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Der Fall Relotius - diskutieren Sie hier!

SPIEGEL-Reporter Claas Relotius hat in großem Umfang Artikel gefälscht. Durch Recherchen des SPIEGEL-Kollegen Juan Moreno erhärtete sich der Verdacht gegen Relotius, der Fälschungen zugegeben hat. Der Vorgang legt auch Lücken und Fehler in den Sicherungssystemen des SPIEGEL offen. Andere Medien sind ebenfalls betroffen. Was ist Ihre Meinung?

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tailspin 21.12.2018, 16:28
1. Nicht allzu schlimm

Immerhin kann sich der Spiegel auf die Schultern klopfen, wenigstens mal einen preisgekroenten Journalisten in seinen Reihen gehabt zu haben.

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Beccaria 21.12.2018, 17:01
2. Der Fall Relotius

Der Fall zeigt die Einseitigkeit in der SPIEGEL Redaktion. Hätte Relotius eine positive Geschichte erfunden, über - nehmen wir mal ein simples Beispiel- also über Sarrazin , so wäre man ihm schnell auf die Schliche gekommen. Kehrt zurück zu neutralem Journalismus !

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gawos 21.12.2018, 17:20
3.

Ich verstehe nicht, dass der Verdacht nicht früher aufgekommen ist. Ich habe die meisten Artikel von Relotius nicht gelesen. Zuletzt fiel mir die Geschichte mit dem kleinen Jungen in Syrien auf.
Man ist ja schon ein bisschen geübt, fake Nachrichten in Netz zu erkennen, das beginnt mit Wahrscheinlichkeiten. Schon das Thema schien mir nicht sehr wahrscheinlich, den Jungen in dem Kriegsgebiet wieder zu finden. Und als ich den Artikel öffnete und mir ein 8jähriger Junge, der mit einem Kinderlied auf den Lippen durch die zerstörte Heimat lief, begegnete befand ich "fake", schöne Geschichte aber lohnt nicht weiter zu lesen. Ich bezweifle, dass es eine solche Kinderliedkultur in Syrien gibt, noch viel mehr, dass kleine Jungen mit 8 Jahren inmmitten des Elends drum herum auf die Idee kommen solche Lieder zu singen während sie durch die Stadt laufen
. Das ist doch ein amerikanischer Filmeinstieg für einen Retrostreifen.

Ich verstehe wirklich nicht, wieso niemand Zweifel hatte von den Professionellen, die sich mit fake Nachrichten doch viel besser auskennen sollten als ich Laie. Wahrscheinlich lag es an Status, Ruhm und Ehre der Person, die an mir vorbei gegangen ist, weil ich mich damit nie beschäftigt habe.

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pink15 21.12.2018, 17:29
4. Häme ist fehl am Platz,

jedoch stellt sich die Frage, wie aus dem SPIEGEL eine ECHOKAMMER werden konnte. Genau das, was der SPIEGEL am Internet kritisiert, dass nämlich mehrere Diskutierblasen entstanden sind, zeigt sich nun auch als Hauptproblem der Printmedien sowie SPON etc. Das liegt jedoch am Anspruch, Fakten einordnen und erklären zu wollen, denn jede Erklärung ist durch Meinung gefärbt. Dies würde deutlich werden, wenn man z.B. ein und denselben Sachverhalt einmal von Feldenkirchen und einmal von Fleischhauer dargeboten bekäme.
Sollte der SPIEGEL nun jedoch auf seinen erklärenden Anspruch verzichten, bliebe ein Sammelsurium an Kurzmeldungen, garniert mit Zitaten der Beteiligten.

