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DDR-Fotografie: Da geht ein Riss durchs System
Erasmus Schröter/ Berlinische Galerie

Rote Fahnen? Nee, rote Lippen! Künstlerische Fotografie erblühte in der DDR nur im Schatten. Wohl auch, weil viele Bilder bloßstellten, wie sozialistischer Wunsch und alltägliche Wirklichkeit auseinander klafften. Die Berliner Schau "Geschlossene Gesellschaft" zeigt genau das - und mehr.

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habgenugvondenlügen 06.10.2012, 11:56
1. Ja, was denn nun Frau Daniela Zinser?

Zitat von sysop
Rote Fahnen? Nee, rote Lippen! Künstlerische Fotografie erblühte in der DDR nur im Schatten. Wohl auch, weil viele Bilder bloßstellten, wie sozialistischer Wunsch und alltägliche Wirklichkeit auseinander klafften. Die Berliner Schau "Geschlossene Gesellschaft" zeigt genau das - und mehr.
Ja, was will die Autorin dieses SPON-Artikels mir eigentlich verklickern?
Habe mir ihre ausgewählten 17 Fotografien angesehen und in nicht einer davon "klaffen sozialistischer Wunsch und alltägliche Wirklichkeit auseinander."

Ich nehme mal nur Fotografie Nr. 3 aus dem Jahre 1956 mit einer Arbeiterin an einer großen Stanzmaschine, das lange Haar zum Dutt gesteckt, sitzend und die Schalter und Knöpfe der Stanzmaschine bedienend.

Das gleiche Bild hätte man 1956 mit Arbeitern in Westdeutschland
oder in den USA schießen können, mit einer Ausnahme - dort war es 1956 Frauen weitestgehend verboten in metallverarbeitenden Berufen tätig zu sein.

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gerhardaebert 06.10.2012, 12:20
2.

Zitat von sysop
Rote Fahnen? Nee, rote Lippen! Künstlerische Fotografie erblühte in der DDR nur im Schatten. Wohl auch, weil viele Bilder bloßstellten, wie sozialistischer Wunsch und alltägliche Wirklichkeit auseinander klafften. Die Berliner Schau "Geschlossene Gesellschaft" zeigt genau das - und mehr.
Schon erstaunlich zu lesen, wie die junge Wessine Zinser ihr von der herrschendenn Ideologie geprägtes Bild von der DDR in Fotos hineininterpretiert. Aber immerhin: Sie belässt es bei "einem" Riss durchs System. Das ist schon sehr honorig. Damit kann man leben. Wenn ich bedenke, wie viele Risse durch das System BRD gehen...

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viceman 06.10.2012, 12:29
3. es krampf ganz sehr,

Zitat von sysop
Rote Fahnen? Nee, rote Lippen! Künstlerische Fotografie erblühte in der DDR nur im Schatten. Wohl auch, weil viele Bilder bloßstellten, wie sozialistischer Wunsch und alltägliche Wirklichkeit auseinander klafften. Die Berliner Schau "Geschlossene Gesellschaft" zeigt genau das - und mehr.
in der medienmaschine , die immer wieder versuchen muß, die "ddr" schlechtzumachen oder ins unrecht zu setzen.
da ist kein anlaß absurd genug , die gleichen fotos egal ob nackt ( schutzlos - fehlt nur noch der stasi-folterknecht ) oder im schlachthof-gleiche bilder bzw. vergleichbare gibt es dazu auf der ganzen welt und zu allen zeiten ! im übrigen erinnere ich mich an zeiten, da überall fotographien ausgestellt wurden, selbst in der schule gab es fotozirkel und jede menge austellungen auch mitte der 70- er jahre. naja, die absicht ist erkannt frau zinser....

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mulhollanddriver 06.10.2012, 12:37
4. Ich sehe es wie meine Vorredner...

...und empfehle allen Lesern dieses Artikels, die Fotos von Detlev Steinberg anzusehen, soweit das im Internet möglich ist.

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großer bruder 06.10.2012, 12:55
5. immerhin gab es dort offenbar sogar eine 24-Cafeteria

während im Westen damals noch überall um 12 die Bürgersteige hochgeklappt wurden, gab es dort offenbar schon fast rund um die Uhr geöffnete Restauration im schicken 70-ger Jahre look. Und das auch noch mit Mehrweg-Flaschen für Milch und Joghurt. Das war doch mal wirklich "überholen ohne einzuholen".

