind 80 Millionen Menschen. Das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Meine Forderung geht also an Institutionen UND an meine Mitmenschen. Ach ja, und wirklich: Weg mit Joerg Pilawa.
Ehrlich gesagt, ich verstehe Ihre "Wir"-Statements nicht, wo Sie doch gar nicht mehr unter "uns" sind / sein wollen.

Schön, dass Sie schreiben, dass "in den USA" die kulturelle Vielfalt und Kreativität ihren Platz haben. Ich bin auch zuversichtlich, dass dies auch noch lange so sein wird. Obwohl, Ich habe doch Zweifel, ob dies wirklich landesweit so verbreitet ist, wie Sie das schildern.

Ich denke auch nicht, dass in der BRD mehr öffentliche Mittel in die Förderung der Kultur fliessen sollte.
Wie sieht denn in den USA diese öffentliche Förderung aus?
Fliessen da Steuergelder? Wenn ja, für wen und für was ?

Auch scheint mir, dass Sie wenig verstehen, was sich bei "uns" so alles kulturell tut, was nicht öffentlich gefördert wird.

Ach, wenn Sie denn "zurückkommen", dann bringen Sie, bevor Sie hier geistig und kulturell verarmen, doch was von drüben mit.
Aber für mich bitte, bitte nicht die 16jährigen, die Bücherlesungen in meinen Cafes halten.

Zu Pilawa: da haben Sie recht. Ich mag ihn mit seinen "grossen" Sendungen auch nicht mehr. Schade, ich hatte ihm mehr zugetraut.

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#7 12.02.2012, 18:46 von eigentlicher_Schwan

Zitat von sysop
Aber jeden Sonntag steht die Reihe wieder auf Prüfstand, denn die Erwartungen sind immer hoch.
Kann man sich was wünschen? Einen "Tatort", in dem V-Leute eine Rolle spielen? Damit wir auch in diesem Bereich die bundesrepublikanische Wirklichkeit kennenlernen? Egal ob Herr Urban, Maus oder Brenner als Inspiration herhalten... Das Milieu gibt doch was her, oder nicht?

Habe seit zehn Jahren kein TV mehr, überlege aber, in die Kneipe umme Ecke zu pilgern heute abend. Für so manchen ist das der kulturelle Aspekt der Woche. Jetzt aber nicht, dass ich "Aspekte" besser gefunden hatte. Naja, ein wenig vielleicht, Lucia Braun hatte ein gewisses Etwas. Eva Matthes war gut, auch die Lürsen und die Münsteraner. Viele halten sich ja Jahrzehnte. Erstaunlich. Es schwingt auch immer ein bisschen föderaler Lokalpatriotismus mit. Gut für die Psychohygiene.

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#8 12.02.2012, 19:05 von auswandererusa

Das war halt vorlage...

Zitat von Karl_Lauer
tl;dr Gegenfrage: Warum den Tatort als Referenz für den gesamten Kulturbetrieb des Landes heranziehen? 16-jährige Gedichtvorträge und live Jazz gibt es auch in Köln, wenn man weiß wo. Es könnte sicher noch viel viel mehr geben, aber das es garnichts abseits des staatlich gefördert und Verordneten gibt ist auch nicht wahr.
zu einer Kritik die ich lange schon in mir trage, insbeondere seit dem ich hier drueben lebe. ich bin ja auch gerade gegen den staatlich gefoerderten kulturbetrieb und fuer eine "oeffnung aller herzen" fuer mehr abwechslung. und obwohl mein beitrag zugegebenermassen mit einem titel wie "armes deutschland" unter die kategorie zynisch faellt, kritisiere ich doch gerade immer den zynismus und die ironie mit der der meiste kleinkunst ansatz (und meinetwegen auch grosse ansaetze) schnell zerstoert werden (auch da wird sich wahrscheinlich widerstand regen). ich wuerde mich sehr freuen eines besseren belehrt zu werden! ich kann mich aber waehrend meiner 37 jahre in dtl., davon ca 20 jahre in den kneipen wuppertals, bochums, koeln und dortmunds nicht einmal daran erinnern in eine ehrliche "open mic" nacht gestolpert zu sein. geschweige denn eine 16 jaehrige (unter der woche) in einem cafe anzutreffen die da ihre gedichte vorliest und ehrlichen applaus bekommt. auch war mein eindruck immer "live musik" war immer nur eine einladung nicht hin zu gehen. freunde lachten mich aus wenn ich sang. erst als ich gitarre lernte verlieh ich meiner stimme respekt "hey du singst ja richtig gut". das fand ich immer seltsam! wer wirklich den deutschen musikbetrieb analysiert (und da wieder eine vermischung von verschiedenen kulturebenen, ich weiss) muss auf der seite der produktionen schon zugeben dass nicht viel neues kommt, und dass aber auch nicht viel auf dem weg ist. das liegt aber meiner ansicht nach daran, dass es nicht ermutigt wird von offizieller als auch 'mitmenschlicher' seite aus. und das man dann meist nur das macht was die anderen auch machen. dann zum radio: hier gibts noch immer "einen mix aus phil collins, meat loaf und jennifer rush und adele" ob wdr 2 oder swr 1 und 3 usw. usw. (bitte nicht darauf aufmerksam machen dass es ja auch 1 live gibt). so, und gleiche "armut" meine ich auch bei anderen kunstformen zu sehen. ob comedy, musik, theater, autoren, ob kunst in cafes von schuelern und studenten: was auf mitmenschlicher aber eben auch offizieller ebene nicht geliebt wird, wird sich im grossen kunstbetrieb wieder zeigen: wenig bewegung im fernsehen (auch eine grosse kunstform meiner ansicht nach) wenig bewegung in radio usw. keine neunen formate, keine neuen moderatoren: tatort, lindenstrasse, wetten dass. gottschalk, jauch und pilawa. ich weiss nicht....

so, noch eine stunde und er laeuft, sagen sie mir mal wie er war!! :-)

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#9 12.02.2012, 19:32 von eigentlicher_Schwan

Zitat von auswandererusa
... ich kann mich aber waehrend meiner 37 jahre in dtl., davon ca 20 jahre in den kneipen wuppertals, bochums, koeln und dortmunds nicht einmal daran erinnern in eine ehrliche "open mic" nacht gestolpert zu sein. geschweige denn eine 16 jaehrige (unter der woche) in einem cafe anzutreffen die da ihre gedichte vorliest und ehrlichen applaus bekommt. auch war mein eindruck immer "live musik" war immer nur eine einladung nicht hin zu gehen. freunde lachten mich aus wenn ich sang. erst als ich gitarre lernte verlieh ich meiner stimme respekt "hey du singst ja richtig gut". das fand ich immer seltsam! ...
Am ehesten noch in Irish Pubs, wo man auch viele Amerikaner trifft. In Dtl. macht man eben Musik im Verein, nicht in der Kneipe :)

Ich muss los, bzw. mich hübsch machen ;))

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