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Digitale Vernetzung: Der Tod ist nicht das Endgerät
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Das Internet macht die Welt nicht besser oder schlechter - sondern einfach nur anders. Es ist Gehirn für die Menschheit und Zentrum des Ekels zugleich. Und was ändert das für uns?

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B!ld 18.03.2017, 14:23
0.

Sich das Internet in gut und böse zu unterteilen ist etwas zu einfach.

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der_unbekannte 18.03.2017, 14:47
1. Das Netz

ist weder böse noch gut, es eröffnet aber Möglichkeiten. Wie sie genutzt werden, hängt von jedem einzelnen ab.

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GinaBe 18.03.2017, 15:19
2. Schönes Wochenende.

Letzter Fortschritts- und Zukunftshype war der mit dem Raumfahrtprogramm nach der Mondlandung.
In den 70ern erfolgte die Ölkrise und das Abflauen des ewigen Wirtschaftswachstums.
Heute ist es das Netz, welches tatsächlich (irgendwie, wirgendwo) für einen Quantensprung sorgt. Wenn nicht heute, so wird den die nächste Generation ausführen, die das Netz fast mit der Muttermilch einsaugen und eher einen DVD- Player bedienen konnten als auf eigenen 2 Bein(ch)enzu laufen.
Ja. Der Zugang zum Internet verändert Kommunikationsstrukturen und die neuronale Vernetzung in jedem einzelnen Gehirn, wenn das Individuum mit dessen einfluss nicht mehr zur Ruhe kommt.
Gut und böse? Nee, Frau Sibylle, das hat hier nun wirklich kaum Platz oder ist hier kaum der richtige Ort, ideologisch geprägte Moralbewertungen anzubringen, wenn es lediglich um 0en und 1en geht.
Um die Auswirkungen geht es, um user, Produzenten, Plattformen, um die Freiheit, (fast) alles posten, schreiben, auf webseiten veröffentlichen zu können und nicht zuletzt, um Geschäfte zu machen.
WELCH furchtbaren Aufträge erteilt werden können, belehrte mich wohl ein dänischer Rentner, der Vergewaltigungen von Kindern bestellte, die prompt ins Netz gespeist wurden. Oh Gott!
Illegale Geschäfte werden genauso besteuert wie legale...Oh Gott?
Heinrich Heine verurteilte am lebensende selbst den Idealismus seiner Zeit, Hegel dafür, daß er Menschen zu Göttern machte und kehrte der Philosophie den Rücken zu.
WEDER die Dampfmaschine, noch das Flugzeuig, noch die Elektrizität, noch das Auto oder das Telefon haben die Welt besser gemacht, sondern immer nur anders, das Gesicht der Welt verändert nämlich. Denn jede Erfindung und Errungenschaft trägt auch seine dunkle Seite, Erderwärmung etwa, Kohlenmonoxyde, Rohstoffverschleiß, ...und immer noch Kinderarmut und erbärmliche lebensbedingungen für einen großen teil der Menschheit.
Ich fürchte, daran wird auch das Internet nichts ändern.
Es schluckt wahnsinnig viel Zeit und das Leben wird zunehmend flüchtig, weil Daten in Sekunden um den Globus "fliegen", in Konkurrenz selbst zum gesprochenen Wort, einem ausführlichen Vortrag etwa.
Aufhalten können wir die Entwicklung nicht, aber beeinflussen in eine gute Richtung können wir es schon, wenn wir den markt-politischen Willen dazu haben.
Nein, ich hasse das Internet nicht. Zum Teil ist auch mein Leben mit ihm verbunden. Aber eben nur zum Teil.
Gibt es eigentlich schon Beipackzettel zum Internet über Nebenwirkungen? ;-)
Sicherlich aber gibt es auch damit weiterhin Konjunktur in psychotherapeutischen Praxen, Schuldnerberatungen und Firmen, die ausschließlich im Netz ohne eigenen Betriebsstandort billiger Waren verkaufen und günstig in einer Steueroase versteuern. Nein, das ist kein darknet, sondern nur reine kapitalistische Verführung, zu sparen, weil ja von oben der Geldhahn nicht nachbessernd aufgedreht wird.
In 5? Jahren sind dann die Innenstädte auch völlig platt.
Ich glaube, der Zug nach Nirgendwo rast immer noch auf der einbahnigen Strecke...

