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Deutscher Oscar-Anwärter "Werk ohne Autor": Wenn große Kunst entsteht
Buena Vista/ Pergamon/ Wiedemann & Berg/ Filmfest Venedig

Florian Henckel von Donnersmarcks Epos "Werk ohne Autor" feiert Weltpremiere in Venedig - vorher wurde der Film schon zum deutschen Oscar-Anwärter erkoren. Zu Recht?

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Abel Frühstück 05.09.2018, 13:13
10.

Zitat von prof.unrat
Ich denke, die allermeisten SPON-Leser haben den Film bisher nicht gesehen und können sich eigentlich kein Urteil bilden. Allerdings die Rezension im Radio (radioeins) heute morgen war längst nicht so euphorisch. Es geht um eine Künstlerbiographie (einem Maler, Gerhard Richter). Warum dieser Film nun für einen Oscar vorgeschlagen wurde, weiß also keiner so richtig. Ich persönlich hätte einen Film mit einem ähnlichen Ansatz (eine Künstlerbiografie), allerdings ganz anders erzählt mit nicht so hollywoodmäßiger Attitüde ausgewählt, nämlich Gundermann von Andreas Dresen.
"Warum dieser Film nun für einen Oscar vorgeschlagen wurde, weiß also keiner so richtig." - Zumal der Film schon nominiert wurde, ehe er überhaupt im Kino lief. Das ist etwas ungewöhnlich.

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Berliner42 05.09.2018, 13:39
11. Kurt oder Karl

Wie heißt er denn nun im Film?

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ach 05.09.2018, 13:42
12. zu Recht?

Dachte, es würde jetzt darum gehen, daß arkane Auswahlgremien Filme aussuchen, die noch niemand gesehen hat.
Selbst beim Deutschen Filmpreis läuft das ja inzwischen so.

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Berliner42 05.09.2018, 13:46
13.

Zitat von prof.unrat
Allerdings die Rezension im Radio (radioeins) heute morgen war längst nicht so euphorisch.
Nun gehört es aber zum guten Ton, daß Kritiker die Werke eher schlecht als gut finden. Vielleicht, weil eine schlechte Kritik selber besser aufgenommen wird und als kunstverständiger gilt.

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spassamarbeiten 05.09.2018, 14:14
14. ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja....

FvD hat kein KünstlerGen im Blut. Es kommt hinzu, das es irgendwie alles muffig riecht. Es ist irgendwie schwer nachzuvollziehen, wie er sich seine Filmthemen zusammenkonstruiert.
Berührung mit der DDR kann er kaum gehabt haben - er lebte ja in NY und sonstwo auf der Welt, lebte ein absolut super privilegiertes Leben. 1998 macht er den Kurzfilm Dobermann, der ist so unglaublich schlecht, das ich mich gerade ärgere 5 min. meiner Lebenszeit weggeworfen zu haben um das Elend zu gucken. Mit soviel "natürlichem Talent" Schauspieler nicht ! führen zu können muss man erstmal ausgestattet sein. Deswegen versagte wahrscheinlich auch Angelina Jolie bei The Tourist und Johnny Depp, die beide ohne exzellente Regieführung nichts bringen, und deswegen kann ein Sebastian Koch und Ulrich Mühe natürlich und die grandiose Martina Gedeck aus jedem Käse etwas grosses machen. Paula Beer hingegen braucht wieder mehr Führung und diese bleibt ihr eben versagt : Jetzt also der Gerhard Richter Film ohne Gerhard Richter. Was ich schon mal per se absolut unverschämt finde. Wie kann man sich an der Vita eines lebenden Künstlers dieses Formats bedienen, ja selbst Maltechniken etc 1:1 zu kopieren ohne Rot dabei zu werden ? Und ohne den eigentlichen Künstler zu benennen ? Und was Hat FvD mit Der Geschichte Richters zu tun ? Gibt es in der jahrtausendjahrealten vDonnersmarck Klan
nicht genug Vitas um eine oder jene zu verfilmen ?
Lets face it: Donnersmarck wollte einen Hollywood Nazi - DDR Film machen, und mit Thema Beuys / Richter für Furore sorgen - 2 der grössten deutschen Künstler aller Zeiten, da klingelt überall das Glöckchen, dafür scheint er mit chinesischen Investoren erstmal ne schön abgelegene Holding gegründet zu haben. 2016 gründeten Henckel von Donnersmarck und Sam Raimi mit Unterstützung durch die chinesische Beijing Cultural Investment Holding das Produktionsunternehmen Allegory Films, über das künftig Filme mit einem Budget zwischen 30 und 80 Mio. Dollar produziert werden sollen
Bevor diese Film Oscar reif wird, muss er international irgendeinen Preis gewinnen. Nur die Lola von Iris Berbens Akademie reicht wohl nicht.

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brooklyner 05.09.2018, 15:03
15.