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Mathematiklehrer 21.12.2018, 17:30
5. Stochastik live

Der Fall zeigt, dass das Berufsbild "Journalist" im Grunde die gleiche Wahrscheinlichkeit von "falschen Fuffzigern" aufweist wie andere Berufe auch. Es gibt Lehrer, die unvorbereitet in den Unterricht gehen und kompletten Blödsinn erzählen. Es gibt Polizisten, die sich bestechen lassen. Es gibt eben auch Journalisten, die ihre eigene Meinung als "Recherche" in die Welt blasen.
Problematisch wird es m.E. jetzt, wenn
a) die einzelnen Medien wie "Zeit" oder "Spiegel" diesen Fall als Beleg für ihre tolle Aufarbeitung nehmen und
b) der Bundesvorsitzende des DJV Überall tatsächlich die steile These in den Raum stellt, "99,99 Prozentder JournalistInnen" würden "ihr Handwerk anständig und ordentlich ausüben". So jedenfalls zitiert NDR Info ihn.
Diesen Prozentsatz halte ich für total unglaubwürdig und im wahrsten Sinne des Wortes für "fake".
Damit macht er im Grunde sich und alle Journalist*innen, die dies weiterverbreiten, lächerlich.
Wer glaubt denn so einen Prozentsatz? Noch nicht mal in der DDR hat man ernsthaft geglaubt, dass 99,99 % der Bevölkerung die SED unterstützt.
Sagenhaft...

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me-and-bobby 21.12.2018, 17:55
6. Wer Transparenz will, muss den Leser miteinbeziehen...!!!...

Wenn der SPIEGEL wieder an Glaubwürdigkeit zurückgewinnen will, muss er dem Leser ein Forum bieten, das das ganze Spektrum der Meinungsvielfalt zuläßt...Ebenso muss eine Bewertung der Lesermeinungen her, das pro und contra likes zuläßt...Bislang wurden von SPON unliebsame Meinungen und auch ganze Themenbereiche off- line geschaltet...Der Fall Relotius ist nicht nur typisch für SPIEGEL, nein, es ist der Trend zum schönen und zum MAINSTREAM...MERKEL steht wie keine andere Person und Kanzler für schöne Bilder und kritikloses akzeptieren der vermeintliche Wahrheit...Die Print- Medien liefern diese schönen Bilder (MERKEL mit Koala-Bär in Australien, MERKEL mit Eisbär als Klima-Kanzlerin)...Deutschland hat verlernt kontrovers zu diskutieren und andere Meinungen auszuhalten...
Beispiel gefällig:
95 % der deutschen Presse inklusive SPON ist SYSTEM-KONFORM zum Klimawandel und den Ursachen...
Keiner der deutschen Medien informiert über die CO² Geschichte, einmal aus anderer Sicht erzählt bzw. mit harten Fakten belegt, daß es keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen CO² und dem "Klimawandel" gibt...
Man muss sich wundern, da man in USA und anderen Staaten offen über die von AL GORE und dem IPCC erzeugten "Lügengeschichten" berichtet...In Deutschland wird man als "Verschwörungstheoretiker" niedergemacht...
Die Lügen holen alle Verursacher früher oder später ein...

Ich fürchte, das auch der SPON und SPIEGEL- Laden komplett in einer selbst geschaffenen Blase lebt.

Ein Neustart, Reload wäre die ehrliche Antwort auf diese fundamentale System- Frage...

Manchmal wissen die Leser mehr als die Redakteure und Journalisten und sind das beste Korrektiv, das die Gefahr einer einvernehmlichen Meinungs- Redaktions- Blase erst gar nicht entstehen lässt...

Ich werde das alles kritisch verfolgen, fürchte jedoch daß sich NICHTS ändert.
M. S. 17:51

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halleluja6 21.12.2018, 18:06
7. Das Problem ist ein ganz anderes.

Solche Lügen enttarnen sich irgendwann selbst.
Aber der von gewissen Medien und auch im TV verbreitete linksorientierte Gesinnungsjournalismus, der Unangenehmes weglässt, relativiert anderes dafür aufbauscht ist schlimmer. Denn die Betroffenen ballen vor Wut die Fäuste, die andern in der Komfortzone wähnen sich in einer heilen Welt, die nur von rechten Denkströmungen belastet wird.
So wird die Gesellschaft langsam gespalten, und Blätter wie der Spiegel und vor allem die SZ müssen sich fragen, ob sie nicht nach genau den Berichten heischen, die ihnen das vorgaukelt, was sie gerne hören mögen.
Hier ist Selbstkritik gefragt, was vor allem auch für die SPON-Redakteure gilt, die einen Meinungsfilter eingebaut haben.
So scheint es wenigstens.

