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Deutscher Oscar-Anwärter "Werk ohne Autor": Wenn große Kunst entsteht
Buena Vista/ Pergamon/ Wiedemann & Berg/ Filmfest Venedig

Florian Henckel von Donnersmarcks Epos "Werk ohne Autor" feiert Weltpremiere in Venedig - vorher wurde der Film schon zum deutschen Oscar-Anwärter erkoren. Zu Recht?

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ambulans 05.09.2018, 08:34
1. klingt

für mich so, als hätte richard wagner (lange nix gehört - wo hat der eigentlich gesteckt?) das genre gewechselt und würde jetzt in film und so machen - inmitten unzähliger zitate wallts und wallts und ...

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Augustusrex 05.09.2018, 08:47
2. Viel Applaus

vom Fachpublikum. Und wie ist es mit dem normalen Kinogänger, der kein Cineast ist?

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spassamarbeiten 05.09.2018, 09:07
3. malen nach zahlen

ist doch komisch. in der Fachpresse wird völlig anders berichtet : dort gab es auch keinen grossen Applaus, sondern im Gegenteil: verhaltenen Applaus. Vielleicht Herr Autor, "lost in Translation" ? Ebenfalls in der Fachpresse (Hollywood Reporter und Variety) wird von einem schwachen Film gesprochen, ambitioniert, aber an der Oberfläche bleibend, es wird sogar bei der Beurteilung insbesondere von Donnersmarck's Kunstverstand selbst als "degenerate" gesprochen. Schön fand ich besonders, das man den Film als ein "malen nach zahlen" werk komplettiert - ein Film: konstruiert unemotional und ohne Tiefgang . Und ganz besonders interessant finde ich das Gerhard Richter selbst sich ausdrücklich von dem Film distanziert. Wie es allerdings geht, das man nicht nur seine Vita "klaut" und dann im Interview FvD aber sagt, man hätte sich nur an die Vita Gerhard Richters angelehnt, und dann noch die Bilder Gerhard Richters unverkennbar nachmalt - ohne den Namen Gerhard Richter zu nennen, ist sicherlich rechtlich ein ganz besonders interessanter Aspekt.

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prof.unrat 05.09.2018, 09:10
4.

Ich denke, die allermeisten SPON-Leser haben den Film bisher nicht gesehen und können sich eigentlich kein Urteil bilden. Allerdings die Rezension im Radio (radioeins) heute morgen war längst nicht so euphorisch. Es geht um eine Künstlerbiographie (einem Maler, Gerhard Richter). Warum dieser Film nun für einen Oscar vorgeschlagen wurde, weiß also keiner so richtig. Ich persönlich hätte einen Film mit einem ähnlichen Ansatz (eine Künstlerbiografie), allerdings ganz anders erzählt mit nicht so hollywoodmäßiger Attitüde ausgewählt, nämlich Gundermann von Andreas Dresen.

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Himbeertony 05.09.2018, 09:32
5.

Auch wenn man den ganzen Tag über Popkram berichtet, für den man kein musiktheoretisches Fachwissen benötigt, heißt es zweigestrichenes a oder a'' oder von mir aus a², nicht zweifach gestrichenes A. Oder handelt es sich um einen doppelt kolorierten Ton?

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Hansfried 05.09.2018, 11:37
6. Klischeehaft

Nachdem in Deutschland Filmproduktionen entstehen, die offenbar kein Kameramann und auch keinen Toningenieure beschäftigen (und oft genug Schauspieler, die wie Holzpuppen rumlaufen und nicht Sprechen können) ist wohl jetzt der Drehbuchautor dran.

Und so macht der Henkel vom Donnerspfennig sich als Regisseur entbehrlich.

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thomas_schoenberger 05.09.2018, 11:41
7. Grossartiger Journalismus

Einer der grossartigen Beiträge, wie ich es in letzter Zeit im SPIEGEL nicht so häufig lesen konnte. Der Autor schreibt dicht am Objekt (Film), ohne den Autor seines Untersuchungsgegenstandes in irgendeiner Weise zu diskretitieren. Das ist grossartiger Journalismus. Und man wünscht es sich, so etwas im SPIEGEL öfter zu lesen. Grossartig! Danke für Ihre Aufmerksamkeit. TS

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Alexis_Saint-Craque 05.09.2018, 11:52
8. "degenerated"

Der einzig erkennbar künstlerische Akt ist jener der Optimierung auf Hollywood hin. Berechnung bis ins Mark. Von obligatorischer NS-Euthanasie bis zur Auferstehung der Toten im Kunstgrab. Was in der Kunst gelingt, misslingt in deren cineastischer Ausplünderung. Hier von degeneriert, also entartet, zu sprechen, zeugt von großem jüdischen Witz.

PS: Selbst der cast wirkt irgendwie schmierig.

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Joachim Petrick 05.09.2018, 12:32
9. Oskar Verleihung kein Menetekel nur ein Fliegenschiss an der Leinwand?

"Als Künstler ist man Revolutionär und Freiheitskämpfer, gibt Beuys-Pendant Antonius van Werten (Oliver Masucci) seinen Studenten zu Beginn im Düsseldorfer Plenarsaal mit auf den Weg"

Was für ein dahingestanzt monumental verstörender Satz der jedes wajraftige Künstler Herz plattwalzt. Geht es Künstlern doch weniger um Revolution, Freiheitskampf denn Subjekt Subjekt Begegnungen statt Subjekt Objekt, Objekt Subjekt Beziehungen insbesondere zu öffentlichen Figuren der Geschichte, Politik, dass daraus unvermittelt Teilnahme an Revolution, Freiheitskampf entstehen kann, steht auf einem anderen Blatt, meist einem menschlicher Tragödie, selten Komödie, weil in Revolutionen, Freiheitskampf menschliche Wahrnehmung bon Begegnungen letztendlich unter die Räder gerät, die für Sieg oder Scheitern von Revolutionen, Freiheitskampf rollen.
Ganz nebenbei einmal gefragt, was ist die hierzulande über alle menschliche Maßen überschätzte Verleihung des Oskars als Kommerz treibendes Event Ereignis gegen das Schauen eines Filmes? Ein Nichts, nicht einmal ein Menetekel, sondern ein Fliegenschiss an der Leinwand!,oder?

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