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zimond 18.03.2017, 15:35
3. (männlich)

Natürlich bringt es Frau nicht fertig in einen Betrag nicht doch irgendwo einen Seitenhieb gegens böse Patrichart einzubauen.

Hat irgendwer Frauen daran gehindert ein Facebook oder Twitter zu erschaffen? Oder eine erfolgreiche Kommunikationsapp? Oder einen florierenden Videospielemarktplatz (Steam) ? Oder ein völlig neues Spielkonzept mit Klötzchengrafik? (Minecraft)

Man mag von den Leuten ja halten was man will aber es sind eben Selfmade Milliardäre die zur richtigen Zeit die richtige Idee hatten UND das Knowhow diese Idee umzusetzen. Das Geschlecht interressiert dabei keine Sau. Warum sind sie Schriftstellerin und nicht in der IT tätig? Genau.. weil ihre Interessen bei der Literatur liegen. Niemand hat sie gehindert Programmieren zu lernen und die nächste große App zu erfinden.

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thdenell 18.03.2017, 16:33
4. ... das Bessere ist der Feind des Guten ...

... heisst, etwas zu verbessern kann nie schaden. Auch der Menschenverstand kann verbessert werden, selber nachdenken, krude Sprüche ignorieren, oder z. B. auf Facebook einfach Kommentare löschen, die MIR nicht gefällt. Denn: Wenn's mir NICHT gefällt, was da so kommentiert wird, und ich missbillige das, indem ich den gleichen Schwachsinn hinterherwerfe, nur um das letzte Wort zu haben, dann ist das Schulhof-Mentalität von 13-jährigen. Darauf haben die Verursacher kruder Ideen oder Kommentare doch nur gewartet. Benehmen wir uns wie Erwachsene, also halten uns an die Netiquette, sprich Höflichkeit. Und diese Höflichkeit ist es auch, die heute so manchen (gebildeten) Politikern abhanden zu kommen scheint. Und DIE kommen damit auch durch, wie man ja sieht oder besser: liest. Auf dieses Niveau sollte sich niemand begeben. Und nächstes Mal zur Wahl gehen.

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boxofrain 18.03.2017, 17:23
5. Mal wieder ein guter Artikel

von Ihnen, sehr geehrte Frau Berg, besonders der letzte Absatz sagt uns, dass sich die Erde anders entwickeln könnte als es uns lieb ist.
Bei Ihrem Szenario mit dem Sack Reis in China und der westfälischen Stadt Unna müsste der Simulator auch berücksichtigen,
ob der Sack ein Loch hat eventuell und ob der Reis trocken oder nass ist, also welches Gewicht und Volumen der Sack hat.
Das nur zur kurzen Erheiterung, meine aber ernsthaft den Punkt, wie genau mögliche Ursachen für welche Ergebnisse sorgen könnten und da wir Menschen leicht mal was vergessen...
M. f. G.

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grashalm 18.03.2017, 17:33
6. Klätzchengrafik zum selber bauen ? (Meine Kraft)