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Afrojüdischer_Sozi-Sinti 06.10.2012, 13:05
6. Naja,

also das was auf den Bildern gezeigt wird zeigt nicht wirklich DDR-spezifische "Probleme", tut mir leid.
Ich habe immer mehr das Gefühl, das eine richtig differenzierte Auseinandersetzung mit der DDR eher in linken Kreisen zu finden ist. Aber das was den Bürgern hier versucht wird zu Verkaufen wirkt schon ziemlich Krampfhaft hin gebogen und dabei ungewollt domestizierend. Das schlimme an der DDR waren doch nicht Frauen die an Stanzmaschinen arbeiten mussten oder trostlose Hochhauslandschaften. Das gibt es überall auf der Welt, auch ganz ohne das wirken von Honecker, Stasi, Mauer und dem Kommunismus bzw. Sozialismus.
Es gibt Dinge in sozialistischen Ideologien die man in Theorie und Praxis ganz gezielt kritisieren kann, aber auf diesen Bildern sehe ich nichts davon.

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renele1 06.10.2012, 13:36
7. statt immer nur dagegen

Einfach mal anschauen, mit beiden Augen! Erst danach empfiehlt sich "Kritik".. Als Kind der DDR war ich bei der Eröffnung dabei und mir haben die Einblicke in die scheinbare "Normalität" sehr gut gefallen..

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torjäger38 06.10.2012, 13:56
8. Pappe und Risse

Mit Freude lese ich, dass sich meine "Vorredner" genauso wenig blenden lassen!

Die Risse dir durch unser heutiges System gehen, kann man ja allerorten sehen:

Kunst muss sich vermarkten und verwerten lassen. ALLES muss verwertet werden, jeden Cent will man mit kruden Marketingstrategien herauspressen.

Die Kreativität wird durch diesen Vermarktungswahnsinn, durch diese Gier getötet.

Das kann man im furchtbaren deutschen TV jeden Tag sehen. Ob das dort schwachsinnige Satire ist (Es geht auch nur um Einschaltquoten), Comedy, die an vollkommener Ausgelutschtheit krankt und und und.

Wenn in der Kreation der ständige Vermarktungsdruck dahintersteht und der Kreative ständig gezwungen ist, so zu "kreieren", das es marktkonform und verkaufbar ist, kommt keine wirkliche Kusnt dabei raus, sondern nur niveaulose Massenware.

Da muss man natürlich woanders, in der Vergangenheit Risse suchen, damit die Leute heute nicht die tausend Risse sehen, die euer Marktmodell reisst.

Wie sang doch Gundermann:

"dann war ich es satt
ewig mageren salzigen fisch
sah durch mein glas
die tomaten dort auf deinem tisch
die schmeckten nach pappe
und deine weiber die waren frigid
und dafür hab ich mein feuer am strand
gelöscht und mein lied"

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JoschSche 06.10.2012, 14:19
9. ...

Ein Dialog über emotionale Fotografie ist das eine... tumbe Propaganda das andere.
Selbst als Nicht-Ossie erlaube ich mir die Feststellung, dass in so gern gescholtenen DDR menschlich doch etliches noch deutlich mehr in Ordnung schien, als in jenem Landesteil, aus dem unser heutiges Export-Weltmeister-Kombinat hervor ging.
Im Übrigen betreffen die allgemeinen Fallgruben des Seins für Individuen alle hoch organisierten Gesellschaften gleichermaßen - weitgehend unabhängig vom System.
Die DDR war da vielleicht sogar "ehrlicher" als unser so gepriesenes System, denn dort waren Propaganda und Unterdrückungsmechanismen offensichtlicher als hier, wo sie lediglich subtiler, gleichwohl aber in nicht minderem Maß vorhanden sind.
Es kann eben logisch schlicht nicht Sinn einer Gesellschaft und ihres Wirtschaftens sein, den Reichtum weniger (und dazu oft noch unverdient...) auf dem Buckel Vieler zu mehren...
Soviel Wirklichkeit und der Wahrhaftigkeit sollte für die Autorin - nach eigenen Angaben - ja kein Problem sein ;)...

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