Forum: Kultur
Dokumentarfilm "Nervöse Republik": Demokratie braucht Irritation
DPA

Stephan Lamby hat Teile seiner Dokumentation "Die nervöse Republik" in den Redaktionsräumen von SPIEGEL ONLINE gedreht. Der Film zeigt, wie verletzbar und verunsichert Journalismus und Politik sind.

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nachfrager2015 19.04.2017, 13:20
1. Das was Sie schreiben wäre ein Anfang...

"Machen die sozialen Medien den Journalismus überflüssig? Mitnichten.

Denn soziale Medien sind subjektive Medien. Der Weg raus aus der Blase, raus aus der Arroganz führt eben nicht nur über das, was gefällt. Er braucht die Konfrontation mit anderen Meinungen. Die Demokratie braucht die Irritation. Das gilt für die Politik, aber vor allem auch für uns Journalisten. Wir müssen zu denen, die wir nicht verstehen, auch zu den Wutbürgern. Dort braucht es unseren genauen Blick. Wir müssen nicht vorhersehen, was passiert. Aber unsere eigenen Gewissheiten müssen uns nachdenklich machen. Sie müssen wir genauso sehr infrage stellen, wie die Aussagen von Politikern oder anderen Potentaten. Wir brauchen den Mut, uns irritieren zu lassen durch die Dinge, die wir nicht verstehen. Sie müssen uns Ansporn sein."

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Newspeak 19.04.2017, 13:35
2. ...

"Es ist aber sehr wohl unsere Aufgabe, Meinungen, egal wie wenig rational sie erscheinen mögen, zu verstehen, zu hinterfragen, abzubilden - und sie nicht nur abzuqualifizieren."

Wie waere es mit "Fakten, Fakten, Fakten"? Meinungen gibt es schon genug, dafuer braucht es nicht noch Journalisten.

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Nobody X 19.04.2017, 13:35
3. Demokratie braucht vor allem Alternativen -

- und die fehlen in diesem Land seit Jahrzehnten, besonders aber unter der Groko. Aber es wäre ja schonmal ein Fortschritt, wenn Journalisten und Politiker zumindest versuchen zu verstehen, was die Menschen wollen.

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M. Vikings 19.04.2017, 13:40
4. Ich sehe das eher umgekehrt.

"Der Film zeichnet das Bild einer gekränkten Branche. Nicht mehr bedeutsam für die politischen Akteure, die sich zunehmend der Mühsal des Journalismus entledigen und direkt sprechen zum Volk."

Die Journalisten entledigen sich der Mühsal des Journalismus.

Als Beispiel kann man die ganze Erdogan-Referendumsdebatte
der letzten Monate nehmen.
Alle Journalisten voll auf Regierungslinie,
und das fast Flächendeckend in der Medienbranche.
ohne zu merken das die Türkei
seit dem Putsch und dem Ausnahmezustand eine Diktatur ist
und keine freien Wahlen mehr möglich sind.

Kein einziger Artikel der die Wahlkampfauftritte in Frage gestellt hat.
Kein einziger Artikel der trotz Beschimpfungen und Bedrohungen
von der Bundesregierung Konsequenzen gegenüber Erdogan
gefordert hat.

Und das fast Flächendeckend in der Medienbranche.

Gestern der erste Artikel von Herrn Becker,
der die EU-Beitrittsverhandlungen in Frage gestellt hat,
und vor einigen Wochen gab es einen
Tagesthemenkommentar vom SWF,
der gefordert hat die Wahlkampfauftritte zu beenden.

Was ist die Ursache? Angst um die Karriere?

.

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forumgehts? 19.04.2017, 13:43
5. Journalismus - Verletzbar?

Für spon trifft das doch nun wirklich nicht zu! Was nicht passt wird einfach zensiert - meine Zensurquote dürfte bei 99 % liegen. Da möchte ich erst gar nicht wissen, was passiert, wenn wirklich wichtige Redakteure etwas gegen das Erscheinen eines Artikels haben. Man scheint sich aber inzwischen auch in der Opferrolle wohlzufühlen, gelle?! OK, Zensor, walte deines Amtes!

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IMOTEP 19.04.2017, 13:48
6. Meinung

Die Balance halten, zwischen Wunsch und Wirklichkeit unterscheiden können. Nicht Meinung als Wahrheit darstellen, sehr schwer auch für Journalisten, aber solange es Journalisten gibt wie Frau Barbara Hans ist mir nicht bange. Ein sehr guter Beitrag, Danke. m.f.G.

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c.m.johannsen 19.04.2017, 13:52
7. Bravo, Frau Hans.

Es bewegt sich also doch was in Deutschlands Redaktionsstuben. Wer hätte das gedacht. Dieser Essay klingt ja schon mal nach einer wesentlichen Selbsterkenntnis. Wenn jetzt noch darüber nachgedacht wird, ob die deutsche Landschaft der Medienmacher_*innen nicht viel zu homogen ist (oft reicht ein Blick in die Followerlisten bei Twitter), dann sind wir schon einen Riesenschritt weiter. Auch muss Politik auch wieder mehr aus Berlin herauskommen, denn diese Stadt ist die Blase schlechthin.

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Menschundrecht 19.04.2017, 13:56
8. Keine Angst vor der Dämlichkeit

Zitat von Newspeak
"Es ist aber sehr wohl unsere Aufgabe, Meinungen, egal wie wenig rational sie erscheinen mögen, zu verstehen, zu hinterfragen, abzubilden - und sie nicht nur abzuqualifizieren." Wie waere es mit "Fakten, Fakten, Fakten"? Meinungen gibt es schon genug, dafuer braucht es nicht noch Journalisten.
'Rational' geht gar nicht. Bei Spiegel online doch nicht. Da ging es gestern nicht, und morgen wird es wohl auch nicht gehen. 'Mal sehen, ob es heute geht.

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steve72 19.04.2017, 14:06
9.

Was ich wesentlichen interessanter finden würde ist eine Debatte darüber in wie fern Journalisten im allgemeinen mit eine gewissen Zensur im Kopf arbeiten müssen und wie sie dazu stehen ,was an sich ja normal ,ist den Verlage bestimmen was gedruckt wird .

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