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Doku-Serie über Vietnam-Krieg: Breaking Really Bad
Arte/ Doug Niven Collection

18 Stunden lang erzählt der Dokumentarfilm "The Vietnam War" die Geschichte eines elenden und sinnlosen Konflikts. Die Filmemacher Ken Burns und Lynn Novick machen erfahrbar, was das wirklich ist: Krieg.

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brux 19.09.2017, 18:02
1. Tja

Mit den Bildern dieses Krieges bin ich gross geworden. Übrigens in der DDR, wo der Krieg im Fernsehen noch brutaler zu sehen war als bei den amerikanisch besetzten Westdeutschen, die sich ja mehrheitlich den Amerikanern und ihrer oberflächlichen Konsumkultur hingegeben hatten.

Damals habe ich erkannt, dass die Amerikaner keine moralische Führungsmacht sein können. Das hat sich bis heute bestätigt. Genauso wie die Erkenntnis, dass die USA ihre Kriege eigentlich immer verlieren.

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spiegeltomate 19.09.2017, 19:17
2. Drama? Elend? Verbrechen!

Die Doku ist sicher beeindruckend. Aber wie kommt es, dass seit 1945 offenbar nur Deutsche jemals Kriegsverbrechen begangen haben? Der Vietnamkrieg war nicht "elend", " sinnlos", ein "Drama". Er war von Anfang bis Ende ein Verbrechen, Staatsterror der US-Administration gegen ein ganzes Volk. US-Soldaten, die traumatisiert zurückkehrten? Wer erzählt die Geschichte der flächenbombardierten, verbrannten, vergewaltigten, vertriebenen Vietnamesen? Dieser Spiegel-Artikel ist so ignorant, dass es weh tut.

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mehrgedanken 19.09.2017, 19:32
3. Agent Orange wirkt bis heute

Ein Freund von mir war Ende der 60iger Marine in Da Nang, er erzählte Sachen... Wahnsinn; eine Nachbarin war Rot Kreuz Schwester auf der MS Helgoland, Lazarettschiff aus Deutschland. Es lag zunächst im Saigon River und dann im Han River/Da Nang. Diese Orte habe ich mehrfach besucht und war positiv überrascht über das heutige gute Verhältnis der beiden Staaten. Es gibt nun seit President Obama auch endlich Hilfe beim Beseitigen des Dioxins in den Böden: abtragen und bei hoher Temperatur verbrennen, eine riesen Aufgabe. Vietnam beziffert seine Opferzahl mit 3,5 Millionen.

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advocatus diaboĺi 19.09.2017, 19:44
4. Das Urteil der Geschichte?

Urteile fällen Menschen und keine Geschichte. Die Wahrheit des Krieges? Ein Krieg hat keine Wahrheit. Wahrheit ist ein ontologischer Begriff: das Übereinstimmen einer Aussage oder Behauptung mit der Wirklichkeit. Also die Aussage, dass ein Krieg grausam und verrohend ist, soll bestätigt werden? Was für eine Erkenntnis. Der Vietnamkrieg hatte einen Grund in seiner Zeit: kalter Krieg, kommunistischer Dominoeffekt. Nein, das ist nicht wichtig. Wichtig ist, der Krieg war falsch und böse, genauso wie die USA; Ho Chi Min und der Vietcong waren gut, Freiheitskämpfer. Mit dieser Einschätzung und Haltung war man damals schon auf der richtigen Seite der Geschichte und ist es heute erst recht.

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steffen.ganzmann 19.09.2017, 19:56
5. Ich auch!