Zitat von prof.unrat
Ich denke, die allermeisten SPON-Leser haben den Film bisher nicht gesehen und können sich eigentlich kein Urteil bilden. Allerdings die Rezension im Radio (radioeins) heute morgen war längst nicht so euphorisch. Es geht um eine Künstlerbiographie (einem Maler, Gerhard Richter). Warum dieser Film nun für einen Oscar vorgeschlagen wurde, weiß also keiner so richtig. Ich persönlich hätte einen Film mit einem ähnlichen Ansatz (eine Künstlerbiografie), allerdings ganz anders erzählt mit nicht so hollywoodmäßiger Attitüde ausgewählt, nämlich Gundermann von Andreas Dresen.
Ach herrjeh, da habe ich wohl das Radio zu spät eingeschaltet. Gut der Elstermann hat schon Ahnung, auch wenn er manchmal allzu ostig daherkommt. Aber sollte die Kritik von seinem kläglich daherjammernden, spaßbefreiten Sidekick Anke Lewe-irgendwas stammen, die vom RBB um die Welt geschickt wird, dann heisst das gar nichts. Ich warte Mal lieber internationale Kritiken ab.

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Knossos 05.09.2018, 22:27
16. Berechnungs-Plot

Was stricken, wenn Wege zu öffentlicher Hand & Förderung absehbar sein sollen?

Eine Prise Diktatur mit Drittem Reich und DDR im unisono Postulat und der Bundesrepublik als freiheitlich demokratischer Oase in der sich entfalten kann, was großer Künstler ist . (Wie heiß es noch? "Größter Künstler der Moderne" oder so?)

Wo Nazis und DDR-Schergen tönen, daß Kunst von Können kommt, da weiß man dann, daß im Reich des Guten Kunst beliebig zu sein hat, auch wenn damit unklar ist, wozu es den Begriff "Kunst" eigentlich gibt.

Kein Wort davon, wie im Kalten Krieg das Stümperhafte und Nichtkönnen gezielt und über unbeschränktes, aus US-Haushalt abgezweigtes Budget zum spöttischen Gegenstück des Sowjetrealismus gepuscht wurde. So, daß bis heute jegliche Personalie vollends unabhängig von deren Schöpfung oder Verhunzung auf jede gewünschte Höhe ach so kreativen Olymps gehievt und Portfolio zur Investition von Superreichen und dekadenten Direktoren gekürt werden kann.

Und schon gar der Outputs eines Gerhard Richter, der selbst nicht weiß, was er fabriziert, solange die Millionen halt Blanco herein purzeln. Ihn als Michelangelo unserer Ära und Zugpferd für plump und devot zusammengekleisterte Geschichte und schon rollt der Rubel auch für Filmschaffende, während Besprecher sich routiniert als Kunstsinnige beweisen können.

Man bringe ihnen und Richter ein Blatt Papier und Stift, oder Modelliermasse, damit sie einmal freihand nachweisen, wie sehr sie das Handwerk beherrschen, um daher auch reale Kriterien der Zunft nachvollziehen zu können.

Hallo? ... Keiner mehr da?
Stimmt ja: Der Begriff "Kunst" soll sich doch nicht von Können herleiten; sondern von Wortfügung aus "Kult" und "Klumpert".

Gut, daß es stets reichlich an Etat gibt, während Talente bei Hartz4 anstehen. Da weiß man, was man hat. Die vollendete Bündigkeit, wie schon in knapp 100% zeitgenössischer Wunst.

Wahrheit ist doch, daß es noch nie soviel Unvermögen und Einfallslosigkeit in diesem Metier und seiner weitgehend ungelenken Helden gegeben hat. Größtes Armutszeugnis bei höchsten Geldsummen aller Zeiten.
Aber Kulturelles wie Sozialität und Sinnigkeit sind ja eh out; also, was soll´s.

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derblaueplanet 28.09.2018, 20:12
17. So kennt man sie, die "Progressiven"

die selbsternannten "Postmodernen Wilden", jene Sorte Kreativer, die sich einbilden, Kultur "zu schaffen", weil sie kaum oder kein Geld damit verdienen. Ich habe eben erst diese Rezension und die Leserbriefe dazu gelesen: Wunderbar, sich wenigstens hier mal den Frust von der Seele kotzen zu können über die eigene Verkanntheit. Da kommt doch so ein adeliger Schnösel daher...und man war ja auch jahrzehntelang mehr oder weniger heimlicher Anhänger der DKP und des einzigen Arbeiter und Bauern... Glatt, geschniegelt dieser Film, wie der Herr v. D. auch... Kurz, an dem ist nichts gut, gar nichts, nie... Oh Ihr verlogenen, heuchlerischen Kneipen-Artisten, Möchtegern-Bohemiens, Künstlersozialkassen-Märtyrer - Ihr seid dermaßen durchschaubar in Eurer bigotten Moral, Eurem totalitären Kunst- und Künstlerideal, daß man Euch nur bemitleiden kann, wenn man Euch nicht belachen oder verachten will!

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