Zitat von zimond
Natürlich bringt es Frau nicht fertig in einen Betrag nicht doch irgendwo einen Seitenhieb gegens böse Patrichart einzubauen. Hat irgendwer Frauen daran gehindert ein Facebook oder Twitter zu erschaffen? Oder eine erfolgreiche Kommunikationsapp? Oder einen florierenden Videospielemarktplatz (Steam) ? Oder ein völlig neues Spielkonzept mit Klötzchengrafik? (Minecraft) Man mag von den Leuten ja halten was man will aber es sind eben Selfmade Milliardäre die zur richtigen Zeit die richtige Idee hatten UND das Knowhow diese Idee umzusetzen. Das Geschlecht interressiert dabei keine Sau. Warum sind sie Schriftstellerin und nicht in der IT tätig? Genau.. weil ihre Interessen bei der Literatur liegen. Niemand hat sie gehindert Programmieren zu lernen und die nächste große App zu erfinden.
das Hirn ist in allem so von Natur aus AUSGELEGT, dass es sozial sein kann, was nichts anderes bedeutet, als dass es beziehungsfähig sein will in seinem Bewusstsein.
Also genau nicht etwa so wie in Kriege gerannt wird, die ja bekanntlich noch nie was gebracht haben, ausser den Tod und dem Elend.
Was ich gut am Internetz finde, ist dass andere Bereiche einschaubar werden können und damit mitbeurteilbar.
Interessant ist dieser Kindergarten auch deshalb, weil konkrete Probleme, die dabei sind ihre Wirkungen erst noch zu entfalten, wie z.B. Klima, von Profitsüchtigen profimässig unter den Tisch gewischert werden, eben von denen die dann auch als Erste weg sind, obwohl das in Zukunft nichts mehr bringt.

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franz von list 18.03.2017, 19:17
7. ja ja der Fortschritt

bereitete immer Angst. heute geht es nur schneller. aber das Netz so wie wir es kennen wird noch nicht den großen durch Bruch bringen. dazu brauchen wir andere Techniken. erst wenn Endgeräte unabhängig sind. keine Texteingabe und Berührung sowie aufmerksamkeit brauchen, wird sich was ändern. erst wenn Raum und Zeit beherrschbar wird haben wir ne industrielle Revolution. gegenwärtig klicken und schreiben wir nur wie in den 80zigern.

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pygmy-twylyte 18.03.2017, 19:51
8. Internet alles in allem positiv

Das Internet ist ein Spiegel der Gesellschaft, der Strömungen, des Zeitgeistes. Die größte Wissens-, Kommunikations-, Fun- und Handels-Plattform der Welt, eine Plattform zum Verbreiten von News, aber eben auch Fake News (mit all den unschönen Auswüchsen wie Bashing, Mobbing, Hate Speech etc.), die dazu dienen, eine bestimmte, als "einzig wahr" erachtete Botschaft oder Ideologie an den Mann zu bringen. Geschickte Manipulatoren wie Donald Trump haben damit Erfolg, werden aber auch immer wieder der Falschinformation oder Lüge überführt. Nicht zuletzt hat das Internet einen Prozess der Demokratisierung in Kraft gesetzt, zu sehen an den Foren von z.B. "Spiegel online" oder "Zeit online", bzw. den vielen kritischen Leserbeiträgen. Kein anderes Medium lässt einen so direkten Austausch zwischen einem Journalisten (als Verfasser einer Kolumne oder eines Kommentars) und dem Leser zu. Und beide Seiten befinden sich dabei in einem ständigen Lernprozess, beide profitieren auch davon, zuallermeist der Journalist, der unmittelbar erfährt, wie der Leser über dieses oder jenes Thema denkt, aber auch der Leser, der dem bisher als unnahbar empfundenen Journalisten unverblümt zu verstehen geben kann, dass er als Leser und Bürger ernst genommen werden möchte und nicht alles glaubt, was ihm vor die Nase gesetzt wird. Das ist sehr schön zu beobachten insbesondere an den Kolumnen zu Trump (z.B. von Fleischhauer oder Augstein), die gewagte und fragwürdige Thesen zum Besten geben, und der mitunter heftigen Reaktion des Lesers. Alles in allem betrachte ich das Internet als einzigartige Möglichkeit des kritischen und fruchtbaren Austausches von Gedanken und Meinungen, unabhängig von allem Destruktivem, das es natürlich (leider) auch gibt.

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