Zitat von brux
Mit den Bildern dieses Krieges bin ich gross geworden. Übrigens in der DDR [...]
Nur auf der anderen Seite der Mauer. Und darum finde ich Ihr Zitat von
[...] wo der Krieg im Fernsehen noch brutaler zu sehen war als bei den amerikanisch besetzten Westdeutschen, die sich ja mehrheitlich den Amerikanern und ihrer oberflächlichen Konsumkultur hingegeben hatten [...]
äusserst anmassend! Woher wollen Sie denn mit absoluter Gewissheit wissen, was das westliche Fernsehen wohl alles über den Vietnam-Krieg brachte? Aus Ihnen spricht anscheinend eher die Meinung Karl-Eduard von Schnitzlers, der mit Sicherheit nichts über die massiven Kriegsverbrechen der VCs brachte, zum Beispiel in Kot oder verrottende Leichen gesteckte punji sticks et alteri. Den Beschuss von MedEvac choppers et alteri. POW camps, die weit schlimmer waren als das berüchtigte "Andersonville" des Sezessionskrieges oder die Rheinwiesenlager vom Frühjahr 1945!

Zufällig "zwang" mich mein Vater, alle Nachrichten und Dokumentationen anzuschauen, obschon ich am Anfang dieses Krieges noch ein Vorschulkind war. Ich weiss nicht, was mir das brachte ausser der Erkenntnis, dass Krieg einfach nur grausam ist!

Zitat von
[...] Damals habe ich erkannt, dass die Amerikaner keine moralische Führungsmacht sein können. Das hat sich bis heute bestätigt. Genauso wie die Erkenntnis, dass die USA ihre Kriege eigentlich immer verlieren
Anscheinend funktionierte die antiimperialistische Gehirnwäsche der SBZ sehr gut, wenn sie bis heute angehalten hat ...

Regards,
CAP (WA GUARD ret.) Steffen Ganzmann

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slotermeyer 19.09.2017, 20:05
6. Gespannt

Ich habe Ken Burns Filmreihe über den amerikanischen Bürgerkrieg damals fasziniert verfolgt. Wenn er bei seinem Stil geblieben ist, werden das sehenswerte 18 Stunden Film sein.

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steffen.ganzmann 19.09.2017, 20:20
7. Neun Folgen

Zitat von slotermeyer
Ich habe Ken Burns Filmreihe über den amerikanischen Bürgerkrieg damals fasziniert verfolgt. Wenn er bei seinem Stil geblieben ist, werden das sehenswerte 18 Stunden Film sein.
Leider nur auf 9 Folgen à 50 Minuten kastriert, siehe Artikel! Echt schade, denn wirklich gute Dokumentationen über den Vietnamkrieg sind nämlich sehr, sehr rar, meist hatte deren Macher eine sehr stark getönte Brille auf ...

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fortelkas 19.09.2017, 20:28
8. Fast jeder Krieg

....beginnt mit einer Lüge. Der vermeintliche Beschuss der Us-Marine im Golf von Tonkin war reine Inszenierung. NSA-Offiziere manipulierten und verbreiteten gezielt Falschmeldungen. Die USA suchten einen Vorwand, eine strategische Offensive zu beginnen, und sie bekamen ihren Krieg. Er war schrecklich, aber er war nicht sinnlos. Sinnlos deshalb nicht, weil eine auf den ersten Blick unterlegene Volksarmee, die auch vom Volk getragen wurde, eine Weltmacht besiegte, die jede Waffentechnik einsetzte (Atomwaffen ausgenommen), die sie hatte. Die Folgen von Napalmeinsätzen (in meinen Augen ein Kriegsverbrechen) sind bis heute in Vietnam zu sehen und zu spüren. In der Geschichte gibt es offenbar doch so etwas wie Gerechtigkeit, die Niederlage der USA war notwendig, zeigte sie doch der Welt, was dort im Namen der Freiheit (made in USA) angerichtet wurde. Wie sich die Bilder gleichen: Der Irak-Krieg wurde durch Bush ebenfalls mit einer Lüge erzwungen. Das Land ist bis heute nicht befriedet, der IS entstand.
Erwin Fortelka (Klarname)

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spon-facebook-10000122439 19.09.2017, 20:42
9.

Zitat von steffen.ganzmann
Leider nur auf 9 Folgen à 50 Minuten kastriert, siehe Artikel! Echt schade, denn wirklich gute Dokumentationen über den Vietnamkrieg sind nämlich sehr, sehr rar, meist hatte deren Macher eine sehr stark getönte Brille auf ...
Sie meinen sicher die Stars and Stripes Tönung . Guten Abend.

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