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sgbhd 21.12.2018, 18:08
8. Schade

ein begnadeter Schreiber, dessen Artikel mir fast alle in Erinnerung geblieben sind. Wegen der Leichtigkeit, der Empathie trotz schwerer Themen.
Das jeder Journalist auch Tatsachen mit seiner Coleur"verfärbt" , ist mir sehr bewusst- ich lese nicht nur den Spiegel. Und beim selben Berichtsobjekt und richtig wiedergegebenen Sachverhalten entstehen immer wieder total abweichende Artikel.
Ich fühle mich jetzt zwar getäuscht, da ich diese Berichte nicht in anderen Zeitschriften oder Medien gegenlesen konnte. Böse bin ich nicht. Die Artikel waren einfach zu gut.
Wichtig ist die Aufarbeitung in Zeiten von fake news, und die selbstverständliche Akzeptanz von offensichtlichen Lügen.
Trotzdem wünsche ich Herrn Reloitius, dass er weiter schreiben und veröffentlichen kann.

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me-and-bobby 21.12.2018, 18:19
9.

Zitat von gawos
Ich verstehe nicht, dass der Verdacht nicht früher aufgekommen ist. Ich habe die meisten Artikel von Relotius nicht gelesen. Zuletzt fiel mir die Geschichte mit dem kleinen Jungen in Syrien auf. Man ist ja schon ein bisschen geübt, fake Nachrichten in Netz zu erkennen, das beginnt mit Wahrscheinlichkeiten. Schon das Thema schien mir nicht sehr wahrscheinlich, den Jungen in dem Kriegsgebiet wieder zu finden. Und als ich den Artikel öffnete und mir ein 8jähriger Junge, der mit einem Kinderlied auf den Lippen durch die zerstörte Heimat lief, begegnete befand ich "fake", schöne Geschichte aber lohnt nicht weiter zu lesen. Ich bezweifle, dass es eine solche Kinderliedkultur in Syrien gibt, noch viel mehr, dass kleine Jungen mit 8 Jahren inmmitten des Elends drum herum auf die Idee kommen solche Lieder zu singen während sie durch die Stadt laufen . Das ist doch ein amerikanischer Filmeinstieg für einen Retrostreifen. Ich verstehe wirklich nicht, wieso niemand Zweifel hatte von den Professionellen, die sich mit fake Nachrichten doch viel besser auskennen sollten als ich Laie. Wahrscheinlich lag es an Status, Ruhm und Ehre der Person, die an mir vorbei gegangen ist, weil ich mich damit nie beschäftigt habe.
Das SYSTEM wird sich nicht ändern...
Meine Meinung:
Diese "Schein- Wahrheitssysteme" sind auf gefühlter Wahrheit und linken Lebenslügen gebaut.
Ich bin mir sicher Class Relotius und ähnliche Schönschreiber in anderen Redaktionsstuben bei FAZ, SZ TAZ etc. werden bald wieder rehabilitiert sein, Relotius und sein SPIEGEL- Team wird die Schuld für seine Fake News irgendwie auf „die Rechten“ schieben und innerhalb kurzer Zeit wird er irgendwo Karriere als Roman-Schriftsteller machen oder seine Erfahrungen in Form eines Buches als Bestseller vermarkten. Sein „Verbrechen“ aus Sicht der Leitmedien war nicht mangelnde Linientreue, sondern... seien wir ehrlich...dass er sich erwischen ließ, und ein solches Vergehen ist ungeschickt und lästig, aber verzeihlich.
Ich denke, daß erst das NACH-MERKEL- SYSTEM diese SYSTEM- Scherben zusammenkehren kann und wird…

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